
Gerlinde Kaltenbrunner mit ihrem Gatten Ralf Dujmvoits auf gemeinsamer Bergtour.
Salzburg - Die ExtrembergsteigerInnen Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits wollen als nächstes Ziel den Mount Everest (8.848 Meter) in Angriff nehmen. Das erzählte das Ehepaar bei einem seiner seltenen gemeinsamen Vorträge am Sonntagabend im Rahmen des 16. Bergfilmfestivals "Abenteuer Berg - Abenteuer Film" in Salzburg. Für Kaltenbrunner wäre es der 13. Achttausender. Ihr Mann würde das zweite Mal am höchsten Berg der Welt stehen - doch das erste Mal ohne künstlichen Sauerstoff.
"K2 steht noch länger"
Die Oberösterreicherin und ihr Mann wollen im kommenden Frühjahr aufbrechen und den Gipfel auf einer sehr schwierigen direkten Route erreichen. Danach könnte Kaltenbrunner erneut einen Versuch auf den K2 (8.611 Meter) wagen, wo sie schon mehrfach unterhalb des Gipfels wieder umdrehen musste. "Ich werde wieder zum K2 zurückkehren, der Berg steht noch länger", sagte Kaltenbrunner. Zuletzt hatte sie wegen großer Schneemengen unterhalb des Gipfels kehrt machen müssen. "Man braucht Geduld und muss die Natur respektieren", sagte die Alpinistin.
Kein Interesse an Wettkampf
Es gebe für sie keinen Wettkampf um das Ziel, als erste Frau alle 14 Achttausender zu erreichen, betonte Kaltenbrunner erneut: "Dieser Wettkampf existiert nicht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich parallel mit Edurne oder Nives am Berg unterwegs bin." (Die Spanierin Edurne Pasaban und die Italienerin Nives Meroi haben bisher zwölf bzw. elf der 14 Achttausender erreicht, Anm.) "Ich gehe meiner Leidenschaft nach", sagte Kaltenbrunner über ihre Motivation, die höchsten Berge der Welt zu besteigen.
Eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Mann teilt, den sie während einer Expedition kennengelernt hat. "Es ist deutlich schöner, zu zweit am Gipfel anzukommen", sagte Dujmovits, der 2008 den Makalu (8.463 m) als seinen 13. Achttausender erreichte. Seine Frau war unterdessen mit ihrem Team am Dhaulagiri (8.167 m) unterwegs.
Eines der wohl bisher schönsten gemeinsamen Ziele war der 8.516 Meter hohe Lhotse, auf dem sie im Sommer dieses Jahres standen - der 14. Achttausender für Dujmovits. Nach zwei Versuchen in den Jahren 2006 und 2008 passten heuer endlich alle Bedingungen. Dujmovits berichtete auch, wie sich die höchsten Berge der Welt durch die globale Erwärmung verändern. Es gebe wesentlich mehr Eisabbrüche als früher, im Gipfelbereich sei an vielen Stellen der Fels ausgeapert. (APA)
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