Kaltenbrunner: "Dieser Wettkampf existiert nicht"

23. November 2009, 13:02
  • Artikelbild: Gerlinde Kaltenbrunner mit ihrem Gatten Ralf Dujmvoits auf gemeinsamer Bergtour. - Foto: APA/Ralf Dujmovits

    Gerlinde Kaltenbrunner mit ihrem Gatten Ralf Dujmvoits auf gemeinsamer Bergtour.

Extrembergsteigerin sieht andere Frauen nicht als Konkurrentinnen - Paar plant im Frühling Aufstieg auf Mount Everest

Salzburg - Die ExtrembergsteigerInnen Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits wollen als nächstes Ziel den Mount Everest (8.848 Meter) in Angriff nehmen. Das erzählte das Ehepaar bei einem seiner seltenen gemeinsamen Vorträge am Sonntagabend im Rahmen des 16. Bergfilmfestivals "Abenteuer Berg - Abenteuer Film" in Salzburg. Für Kaltenbrunner wäre es der 13. Achttausender. Ihr Mann würde das zweite Mal am höchsten Berg der Welt stehen - doch das erste Mal ohne künstlichen Sauerstoff.

"K2 steht noch länger"

Die Oberösterreicherin und ihr Mann wollen im kommenden Frühjahr aufbrechen und den Gipfel auf einer sehr schwierigen direkten Route erreichen. Danach könnte Kaltenbrunner erneut einen Versuch auf den K2 (8.611 Meter) wagen, wo sie schon mehrfach unterhalb des Gipfels wieder umdrehen musste. "Ich werde wieder zum K2 zurückkehren, der Berg steht noch länger", sagte Kaltenbrunner. Zuletzt hatte sie wegen großer Schneemengen unterhalb des Gipfels kehrt machen müssen. "Man braucht Geduld und muss die Natur respektieren", sagte die Alpinistin.

Kein Interesse an Wettkampf

Es gebe für sie keinen Wettkampf um das Ziel, als erste Frau alle 14 Achttausender zu erreichen, betonte Kaltenbrunner erneut: "Dieser Wettkampf existiert nicht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich parallel mit Edurne oder Nives am Berg unterwegs bin." (Die Spanierin Edurne Pasaban und die Italienerin Nives Meroi haben bisher zwölf bzw. elf der 14 Achttausender erreicht, Anm.) "Ich gehe meiner Leidenschaft nach", sagte Kaltenbrunner über ihre Motivation, die höchsten Berge der Welt zu besteigen.

Eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Mann teilt, den sie während einer Expedition kennengelernt hat. "Es ist deutlich schöner, zu zweit am Gipfel anzukommen", sagte Dujmovits, der 2008 den Makalu (8.463 m) als seinen 13. Achttausender erreichte. Seine Frau war unterdessen mit ihrem Team am Dhaulagiri (8.167 m) unterwegs.

Eines der wohl bisher schönsten gemeinsamen Ziele war der 8.516 Meter hohe Lhotse, auf dem sie im Sommer dieses Jahres standen - der 14. Achttausender für Dujmovits. Nach zwei Versuchen in den Jahren 2006 und 2008 passten heuer endlich alle Bedingungen. Dujmovits berichtete auch, wie sich die höchsten Berge der Welt durch die globale Erwärmung verändern. Es gebe wesentlich mehr Eisabbrüche als früher, im Gipfelbereich sei an vielen Stellen der Fels ausgeapert. (APA)

weitersagen:
drucken
werwolfi 
23.11.2009 22:43

lustig... es findet also "kein wettkampf" statt, aber erwähnung finden nur die kolleginnen Pasaban und Meroi - nicht jedoch Oh Eun-Sun, die einen achttausender vorsprung vor Kaltenbrunner und Pasaban hat (13 vs. jeweils 12 von 14)...

joergipoergi 
23.11.2009 16:17
Dieser Wettkampf existiert

..ob Fr.K das nun will oder nicht, und schliesslich lebt sie ja davon. Halte sie aber trotzdem für intelligent genug, diesen Wettkampf nicht über ihr Leben zu stellen. Viel glück am Berg.

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.