Ach wie gut, dass niemand weiß ...

24. November 2009, 07:00
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    foto: aöf

    Mit der "Silent Witnesses"-Kampagne gedenken die Autonomen Frauenhäuser Frauen, die von ihren Partnern oder ehemaligen Partnern ermordet wurden. Jede Figur steht stellvertretend für eine Frau, die in den vergangenen Jahren in Österreich umgebracht wurde. Die roten Figuren sind mit einigen Lebensgeschichten dieser Frauen versehen. Ab Dienstag, 24. November, ist die Installation im Steinsaal des Bundeskanzleramts in Wien zu sehen (bis 27. November).

In Österreich gibt es keine Zahlen darüber, wie viele Frauen von ihrem (Ex-)Partner umgebracht werden - Morde an Frauen sind aber bekanntlich keine Einzelfälle - ein Kommentar

Ein aufsehenerregender, weil besonders tragischer Fall von "häuslicher Gewalt" ist derzeit in den Medien präsent: Ein 65-jähriger Pensionist steht in St. Pölten vor Gericht, weil er im Juni vergangenen Jahres seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit einem Halsschuss getötet haben soll. Die vierfache Mutter hatte nach einem jahrzehntelangen Martyrium von Schlägen und Drohungen gegen sie und die Kinder einen Schlussstrich gezogen - ein Schritt, den sie mit dem Tod bezahlte. Der Verteidiger spricht heute von "einer Art kranken Liebe", die den Verlassenen drei Jahre nach der Trennung zu dieser Tat trieb.

Geschichten wie diese finden sich für gewöhnlich nicht auf dieStandard.at. Wir berichten über Gewalt an Frauen umfangreich in Form von Statistiken über Auslastungen von Frauenhäusern und den jährlichen Wegweisungen; aber die persönlichen Geschichten, die zu diesen Zahlen führen, sind dann in der Chronik und nicht auf unseren Seiten zu lesen.

Keine Einzelfälle

Das Schlimme ist: Verbrechen wie das oben erwähnte wiederholen sich immer wieder. Dies macht es auch so problematisch, sie in einem feministischen Medium auszusparen, auch wenn sie chronikal sind. Es war ein langer Weg, wie aus solchen "Einzelschicksalen", "Familiendramen" oder auch "Verzweiflungstaten" von Männern eine Systematik erkennbar wurde. Dafür brauchte es die Autonomen Frauenhäuser und diverse andere Einrichtungen, die auf die Ähnlichkeiten in den Motiven und den Tathergängen hinwiesen, und "Gewalt an Frauen" als strukturelle Kategorie in unserer Gesellschaft erkennbar machten.

Dabei wäre es interessant zu wissen, wie viele Frauen es eigentlich sind, die in Österreich jährlich von ihren Ehemännern, Freunden oder Ex-Partnern ermordet werden. Die Bundeskriminalstatistik wies für 2008 insgesamt 105 Morde aus, in 37 Fällen waren die Opfer weiblich, in 68 männlich. Bei 18 Mordfällen an Frauen lebten Opfer und TäterIn in einem Haushalt, in neun Fällen gab es eine familiäre Beziehung ohne Hausgemeinschaft, wie es in dem Papier heißt. Weiters interessant: keine einzige Frau wurde in diesem Jahr von einem ihr komplett Unbekannten oder einer Zufallsbekanntschaft umgebracht. Die Auskunft über das Geschlecht des/der Täterin oder das genaue familiäre Verhältnis fehlt aber leider.

Familiäre Bande zwischen weiblichen Opfern und TäterInnen

Bei den Männern haben "nur" neun Opfer mit dem/der TäterIn unter einem Dach gelebt und sieben hatten eine familiäre Beziehung ohne Hausgemeinschaft. Mit Sicherheit sagen lässt sich aufgrund dieser Datenauswertung also lediglich, dass Männer öfter Mordopfer wurden und Frauen öfter (73 Prozent) mit ihrem Täter/ihrer Täterin familiär verbunden waren als die männlichen Opfer (24 Prozent). Auf die Frage, wie viele Frauen tatsächlich von ihren Partnern und Ehemännern umgebracht wurden, gibt sie allerdings keine Antwort.

