Feministischer Porno-Preis "PorYes" vergeben

  • Mit der "Auster"-Trophäe sollen Filme gewürdigt werden, bei denen
weibliche Lust, die Vielfalt bei Sexualität, Körpertypen, Alter und
Herkunft der Darsteller nicht zu kurz kommen
    foto: www.poryes.de

    Mit der "Auster"-Trophäe sollen Filme gewürdigt werden, bei denen weibliche Lust, die Vielfalt bei Sexualität, Körpertypen, Alter und Herkunft der Darsteller nicht zu kurz kommen

"PorYes" ist der erste feministische Pornofilmpreis Europas und wird in Berlin verliehen - "Die Zeit ist reif", so Organisatorin Laura Meritt

Berlin - Pornos müssen nicht sexistisch sein - davon sind die Veranstalterinnen des "PorYes" überzeugt, des "ersten feministischen Pornofilmpreises Europas". Am Samstag wurde er in Berlin verliehen. "Die Zeit ist reif für so etwas, weil die Nachfrage nach Pornos sowohl bei Frauen als auch bei Männern größer geworden ist", sagte Organisatorin Laura Meritt im Vorfeld.

Riesenbrüste und nur die Männer in Ekstase - das soll bei dem neuen Preis anders sein. Mit der "Auster"-Trophäe sollen Filme gewürdigt werden, bei denen weibliche Lust, die Vielfalt bei Sexualität, Körpertypen, Alter und Herkunft der DarstellerInnen nicht zu kurz kommen. Auch ob Frauen hinter der Kamera stehen, spielt eine Rolle für die international besetzte Jury.

Porno-Pionierinnen

Porno-Pionierinnen wie Annie Sprinkle, Candida Royalle und Maria Beatty werden für ihr Lebenswerk geehrt. Außerdem gibt es einen Überraschungspreis, kündigt Meritt an. Meritt ist Kommunikationswissenschafterin und führt ein Geschäft für Sexspielzeug. Außerdem ist sie Gastgeberin eines Salons. Den "PorYes"-Abend in den Hackeschen Höfen moderiert Filmemacherin Margaret von Schiller.

Wer noch mehr Aufklärung zum Thema wünscht, wird auf der Internetseite des Preises fündig. Auf die Frage, wo die Männer bleiben, heißt es, auch diese hätten es satt, immer "die gleichen langweiligen Einweg-Pornos" vorgesetzt zu bekommen. "Wir brauchen keine XXL-Genitalien, Waschbrettbäuche oder Wespen-Taillen."

Auch ein anderes Frauenbild ist bei "PorYes" wichtig. Als Angriff auf Alice Schwarzers "PorNo"-Kampagne ist die Aktion nicht gemeint, wie die Organisatorin betont. Im Gegenteil: Sie unterstütze die Kampagne und richte sich gegen Diskriminierungen, sexistische und rassistische Darstellungen und die "Pornografisierung" im Alltag, sagt Meritt. (APA)

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