
Die Hormon-Medikamente von Pfizer werden nach wie vor von Millionen von Frauen eingenommen.
Philadelphia - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer wurde von einem Gericht in Philadelphia zur Zahlung von Geldstrafen an Krebspatientinnen verurteilt. Nachdem das Unternehmen erst vor wenigen Tagen zu einer Entschädigung von 6,3 Mio. Dollar verpflichtet wurde, bekam es in zwei Fällen zusätzliche Geldstrafen über 103 Mio. Dollar aufgebrummt. Der Konzern kündigte Berufung an. Dabei sind bundesweit über 10.000 weitere Verfahren gegen Pfizer anhängig.
Nicht über Risiken informiert
"Eine derartige Klagewelle bringt naturgemäß schwere Verwerfungen, kann Pharmakonzerne in der Regel aber nicht in die Knie zwingen", so ein Branchenanalyst, dem zufolge es bereits Fälle mit mehr Betroffenen gegeben habe. "Besonders in den USA besteht immer die Gefahr, wegen Produkten verklagt und zur Haftung verurteilt zu werden. Gerade für solche Fälle bilden die Konzerne Rückstellungen", betont der Fachmann.
Das Geschworenengericht kam zu dem Schluss, dass die von den Pfizer-Töchtern Wyeth sowie Pharmacia & Upjohn hergestellten Menopausen-Mittel Premarin, Provera und Prempro bei den Patientinnen Brustkrebs verursacht hätten. Die zusätzlichen Geldstrafen begründen die Richter damit, dass Pfizer nicht über die Risiken der Medikamente informiert habe.
"Nur die Spitze des Eisbergs"
Allein am vormaligen Wyeth-Hauptsitz in Philadelphia wurden nach Angaben der AnklagevertreterInnen mehr als 1.500 weitere Klagen gegen die Hormonmedikamente eingebracht. Den AnwältInnen zufolge ist dies aber "nur die Spitze des Eisbergs". Wie die New York Times berichtet, werden die Medikamente nach wie vor von Millionen von Frauen zur Behandlung von Menopausen-Symptomen eingenommen.
In zwei ähnlichen Verfahren ist Pfizer gleichermaßen in Berufung gegangen. In zumindest zehn Fällen soll es zu außergerichtlichen finanziellen Einigungen in unbekannter Höhe gekommen sein. Wie hoch die Verbindlichkeiten für den Konzern insgesamt ausfallen werden, bleibt vorerst ungewiss. (pte)
Gerontologin über ein nachhaltiges Tabuthema, hormonelle Veränderung und neue Freiheiten - Ab April Fortbildung zur "Wechseljahreberaterin" möglich
Team von iranischer Wissenschafterin ist es gelungen ein Modell zu entwickeln, mit dem der Beginn der Wechseljahre geschätzt werden kann
Women's Health Initiative-Studie in "The Lancet": Östrogen übt Wachstumsimpuls auf bösartige Zellen aus
Hormonsubstitution: Grazer Experte spricht von "falscher Strategie" - Nur bei erheblichen Wechselbeschwerden ist Hormonersatz zu empfehlen
Einnahme von Hormonen in Menopause ist laut dänischer Studie für fünf Prozent der Ovarialkarzinome verantwortlich
Eine 70-jährige Frau berichtet im dieStandard.at-Interview über Wechselbeschwerden, getrennte Geschlechterrollen und Diskriminierung von Hausfrauen
Rotklee soll aufgrund seiner Isoflavone Hitzewallungen lindern
US-Studie bestätigt vorübergehenden Effekt von Lernschwäche bei Übergang in Menopause
Fachmagazin hat Studien gesichtet: Forschungsstand über Mönchspfeffer und Co. dürftig - Potenziell gefährliche Wechselwirkungen nicht erforscht
Für Frauen in den Wechseljahren gibt es ein Pflaster gegen Libidoverlust - Ein Testlauf der Hormonapplikation in den USA zeigte große Resonanz - Im Frauengesundheitszentrum ist man skeptisch: Zwang zur Lust müsste auch thematisiert werden
Vorurteil, die Libido lasse mit den Wechseljahren nach, konnte von Altersforschung widerlegt werden
Viele Beschwerden in den Wechseljahren lassen sich durch pflanzliche Mittel reduzieren - Hormone nur in krassen Fällen empfohlen
Erhöhte Rückfallquote nach Verabreichung von Tibolon bei Frauen nach Mammakarzinom
Studie: Rauchen, Alkoholkonsum und ungesunde Ernährung erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Symptome wie Hitzewallungen und Schlafstörungen
ForscherInnen entdeckten weitere Veränderungen, die mit der Menopause auftreten können
Wie kommen Lesben durch die Wechseljahre? - Einige Buch-Tipps für die feurige, stürmische und spannende Zeit der Verwandlung
ExpertInnen raten oft nur dann zum Hormonersatz, wenn die Wechselbeschwerden sehr stark und anders nicht beeinflussbar sind
TCM empfiehlt Kombination aus Ernährung, verschiedenen Massagetechniken und Bewegungstherapie
Betroffene fühlen sich meist als "Außerirdische unter Gleichaltrigen" - Bis zu zehn Prozent der Frauen betroffen
Thema Wechseljahre kritisch beleuchtet
Alternative, spannende und bereichernde Literatur für die Wechseljahre
Die Psychotherapeutin Marion Breiter über die Problematik der Wechseljahre
Hormone sind für Markus Metka eine wichtige Therapieoption, Sylvia Groth hält sie für gefährliche Medikamente
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.