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Malgorzata Bugajski entwickelt Materialien, die bis zu 1800 Grad Celsius standhalten müssen.
Malgorzata Bugajski, Projektleiterin im Technologiezentrum Leoben der RHI-AG, entwickelt feuerfeste Massen und Mörtel, mit denen metallurgische Öfen oder Pfannen, Rinnen und Aggregate ausgekleidet werden. Zum Einsatz kommen solche Anlagen in verschiedenen Branchen: von der Stahl-, Zement-, Metall-, oder Glasindustrie bis hin zur Petrochemie oder in Müllverbrennungsanlagen. Eines ist all diesen Baustoffen gemein: Sie müssen "ungeheuren chemischen und thermomechanischen Beanspruchungen bei bis zu 1800 Grad Celsius standhalten", so die Forscherin, für die ihr Berufsleben mit der erfolgreichen Aufnahmsprüfung an der Berg- und Hüttenakademie in Krakau (AGH) begann.
Ihren Berufsweg bezeichnet die langjährige Projektleiterin rückblickend als "vorgezeichnet, seit ich 1969 in Krakau als Universitätsassistentin mit experimenteller Forschung begann". Zehn Jahre später kam sie mit einem Firnberg-Stipendium des Wissenschaftsfonds an die Montanuniversität Leoben. Aus einem Jahr wurde ein Dauerzustand. Als promovierte Montanistin musste sie sich für die Projektleitung bei der Firma Radex in den Fachbereich Feuerfestkunde vertiefen, viel lesen und mit anderen Forschern und Forscherinnen diskutieren. "Für mich war nicht die Frage ob ich die gestellten Aufgaben schaffen würde, sondern wie effektiv und schnell ich Probleme lösen und ein Konzept für ein neues Feuerfestprodukt erarbeiten würde", sagt sie.
An die kurzen Projektzyklen und straffen Vorgaben der industriellen Forschung gewöhnte sie sich rasch. Die mittlerweile 64-jährige Österreicherin mit polnischen Wurzeln entwickelt beinahe jährlich neue Produkte, wobei ihr bis heute ihre Erfahrungen an der Universität zugutekommen. War sie vor zwanzig Jahren noch eine echte Einzelkämpferin, gibt es heute schon einige Akademikerinnen in der Leobener Forschungsabteilung der RHI. Die Feuerfest-Expertin tut das Ihre dazu. Derzeit vermittelt sie als Mentorin einer jungen Montanistin nicht nur Fachwissen, sondern auch einen Ehrenkodex sowie folgende Zutaten für eine gelungene Karriere: Zielorientierung, Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, Anständigkeit, das Verteidigen der eigenen Meinung, kämpferisch sein und auch gegen den Strom schwimmen sowie den Respekt vor der Leistung anderer.
Ihre Freude an der Forschung hat die zweifache Mutter erfolgreich weitergegeben. Die ältere Tochter ist Molekularbiologin und Expertin für Krebstherapien in einer Biotech-Firma die jüngere schreibt an der Boku ihre Diplomarbeit über Ressourcenmanagement im Amazonasgebiet.
Malgorzata Bugajski, pünktlich zu ihrem 40-Jahr-Jubiläum in Forschung und Entwicklung zur Femtech-Expertin des Monats gewählt, findet in Beruf und Berufung reichlich Herausforderungen und Glücksgefühle, wenn die von ihr entworfenen Feuerfest-Produkte im Testzentrum und in der Praxis bestehen.
Im bevorstehenden Ruhestand möchte sie dann ihre Aktivitäten in der Umgebung des Forschungszentrums in Leoben verstärken. Nordic Walking und Schwammerlsuchen haben es ihr angetan.(Astrid Kuffner/DER STANDARD, Printausgabe 18.11.2009)
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