ExpertInnen auf dem Gebiet des Gewaltschutzes kritisieren diesen Missstand schon länger. Das CEDAW-Kommittee der UNO hat Österreich in ihren Empfehlungen zu den Länderberichten schon mehrmals empfohlen, geschlechtsspezifische Daten zu Gewalt an Frauen zur Verfügung zu stellen. Bis heute wird vom Innenministerium nicht ausgegeben, wieviele Frauen jährlich durch die Hand des (Ex-)Partners sterben. Wie gefährlich "kranke Liebe", "rasende Eifersucht" oder "gekränkte Eitelkeit" Frauen tatsächlich werden kann, bleibt damit also weiterhin im Dunkeln. (Ina Freudenschuß, dieStandard.at, 24.11.2009)

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mika33
00
20.1.2010, 12:05
Und? Welches Sinn soll diese stupide Aktion haben????

Diese Aktion hilft genau niemanden, sondern hilft nur die Männer allgemein als gewalttäig und jetzt sogar mordend zu verunglimplfen, sonst nix.

Getrauen sich die Verantwortlichen auch zu erheben, wieviele der von ihren Parntern umgebrachten Frauen "Migrationshintergrund" hatten? Das sit natürlich Nono (und genauso sinnlos), aber wenns gegen Männer allgemein geht, ist es ja in Ordnung ...

Mir wärs ja ansonsten wurscht, aber für solche sinnlosen dümmlichen Aktionen werden ohne irgendwelche Vorbehalte Steuergelder zur Verfügung gestellt.

silent_trust
 
00
9.12.2009, 07:46
Fast getroffen ist auch vorbei.

Da wird dauernd auf Ungleichbehandlungen hingewiesen und dann wird von Journalistinnen genau das Gleiche nur mit umgekehrten Vorzeichen gemacht. Eine Statistik für seine eigenen Argumentationszwecke umzuinterpretieren nutzt weder der Verfasserin des Artikels noch dem angestrebten Zweck. Durch die fragwürdige Umdeutung der Statistik werden sowohl die Verfasserin des Artikels, als auch der Artikel selbst unglaubwürdig.
Typischer Fall von gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht.

AlBundyFan
 
00
7.12.2009, 15:46
eine frage - wie kann man von fehlenden zahlen rende?

wenn 2 zeilen darunter im artikel steht "105 morde - 37 frauen - 18 frauen mit täterIn im haushalt, 9 familiäre b eziehung ohne gemeinsamen haushalt.....sind das keine zahlen?

Martin Schwarzbauer
 
00
9.12.2009, 17:27

"Auf die Frage, wie viele Frauen tatsächlich von ihren Partnern und Ehemännern umgebracht wurden, gibt sie allerdings keine Antwort."

Die von Ihnen zitierten Zahlen geben keine direkte Auskunft über das Verhältnis zwischen Opfer und Täter - "gleicher Haushalt" ist halt nicht dasselbe wie "Ehemann/Lebensgefährte". Gleiches gilt für "familiäre Beziehung ohne gemeinsamen Haushalt" - Brüder, Väter oder Ex- bzw. Noch-Ehemänner?

Umgekehrt wären Partner, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, unter den 10 "Rest-Fällen", weil formal keine familiäre Beziehung besteht.

Es gibt also Zahlen, aber nicht für die Kategorisierung "Partner als Täter".

Martin Schwarzbauer
 
111
26.11.2009, 13:28
Um die Zahlen mal in die richten Verhältnisse zu rücken

Im Jahr 2001 gab es in Österreich 3.246.214 Frauen (20 Jahre oder älter). Wenn sich diese Zahl nicht wesentlich verändert hat, werden jährlich rund 1,1 Frauen pro hunderdtausend zum Mordopfer. Bei 27 weiblichen Mordopfern von Tätern im familiären Umfeld sind es nur noch 0,83 pro hunderdtausend. (Demgegenüber stehen 2,3 bzw. 0,54 pro hunderttausend Männer.)

37 ermordete Frauen im Jahr 2008 sind genau 37 zu viele, keine Frage (Männer dito). Aber in diesem Zusammenhang von "Systematik" oder "Gewalt an Frauen als strukturelle Kategorie in unserer Gesellschaft" zu sprechen anstatt von Einzelschicksalen ist angesichts dieser Verhältnisse einfach nicht angebracht.

Colette
00
30.11.2009, 11:21

Ja, aber: Männer werden auch meistens von Männern umgebracht - und nur sehr selten von ihren Partnerinnen.

