Verein Exit

"Die Gewalt der Menschenhändler erschwert den Ausstieg"

26. November 2009, 07:00
  • Artikelbild: Wie viele Frauen in Österreich von Zwangsprostitution betroffen sind ist unklar. - Foto: AP / Meneghini

    Wie viele Frauen in Österreich von Zwangsprostitution betroffen sind ist unklar.

Der Verein Exit stellt sich in Österreich seit 2006 den großen Herausforderungen von Zwangsprostitution und Menschenhandel

Frauen und Mädchen treten regelmäßig mit Menschhändlern die Reise nach Europa mit Versprechungen auf ein gutes Leben im Gepäck an. In Europa angekommen werden die Frauen mit den ihnen vorgerechneten Kosten für Reise und Unterkunft unter Druck gesetzt, vermeintliche Helfer entlarven sich als Zuhälter und zwingen die Frauen zur Prostitution.

Dem großen Problem Menschenhandel und Zwangsprostitution nimmt sich seit 2006 Joana Adesuwa Reiterer und ihr Verein Exit an. Sie kam vor sechs Jahren nach Österreich und wurde mit dem Thema Menschenhandel durch ihren Mann konfrontiert, als sie bemerken musste, dass dieser mit Frauen handelt. Von den Behörden wurde ihr zur Scheidung geraten, bei diesem Ratschlag sollte es auch bleiben - mehr wurde nicht unternommen. Der von Reiterer gegründete Verein will hingegen mit rechtlicher und psychosozialer Beratung Frauen konkrete Hilfe anbieten. "Die Frauen erfahren von unserem Verein über Mundpropaganda von bestehenden Klientinnen, durch Freier und Info-Events", so Joana Adesuwa Reiterer gegenüber dieStandard.at.

Aufklärung in Österreich und Nigeria

Der Arbeit des Vereins fokussiert auf die Aufklärung der Öffentlichkeit über Menschenhandel und Zwangsprostitution in Österreich und seit 2008 auch in Nigeria. Der erste Ableger des Vereins wurde in Edo State, Nigeria, gegründet und "EXIT Nigeria" leistet auch in Benin City Aufklärungsarbeit für Gefährdete. Die Frauen und Mädchen sollen so über die „Realität des Lebens in Europa informiert und dem brutalen Handel mit Frauen und Mädchen aufgeklärt werden", wie der Verein auf seiner Website erklärt.

Geraten die Frauen aber dennoch in den Teufelskreis aus Schulden, Prostitution und abgelehnten Asylanträgen versucht der Verein Exit mit elf ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu helfen. Beim Ausstieg aus der Zwangsprostitution etwa: "Die Gewalt der Menschenhändler erschwert den Ausstieg maßgeblich. Auch der Opferschutz muss mehr strukturiert und opferzentrierter werden", so Reiterer.

Keine Basis-Subventionen

Wie viele Frauen in Österreich von Zwangsprostitution betroffen sind ist unklar: "Wir haben seit unserer Gründung über hundert Nigerianerinnen beraten. Die OSZE schätzt, dass etwa 50 bis 75 Prozent der Prostituierten in Wien Opfer von Menschenhandel sind", so Joana Adesuwa Reiterer.

Der Verein Exit verfügt über keine Basis-Subvention. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZE) und die Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57) unterstützen beispielsweise Weiterbildungsworkshops und das Networking mit anderen NGO´s, rechtliche Vertretung für Opfer, Recherche oder Betragungen werden aber rein aus Spendengeldern finanziert. (beaha, dieStandard.at, 26.11.2009)

Buchtipp
Von Joana Adesuwa Reiterer ist vor kurzem eine Autobiographie erschienen: "Die Wassergöttin. Wie ich den Bann des Voodoo brach." 320 Seiten, Verlag Droemer/Knaur, EUR 9,20

Spenden
Bank Information, Kennwort: EXIT, Bank: RLB NOE-WIEN, Kontonummer: 4149118 / BLZ. 32000, BIC: RLNWATWW, IBAN: AT943200000004149118

*Bitte Kennwort nicht vergessen!

