Zitrone

Stereotypen spielen

01. Dezember 2009 07:00
  • Artikelbild
    Foto: Prospekt von XXXLutz

    Alles klar: Mädchen spielen mit Haushaltsgeräten...

  • Artikelbild
    Foto: Prospekt von XXXLutz

    ... und Burschen mit Werkzeug.

Führen uns Kinder in eine Zukunft, die uns geradewegs in die Vergangenheit verfrachtet? Ein Blick auf ein Möbelhaus-Prospekt will uns das glauben machen - Zitrone

Weihnachten steht vor der Tür, Geschenke müssen gesucht und Kinder möglichst glücklich gemacht werden. Überlegungen, was das eigene Kind freuen, interessieren und begeistern könnte, sind vielleicht anstrengend und im Vorweihnachtsstress nervig. Um einiges nerviger fanden allerdings gleich mehrere LeserInnen das Stereotypen-Aufgebot eines Möbelhauses. Für die MacherInnen eines Lutz-Prospektes für Spielsachen gibt es ein Kriterium, das zu kennen die Geschenkauswahl praktisch von allein regelt: Mädchen wünschen sich kleine, rosarote Haushaltsgeräte zum Spielen, ein kleines Bügelbrettchen, niedliche Kleiderbügelchen und natürlich ein Bügeleisen. Sogar ein Miniatur-Staubsauger wird in dem Prospekt für kleine Mädchen - und nur für diese - angeboten. Und wenn sie neben der Hausarbeit noch ein bisschen "dazuverdienen spielen" will, gibt es auch noch eine kleine Kassa - im Einzelhandel lässt es sich ja ganz gut Teilzeit arbeiten.

Platz-Verweis

Auch die jungen Männer werden auf ihren Platz an der Bohrmaschine, am Traktor und an der Kettensäge verwiesen. Und um dem ohnehin schon unmissverständlichen noch eines draufzusetzen, steht über dem bügelnden Mädchen "Für die kleine Hausfrau" und über dem reparierenden Jungen "Für den kleinen Handwerker" - da bleiben keine (Sonder-)wünsche offen.

Die Entwicklung von Interessen, Berufswünschen und sonstiger Lebensplanung passiert leider noch immer nicht unabhängig von Geschlecht und sozialer Herkunft, dass es aber wichtig ist, dem entgegenzuarbeiten, ist zumindest gesellschaftspolitischer Konsens. Ebenso, dass es die noch immer recht sorgfältige Arbeitsteilung für Männer und Frauen in produktive und reproduktive Arbeit abzuschaffen gilt. Denn es ist inzwischen sogar bis in konservative Kreise vorgedrungen, dass es nicht alle Frauen erfüllt, sich in Alleinverantwortung auf Hausarbeit und Kindererziehung zu stürzen. Für jene, die es aber noch immer nicht verstanden haben und die uns ihre 50er-Jahre Lebensmodelle übers Postkastl aufs Auge drücken wollen, für die gibt es in der Zwischenzeit ein paar beim Denken helfende vitaminreiche Zitronen. (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 1.12.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 80
1 2 3
zwergleviathan
22.01.2010 10:40
also typischer gehts ja kaum

Man lese BiPa-Werbung und staune:

"Wie lange rasieren sich Frauen in einer Beziehung die Beine?
kommt auf die Geschenke an."

oO

ach wir haben also einfach deshalb zu schenken weil Frauen Frauen sind? oder damit sie sich die Beine rasieren?

in beiden Fällen extrem bedenklich. Und daß das aus einer Parfumerie-Werbung stammt noch mehr....

zwergleviathan
22.01.2010 10:32
hätte mich gewundert....

.... wenn hier nicht innerhalb der letzten 3 Postings mal wieder mindestens eine Schuldzuweisung nach aussen

"die bösen Baumärkte"

stattgefunden hätte. War aber klar, daß wieder mal die da *fingerzeig* schuld sind. Alle Anderen. Eh klar.

Vielleicht sollte man Kindern die Wahl lassen und nicht überall vermeinen als Erwachsener die Bedürfnisse des Kinders besser zu erkennen als das unverdorbene, unverbogene Kind das zumindest seine Bedürfnisse im Gegensatz zu uns Zivilisationskrüppeln noch ehrlich und frei artikulieren kann.

Kinder sind nicht so dermaßen verblödet, daß sie nicht selber wüssten was sie wollen. Diese "Idiotie" stellt sich erst später ein.....

anna b
02.01.2010 14:12

und dann wundert man sich wieder, wieso frauen eben "frauentypische" berufe wählen und nicht etwas neues wagen. tja, wenn man eben 15 jahre eingehämmert bekommt, dass man nur zum kochen, putzen, nähen etc. geeignet ist, tut man sich dann als jugendlicher eben schwer (oder es kommt auch gar nicht erst in den sinn) eine andere entscheidung zu treffen.
ich zwar schon einige zeit her, aber als ich im kindergarten war, wurde ich von der kindergartentante persönlich von der bau- in die puppenecke verfrachtet. hoffe, das ist nicht mehr so...

