Wochenplanerin

Weil ich ein Mädchen bin

11. November 2009, 10:59
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Wilde Minze

Kärnten, 23. Dezember 1944: In Graz werden nach einem Urteil des berüchtigten Volksgerichtshofpräsidenten Roland Freisler acht Todesurteile vollstreckt. Unter den Ermordeten: die Villacher Kommunistin Maria Peskoller. Ihre Tochter, die damals knapp 16-jährige Helga Peskoller, entgeht einer Anklage und überlebt. 65 Jahre sind seither vergangen und die Jugendliche von damals ist 80 Jahre alt und hat gelernt, das Leben zu lieben. Dem Schmerz zum Trotz. Den Nazis zum Trotz. Der Mutter zuliebe.

Mit der Dokumentarfilmerzählung Helga Empergers legen die Filmemacherin Jenny Gand und die Historikerin Lisa Rettl sowohl ein zeitgeschichtlich als auch aktuell politisch höchst relevantes Dokument vor: Am 7. Oktober 2009 wurde im Justizausschuss nach jahrelangem Ringen um die Rehabilitierung von Deserteuren ein diesbezüglicher Gesetzesantrag angenommen, wonach nun sämtliche Urteile des Volksgerichtshofs, der Sonder- und Standgerichte sowie der so genannten Erbgesundheitsgerichte pauschal aufgehoben werden. "Wilde Minze" schließt auch an den gedenkpolitischen Kontext des heurigen Herbstes anlässlich des 70. Jahrestages von Kriegsbeginn an: Während dabei der Schwerpunkt vor allem auf den Schicksalen von Deserteuren – und damit vor allem auf männlichen Biografien – lag, gibt "Wilde Minze" weiblichen Erfahrungen eine Stimme und rückt jene Frauen in den Vordergrund, die durch ihre Unterstützung von Deserteuren und anderen Widerstandsaktivitäten selbst Opfer einer gnadenlosen Unrechtsjustiz wurden.

Weitere Vorstellungen:  11. und 12. November 20:35 Uhr, Villach - Filmstudio im Stadtkino

Link: Wilde Minze

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