Martin Schwarzbauer
 
05
30.11.2009, 12:13

Es wird in Österreich überhaupt sehr selten jemand umgebracht. In den wenigen Fällen, die es gibt, sind meistens Männer die Täter. In dem Drittel der Mordfälle, in denen Frauen die Opfer sind, sind die Täter meistens im eigenen Haushalt oder in der Familie zu finden.
Aus der Kombination dieser beiden Fakten kann man vermuten, dass es Männer aus dem eignen Haushalt oder der Familie sind. Ob es sich dabei um Partner, Väter, Söhne oder sontige Verwandte handelt, könnte man nur durch Einsicht in die Gerichtsakten feststellen. Der Aufwand wäre aufgrund der geringen Zahl der Fälle überschaubar, recherchiert wird aber nicht.
Stattdessen wird wieder das Bild "Männer Gewalttäter, Frauen Opfer" geprägt. Und das bei 27 "verdächtigen" Fällen im Jahr.

hage
00
25.11.2009, 14:51
Weiters interessant: keine einzige Frau wurde in diesem Jahr von einem ihr komplett Unbekannten oder einer Zufallsbekanntschaft umgebracht.

Tiefgarage Hanuschkrankenhaus?

Elisabeth Jarok
00
21.12.2009, 18:11

der mord in der tiefgarage passierte 2009.
die obigen statistischen zahlen sind von 2008.

Gefräßige Gebärmutter
00
26.11.2009, 11:05

Der Mord ist doch noch nicht aufgeklärt.

strangerinastrangeland
 
10
27.11.2009, 21:25

Geh bitte!

Little Willy
82
26.11.2009, 07:37

Zeigt genaugenommen, dass Frauen die Risiken der Aussenwelt vermeiden. Geht auch gut, wenn da wer Geld überweist und der unmittelbare Nahbereich des Nestes nicht verlassen werden muss.

Naschgul
01
4.12.2009, 09:47

Sie haben so einen Klescher, das ist unglaublich. Lassen's das vielleicht mal behandeln, hm?

Johannes St.
 
00
25.11.2009, 20:27

der fall lag wahrscheinlich nach Erstellung der Statistik.
Entschuldigt aber nicht das fehlende Mitdenken der Journalistin

bösartiger gutmensch
01
25.11.2009, 15:55

der text bezieht sich auf das jahr 2008.

Little Willy
41
26.11.2009, 07:41
Also veraltet.

Naschgul
00
4.12.2009, 10:30

Das haben Statistiken nun mal so an sich, dass sie rückwirkend erstellt werden.

Bob Kelso
00
25.11.2009, 15:49

Ja, dachte ich auch, das kann nicht stimmen. Kann mich zumindest auch noch an einen Raubmordfall aus den Medien erinnern, wo die sich offensichtlich nicht kannten.

Nik M
13
25.11.2009, 12:29
2008 - 68 maennliche Mordopfer, 37 weibliche.

Fast doppelt so viele Maenner wie Frauen werden jaehrlich ermordet, und das in einem zivilisierten Land wie Oe. In Krisengebieten sinds noch mehr tote Maenner pro toter Frau.

Grund ist mbMn dass maennliches Leben weniger wert ist als weibliches. Gewalt von Maennern gegen Maenner ist von der Gesellschaft akzeptiert, und wird sogar ermutigt - vermutlich aus anthropologischen Gruenden: irgendwer muss den Stamm verteidigen, und wenn nur Maenner im Kampf gegen Mammuts oder Maenner vom anderen Stamm sterben, kann der eigene Stamm die Geburtenraten trotzdem hochhalten (man muss sich halt von der Einehe verabschieden).

Aber das ist ein veralteter Ansatz! Man sollte generell Gewaltverzicht propagieren, statt dressierte Killer zu erziehen.

knurrhoernchen
70
25.11.2009, 13:09
68 Männer wurden

von ihren Partnerinnen ermordet und nur 37 Frauen von ihren Partnern?
Ich hätte es nicht geglaubt, würde ich nicht wissen, was für ein seriöser Poster du nicht bist.

marty fink
00
14.12.2009, 17:41
sinnerfassend lesen!

da verträgt wohl wer die Wahrheit nicht
13
25.11.2009, 13:38
Die 37 Frauen wurden nicht nur von ihren Partnern ...


Da steht nämlich

" lebten Opfer und TäterIn in einem Haushalt, in neun Fällen gab es eine familiäre Beziehung ohne Hausgemeinschaft"

Diese Zahlen sagen auch, dass Männer zusätzlich zu familiärer Gewalt auch noch durch öffentliche Gewalt betroffen sind. Was Frauen anscheinen erspart bleibt.

Der Unkurze
04
25.11.2009, 13:35

das hat er nie geschrieben...

knurrhoernchen
60
25.11.2009, 14:26
Soso

Little Willy
00
26.11.2009, 07:42
Haben Sie was abgesetzt?

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