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23 Postings
Jolly09
27.11.2009 08:36

Die Damen die vor meinem Haus stehen können größtenteil nicht Deutsch, wenn sich jemand mit ihnen unterhält, der kein potentieller Freier ist, werden sie vom Zuhälter (zb aus dem Auto heraus) gleich zurückgepfiffen. Drogen sind auf alle Fälle auch im Spiel.

Data100
26.11.2009 19:40
Unser lasches Rechtssystem.

Solange Zuhälter und Menschenhändler im Normalfall mit bedingten Strafen davon kommen und ihrem Geschäft dann halt nicht mehr in Ö nachgehen und im schlimmsten Fall ein Zwei Jahre bekommen, wird sich da nichts ändern.
"Wann wird man je verstehn?"

Josef Schmiedhacker 
26.11.2009 17:11

Und lassts mich raten: wenn man alles verbietet wirds besser, gelle?

Pannonia Jack
27.11.2009 19:04

Menschenhandel und Zwangsprostitution sollten schon verboten werden bzw. sollten in jedem Rechtsstaat unter Strafe stehen!

nemo sander
26.11.2009 17:01
500.000 opfer gibt es jährlich alleine in der eu

und viele feministinnen kümmern sich lieber um kopftücher, die freiwillig getragen werden, anstelle mit der freauenfeindlichkeit die so etwas erst möglich macht.
prostitution zu dulden, die frauen immer leiden läßt, steht für die geistige verfaßtheit einer gesellschaft

Tethys
27.11.2009 10:13

Frauenfeindlichkeit macht das Kopftuch möglich?
Super! Sie haben etwas entscheidendes verstanden!! Und wie passt das Kopftuch jetzt zur Prostitution? Ach ja, Frauen, die keines tragen, gelten vielerorts als "Freiwild" und "Huren" - insofern haben Sie schon wieder Recht!
Dass ich das noch erleben darf, dass Sie Zusammenhänge erkennen....

Toeris 
26.11.2009 17:45
Ja klar,

jetzt sind auch noch die Feministinnen schuld und die sollen den Dreck wegräumen den Männer verursachen!
Sag, hast du sie noch alle?

Toeris 
26.11.2009 10:08
Das Problem

liegt oft sehr viel näher als Nigeria.
In einem wiener Bordell gibt es in erster Linie Ungarinnen, die keine Zwangsprostituierten sind. Sie werden noch nicht mal informiert, dass sie ihre Dienstleistung auch mit Kondomen anbieten können. Sie wissen es gar nicht, weil sie so ungebildet sind und aus ländlichen Gegenden kommen, wo über so etwas gar nicht gesprochen wird. D.h. sie haben in kürzester Zeit nicht nur alle Geschlechtskrankheiten die es so am Freier-Markt gibt, sondern sie sind in der Regel auch nach 6 Monaten schwanger und werden wieder nach Hause geschickt!
Wünsche den Freiern die da mitspielen alles Gute, sie können es brauchen.

Alexandra Sturm1
26.11.2009 12:10
woher hast du diese Info?

Toeris 
26.11.2009 12:30

vom einschlägigen Mitbewerb. Die Branche ist ein Dorf.

María José
26.11.2009 23:28

Na, Sie haben aber einen ungewöhnlichen Bekanntenkreis.^^

Glauben Sie nicht, dass die Sache auch ohne Gschichterl schon schlimm genug ist?

Toeris 
27.11.2009 10:00

Diese Bekanntschaften unterscheiden sich sehr wohltuend zu Forumspinklern wie sie hier zu finden sind.

