Warschau - Der provokative Eintrag eines polnischen Homosexuellen im Internet hat die PolitikerInnen der konservativen Parteien in Aufregung versetzt. Arkadiusz Karski beschreibt auf einer Webseite, wie er trotz des gesetzlichen Adoptionsverbotes für homosexuelle Paare ein Kind erziehen will. PolitikerInnen fordern nun eine DNA-Probe, bevor jemand als Vater anerkannt wird.
Arkadiusz Karski sucht im Internet nach schwangeren Frauen, die ihr Kind nicht selbst aufziehen wollen. Er schlägt den Müttern vor, ihn als Vater des Kindes anzugeben - und keine weiteren Auskünfte über die eigene Person zu machen. Nach polnischem Recht würde er dabei automatisch das Sorgerecht für das Kind bekommen, wenn er die Vaterschaft anerkennt. Nach Meinung von ExpertInnen würde er damit zwar gegen geltendes Recht verstoßen, aber die tatsächliche Vaterschaft wurde von den Behörden bisher nicht geprüft.
"Das Wohl des Kindes ist ein zu ernstes Problem, als dass man die Sache verharmlosen könnte", erklärte die Abgeordnete Teresa Piotrowska von der rechtsliberalen Regierungspartei Bürgerplattform (PO) gegenüber der Zeitung "Rzeczpospolita". Ihr Parteikollege Marek Cebula erklärte, vor der Anerkennung einer Vaterschaft sollte in Zukunft eine DNA-Probe vom mutmaßlichen Vater genommen werden.
Kinder von Homosexuellen "instrumentell ausgenutzt"
Die rechtskonservative Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ist da schon einen Schritt weiter: Sie arbeitet nach eigenen Angaben bereits an einer entsprechenden Gesetzesvorlage. Man müsse sich die Frage stellen, ob die Kinder von den Homosexuellen nicht "instrumentell ausgenutzt" würden und "ideologischen Zwecken" dienen sollten, so der PiS-Abgeordnete Artur Gorski zu JournalistInnen.
Für die Internetseite interessiert sich auch die polnische Polizei. "Wir stellen fest, ob es hier zu Menschenhandel kam oder kommen könnte", erklärte der Polizeisprecher Mariusz Sokolowski gegenüber "Rzeczpospolita".
"Sollte es strafwürdig sein, einem Kind Fürsorge zu sichern?"
Polnische JournalistInnen versuchten vergeblich, Karski zu erreichen. Auf seiner Internetseite antwortete er allerdings auf die Vorwürfe. "Sollte es strafwürdig sein, einem Kind Fürsorge zu sichern?", fragt er dort rhetorisch.
Das polnische Internet-Portal "Gay Life" erklärte zu der Diskussion, es sei "höchste Zeit, dass wir nicht mehr als Bürger zweiter Klasse behandelt werden". Homosexuelle müssten das gleiche Recht auf Adoption haben wie andere Paare, so das Portal. (APA)
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auch bei einer dna-untersuchung würde immer noch die möglichkeit bestehen, daß er die frau konventionell begattet(auch wenn ihm das nicht gefällt,aber wenn er unbedingt ein kind will wird ers wohl trotzdem schaffen)oder er läßt mit seinem sperma eine frau künstlich befruchten.
dann ist er nicht nur am papier vater sondern auch genetisch.
die selber ihr Kind nicht aufziehen wollen oder können.
Finde ich eine gute Idee, solange die gleichen Rechte für Homosexuelle noch nicht durchgesetzt sind.
Ihr Ansinnen ist aber eine Zumutung.
Warum sollen sich Frauen von Schwulen begatten lassen oder künstlich befruchten lassen, um dann das Kind herzugeben?
Da wäre doch ein bissl viel Altruismus gefordert.
Also: erst denken und dann posten.
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