
Wie viele Frauen in Österreich von Zwangsprostitution betroffen sind ist unklar.
Frauen und Mädchen treten regelmäßig mit Menschhändlern die Reise nach Europa mit Versprechungen auf ein gutes Leben im Gepäck an. In Europa angekommen werden die Frauen mit den ihnen vorgerechneten Kosten für Reise und Unterkunft unter Druck gesetzt, vermeintliche Helfer entlarven sich als Zuhälter und zwingen die Frauen zur Prostitution.
Dem großen Problem Menschenhandel und Zwangsprostitution nimmt sich seit 2006 Joana Adesuwa Reiterer und ihr Verein Exit an. Sie kam vor sechs Jahren nach Österreich und wurde mit dem Thema Menschenhandel durch ihren Mann konfrontiert, als sie bemerken musste, dass dieser mit Frauen handelt. Von den Behörden wurde ihr zur Scheidung geraten, bei diesem Ratschlag sollte es auch bleiben - mehr wurde nicht unternommen. Der von Reiterer gegründete Verein will hingegen mit rechtlicher und psychosozialer Beratung Frauen konkrete Hilfe anbieten. "Die Frauen erfahren von unserem Verein über Mundpropaganda von bestehenden Klientinnen, durch Freier und Info-Events", so Joana Adesuwa Reiterer gegenüber dieStandard.at.
Aufklärung in Österreich und Nigeria
Der Arbeit des Vereins fokussiert auf die Aufklärung der Öffentlichkeit über Menschenhandel und Zwangsprostitution in Österreich und seit 2008 auch in Nigeria. Der erste Ableger des Vereins wurde in Edo State, Nigeria, gegründet und "EXIT Nigeria" leistet auch in Benin City Aufklärungsarbeit für Gefährdete. Die Frauen und Mädchen sollen so über die „Realität des Lebens in Europa informiert und dem brutalen Handel mit Frauen und Mädchen aufgeklärt werden", wie der Verein auf seiner Website erklärt.
Geraten die Frauen aber dennoch in den Teufelskreis aus Schulden, Prostitution und abgelehnten Asylanträgen versucht der Verein Exit mit elf ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu helfen. Beim Ausstieg aus der Zwangsprostitution etwa: "Die Gewalt der Menschenhändler erschwert den Ausstieg maßgeblich. Auch der Opferschutz muss mehr strukturiert und opferzentrierter werden", so Reiterer.
Keine Basis-Subventionen
Wie viele Frauen in Österreich von Zwangsprostitution betroffen sind ist unklar: "Wir haben seit unserer Gründung über hundert Nigerianerinnen beraten. Die OSZE schätzt, dass etwa 50 bis 75 Prozent der Prostituierten in Wien Opfer von Menschenhandel sind", so Joana Adesuwa Reiterer.
Der Verein Exit verfügt über keine Basis-Subvention. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZE) und die Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57) unterstützen beispielsweise Weiterbildungsworkshops und das Networking mit anderen NGO´s, rechtliche Vertretung für Opfer, Recherche oder Betragungen werden aber rein aus Spendengeldern finanziert. (beaha, dieStandard.at, 26.11.2009)
Buchtipp
Von Joana Adesuwa Reiterer ist vor kurzem eine Autobiographie erschienen: "Die Wassergöttin. Wie ich den Bann des Voodoo brach." 320 Seiten, Verlag Droemer/Knaur, EUR 9,20
Spenden
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NOE-WIEN, Kontonummer: 4149118 / BLZ. 32000, BIC: RLNWATWW, IBAN:
AT943200000004149118
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Verein Exit
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