
Link zur Sendung vom 10.11.2009:
Seit kurzem ist das berühmteste Käppi-Gesicht mit Babyrassel zu sehen. Auf einem Foto schwingt der seit September frisch gebackene Vater von Zwillingen das bunte Spielzeug lächelnd in seiner rechten Hand. Stolz, ein wenig verschmitzt und irgendwie ironisch. Ernst gemeint war diese Aufnahme wohl nicht. Denn wenn auch Niki Lauda noch im Juni in einem Interview gegenüber der Illustrierten "Bunte" davon überzeugt war, sich an allen Aufgaben wie Fläschchen geben und Windeln wechseln beteiligen zu wollen - "sicher auch mal nachts", wie er sagte - sieht das nach der Geburt seiner Kinder plötzlich ganz anders aus.
Laudas Botschaft an die Mütter...
"Das macht alles die Birgit", während er mit Händen in den Hosentaschen daneben stehe, beschreiben Freunde der Familie Lauda die familiäre Situation. Und auch Niki Lauda selbst nimmt sich kein Blatt vor den Mund, wenn es um seine Überzeugung geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung geht. In der ATV-Sendung "Hi Society" vom 10. November 2009 verkündete er in Pascha-Manier: "Die Birgit verlangt nichts von mir. Ich mache alles freiwillig. Das ist das Grundprinzip, das man allen Müttern ausrichten muss, die Männer nicht zu vergewaltigen, für die Kinder, mein' ich. Das passiert bei uns zu Hause nicht. Ich mache alles das, was ich gerne mache und damit ist alles in Ordnung".
Ob Laudas Ehefrau, Birgit Wetzinger, dies ebenso sieht? Wir wissen es nicht. Und es braucht uns auch nicht zu interessieren. Möglicherweise handelt es sich um eine Abmachung, mit der auch sie gut und zufrieden lebt. Darum geht es nicht. Das Wesentliche in Niki Laudas Aussage betrifft erstens seine unangemessene und geradezu lächerliche Diktion, den Terminus "vergewaltigen" in diesem Zusammenhang zu verwenden, und zweitens, dass er sich dazu berufen fühlt, "allen Müttern" seine überwuzelte Patriarchen-Weisheit auszurichten.
... und sein Vaterbild
Niki Lauda wird bald 61, seine Frau Birgit ist halb so alt wie er und damit genauso jung wie Laudas Sohn Lukas aus erster Ehe, also 30. "Körperlich bin ich fit, eine beginnende Altersenilität konnte ich auch noch nicht bei mir feststellen", meinte er im oben genannten "Bunte"-Interview. Er würde über eine Menge Erfahrung verfügen, denn "was nützt Kindern ein junger Hupfer als Vater, der keine Ahnung hat von Tuten und Blasen?".
Vielleicht nützt Kindern ein Vater, der sich um sie kümmert. Einer, der von Anfang an für sie sorgt und sich mit ihnen beschäftigt. Seine soziale Vaterschaft nicht erst dann antritt, wenn die Kinder groß sind und man(n) "etwas mit ihnen anfangen kann", wie viele Männer meinen. Vielleicht lässt sich eine gute Beziehung zu den Kindern dann nicht mehr so leicht herstellen, weil die Basis fehlt. Vielleicht ist es dann zu spät. Vielleicht sind die Väter, wie im Falle Niki Lauda, dann zu alt oder gar schon tot. (Dagmar Buchta/diestandard.at, 17.11.2009)
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von technik über medizin schafft er bravourös auch erziehungs- ung partnerschaftliche themen. und unsere jounalisten werden nicht müde ihn bei jeder sich bietenden gelegenheit um seine hoch intelligente und sachliche meinung zu fragen. bravo!
DIE Männer sollen gefälligst nicht mehr mit 50, 60 noch Kinder in die Welt setzten, die wollen doch sicher keinen senilen Papa, wenn sie ins Tennyalter kommen.
DIE Männer sollen gefälligst für die von ihnen gezeugten Kinder Verantwortung übernehmen, und zwar bei der täglichen Betreuung, und in Absprache mit der Partnerin/Mutter der Kinder.