Alexandra Sturm1
27.11.2009 12:01
herrliche Meldung :-))) *breitgrins*

Toeris 
27.11.2009 17:28

Danke ;)

oiso
26.11.2009 09:01

unlängst wurde ich von einem mann kritisiert, ich solle nicht eine ganze branche und das älteste gewerbe nicht generell kritisieren und verunglimpfen (??!!)... geschätzte 50 - 75 % der prostituierten in ö könnten also zwangsprostituierte sein.

das werden die männer jetzt wiedermal nicht zur kenntnis nehemen wollen.

ravenna
26.11.2009 19:08
Sind halt Schätzungen

Was sagen Sie zu diesem offenkundigen Widerspruch:

Laut dem Artikel treten Frauen regelmäßig mit Menschenhändlern die Reise nach Europa an. Und jetzt machen Sie sich mal in Wiener Bordellen schlau und Sie werden feststellen, dass mindestens 90% aus EU-Ländern stammen. Die Russinnen und Ukrainierinnen, die vor ein paar Jahren noch recht häufig anzutreffen waren, sind verschwunden.

Die legal arbeitenden Prostituierten kommen und gehen, wie sie wollen. Was sich auf der Straße abspielt, mag eine andere Sache sein. Dazu kann ich nichts sagen.

Shylock
26.11.2009 16:32
das ist nicht korrekt...

ohne auf den kritisierten Herren weiter eingehen zu wollen. Die zitierten 50-75% sind eine Schätzangabe für den Anteil der afrikanischen Prostituierten. Hier wurde Fr. Reiterer missverständlich zitiert!

Toeris 
26.11.2009 14:35
Was mich immer wieder irritiert ist, dass "die schwarzen Schafe",

eher Herde, ja weitgehend bekannt sind. Da kann mir kein Polizist der in dem Bereich tätig ist, dass er nicht weiß wo was läuft.
Aber außer gegenseitige Verunglimpfungen von Polizisten, wie es ja aus der Geschichte der Polizei bekannt ist, passiert nichts.
Wenn ich als einfache Frau, die nur ein paar Frauen vom Fach kennt, schon weiß wo was läuft, das kann doch für Profis bei der Polizei nicht so schwer sein, sollte man meinen.
Offenbar gibt es da bei der Polizei andere Interessen, unterstelle ich da mal.
Und ... an meine Mitposter hier:
Es sind FRAUEN! Mädchen gehen in die Schule oder in die Ausbildung. Nehmt ihnen bitte nicht auch noch diese Würde! Was in Schmierenblättern läuft ist schon schlimm genug.

Alexandra Sturm1
26.11.2009 12:12
ein

Bekannter von mir ist Polizist und er meinte es sei schon etwas 'besser' mit der Zwangsprostitution, aber eindämmen werde man das nie können!
Schade um die Mädels!

AlBundyFan 
26.11.2009 12:01
das nimmt fast niemand zur kenntnis

auf krone.at war zb. ein bericht über die prostituierte von berlusconi die jetzt ein buch geschrieben hat und darin erwähnt,daß sie opfer von gewalt war und sogar ihr sogar gedroht wurde ihr kind zu vergewaltigen.

egal ob die vorwürfe stimmen oder nicht-99% der poster waren der meinung,daß sie selbst schuld ist und die behandlung verdient.

d.h.eine prostituierte ist vielen österreichen so wenig wert, daß sie es sogar in ordnung finden würden,wenn das kind einer prostituierten vergewaltigt wird(das sich nicht selbst ausgesucht hat ob es eine prostituierte als mutter hat)

das spricht bände wieviel eine prostuierte den österreichen wert ist :-(((

ravenna
26.11.2009 19:11
Ihre Verallgemeinerungen..

...sind schlichtweg eine Frechheit.

Aus ein paar Krone-Postern (und Ihrer Interpretation der Postings) werden bei Ihnen zuerst aus "vielen Österreichern" gleich "Österreicher" ganz allgemein. Diese Verallgemeinerei spricht primär gegen Sie selbst.

AlBundyFan 
27.11.2009 10:02
es ist ja nicht das erste mal,daß ich sowas lese

es ist ja nur ein beispiel der unmenschlichkeit der gesellschaft...auch hier im standard wird von vielen ausgedrückt, daß "aussenseiter" der gesellschaft nix wert sind.

natürlich sind nicht alle österreicher so, aber der gesamteindruck zeigt halt, daß dieses denken bei vielen vorhanden ist.

nachtwächter1
26.11.2009 09:32

das wollen auch leider viele frauen nicht zur kenntnis nehmen!

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