DIE Männer sollen nicht immer so tun, als ob sie das alles nur so am Rande etwas anginge, und als ob 5 Minuten "Qualitätszeit" am Tag die laufende Betreuungsarbeit auch nur annähernd aufwiegen könnten.
etc.etc.etc.
aber er hat seine superguten gene wenigstens gleich doppelt verstreut. das muss genügen als beitrag zur arterhaltung. er wird sich doch bitte mit über 60 nicht um kindererziehung und beziehungsaufbau zu seinen kindern kümmern müssen. wer weiß, wieviel lebenszeit er noch hat, die er nicht vergeuden darf.
Unabhängig davon, was der Lauda von sich gibt, könnte man ja auch seine Frau befragen, gerade, wenn man seine Einstellung für verwerflich hält.
Außerdem handelt es sich wohl um keine herkömmliche Situation. Ich weiß ja nicht, ob sie berufstätig ist usw., aber wenn die finanzielle Absicherung durch ihn gegeben ist, kann es für Eltern doch angenehm sein, wenn sie sich nur ums Baby kümmern müssen/dürfen. Dass der Lauda ein Original ist, weiss doch jeder. Leben und leben lassen. Wobei ich finde, dass gerade in DIEstandard alle möglichen Frauen zu Wort kommen sollten und das ohne Beurteilung durch selbsternannte ZensorInnen. Wobei das natürlich den (oft unfreiwilligen) Unterhaltungswert schmälern würde, das geb ich zu.
Mein Posting hat wenig mit Wickeln zu tun, aber ich verstehe nicht wirklich, warum es Leute gibt die Alles ändern müssen.
Warum soll der Mann sich zur Mutter und die Frau zur Familienversorgerin machen? Genauso wenig verstehe ich nicht warum Frauen unbedingt arbeiten müssen, anstatt sich ganztägig um die Kinder zu kümmern? -Finanzierbarkeit vorrausgesetzt. Immer noch besser als die Ganztagsplätze, wo zwar beaufsichtigt aber nicht erzogen wird.
Die alten Traditionen haben schon einen Sinn, immerhin baut das Kind während der Schwangerschaft eine besondere Beziehung zur Mutter auf.
Als nächstes gibts dann eine Zirone weil der Herr Lauda nicht stillen kann oder weil er die Schwangerschaft nicht selbst ausgetragen hat.
Ich bin der selben Meinung :-)
Es sollte einzig und alleine das "betroffene" Paar entscheiden.
Ich habe mich auch dafür entschieden für meine Kinder da zu sein und bin sehr sehr glücklich mit dieser Entscheidung.
Andere Frauen vielleicht nicht, daher muss das jeder für sich entscheiden!
Aber nie hätte ich meine Kinder in einen Zwangskindergarten gegeben, wenn ich mich um meinen Nachwuchs selbst kümmern will.
KiGa Platz für Leute, die ihn brauchen und möchten, aber sicher nicht verpflichtend für alle!
hört sich ziemlich gluckig an. mami ist die einzige, die weiß, was gut für ihre kinderchen ist (allerdings geb ich Ihnen recht, dass die betreuung im kindergarten dringend verbessert werden muss), aber kinder brauchen nun mal auch viel kontakt mit gleichaltrigen.
und was wird aus Ihnen, wenn Ihre kinder Sie nicht mehr brauchen? klappt dann der wiedereinstieg noch, oder nur noch mit abstrichen?
abgesehen davon haben viele eltern ja gar nicht die wahl, weil ein einkommen halt einfach nicht reicht.
Wenn sich das Partner untereinander so ausmachen, dass einer zuhause bleibt und der andere arbeiten geht ist das für die wunderbar.
Hier geht es aber um das Ignorieren sämtlicher Pflichten eines Elternteils (Papas), wenn er abends zuhause ist oder am Wochenende.
Auch dann und das mag vielleicht überraschen, ist das Babysitting der Mama noch ein Fulltime Job. Zumindest nach den Unterstützungserklärungen des Herrn Lauda.
Und mal ernsthaft: in einer Partnerschaft ist das Gleichgewicht bei einem 24/7 im Gegensatz zu 40-50 Std. die Woche wohl erheblich gestört.
Finden Sie nicht?
Darum geht's.
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