Little Willy
02.01.2010 14:25
Ja, da muss man bei der Ursache des Problems ansetzen


Bei den Müttern.

anna b
06.01.2010 10:07

wieso? glauben sie, dass (nur) mütter die ursache des problems sind?

desperate wife without house
30.12.2009 14:10
irgendwie sagen einem die baumärkte dauernd, dass

sie uns als kundschaft nicht wollen, auch nicht in zukunft ...

beim einen wird man werbetechnisch zum potentiellen gewaltopfer und neuerdings zum projektbesessenen, beim anderen eben zum vorsintflutler und beim dritten zum überdodel, der bäume in wohnungen pflanzt und mit der bohrmaschine an der decke hängenbleibt.

und zu allem überfluss kommt dann noch der - männliche - finanzberater und krempelt die ärmel hoch. der papa wird's schon richten. aber das ist eine andere geschichte ... :o


Cassius
16.12.2009 19:21
Und wenn der Bub am Bügelleisen und

das Mädchen mit dem Schraubenschlüssel am Traktor abgebildet wäre, wäre das dann besser ? Warum ? Oder sollen gar geschlechtsneutrale Puppen verwendet werden ?

The Terminator
09.12.2009 21:55
Jaja, die Zitrone...

...ich kann immer wieder nur lachen...

Thomas Felder
04.12.2009 22:38
umgekehrt genauso

Denn es ist inzwischen sogar bis in konservative Kreise vorgedrungen, dass es nicht alle Männer erfüllt, sich in für eine Pseudo Karriere zu ruinieren und ihre Familie nicht zu sehn

disco stu
03.12.2009 18:47
oje

hier wird tatsächlich zensuriert, wenn man die redaktion kritisiert.

Pygar
 
03.12.2009 13:42

Und das in der heutigen Zeit. Ich meine, wie dumm kann man sein, solche Werbung zu wagen?

Andererseits ist das vermutlich pure Absicht von diesem Möbelladen. Die werden geschätzt haben wie viele Menschen deswegen den Laden meiden und wie vielen er durch "bad news" in Erinnerung gerufen wird. Und letztere Zahl wird bei dieser Schätzung vermutlich überwogen haben. Denen geht es nur um Profit und dann haben die das gemacht, nehme ich an.

Cassius
03.12.2009 11:53
Darüber, dass Frauen bei

der Parnterwahl auch auf Beruf und einkommen schauen, beschwert sich niemand, dabei ist das der grösste Feminismusstopper von allen.

nina yankow
31.12.2009 02:01

ich kenn keine einzige persönlich, die das macht! (und ich selbst hab zB einen freund ohne jegliche abgeschlossene ausbildung mit einem gehalt, das meines zeitweise schon jetzt unterschreitet, und in jedem fall nach ende meiner ausbildung unterschreiten wird)
in meinem weiteren bekanntenkreis ergaben sich gehaltsunterschiede entweder einfach wegen geschlechtstypischer, unterschiedlich gut bezahlter berufswahl und ansonsten erst während der beziehung wegen der kinderbetreuung.

Jane Lane
 
03.12.2009 13:27

Ja, wenn Sie nur solche Frauen kennen- oder zu kennen glauben...einfach mal an die eigene Nase packen;)

poldus bellus
04.12.2009 18:48
gegen 80%

eher mehr als weniger

der bunte faschist
03.12.2009 15:22

"Frauen bei der Parnterwahl auch auf Beruf und einkommen schauen"

"AUCH"

Lernen sie lesen und verstehen.
Und sollten sie eine Frau kennen, die nur ihrem romantischen Ideal folgt und (!) deren biologische Uhr schon tickt, dann zeigen sie sie mir bitte.

Die möchte ich kennenlernen, diesen Menschen, diese Frau, die so über sich steht - da sind ja buddhistische Mönche noch Hedonisten dagegen :D

poldus bellus
04.12.2009 18:49
:) eher

die "ausgetickt" habenden.

Gefräßige Gebärmutter
04.12.2009 10:17
Vielleicht wollen diese Frauen ja dich gar nicht kennenlernen ;)

der bunte faschist
04.12.2009 15:37

Als ob sie die Wahl hätten^^

Gefräßige Gebärmutter
04.12.2009 15:41
Wer nicht aufs Materielle schaut, schaut eben eher auf den Charakter.

Und du kommst hier nicht gerade sympathisch rüber ...

der bunte faschist
05.12.2009 02:35

Als ob Sympathie ausschlaggebend für Anziehung ist^^

25:25:50 2:1
11.12.2009 19:33
Wer braucht eine anziehende Wirkung?


Eine ausziehende ist doch wesentlich praktischer. :-)

Gefräßige Gebärmutter
09.12.2009 15:38

Was denn sonst?

Jane Lane
 
03.12.2009 15:55

So ein unglaublicher Schwachslnn... wäre ich unhöflich, würde ich ja mal sagen : Kräftig "übergeblieben" und die eigene biologische tickt auch schon fest, gelle? ^^

btw. ich kann Ihnen auf Anhieb 5 zeigen- wann haben Sie Zeit?

der bunte faschist
04.12.2009 03:58

Die Verwendung des Rethorikkniffes "wäre ich unhöflich", um mir dann die volle Breitseite zu verpassen, ist unhöflich. Merken sie sich das.
(Aber Unsachlichkeit und persönliche Angriffe sind nunmal in jedem Arsenal eines überforderten Menschen.)

Desweiteren muss ich sie enttäuschen: nicht, auch nicht kräftig, "übergeblieben" und meine Uhr ist noch am aufziehen (ob sie das jetzt verstehen, weiss ich nicht, ich bin aber gespannt ;-)

Ohoho, auf Anhieb 5. Wui.
Sehen Sie, ich habe gar nicht die Möglichkeit, zu erfahren, ob es die Damen denn wirklich ernst meinen - vielleicht sind es alles Freundinnen von ihnen, die natürlich loyal lügen würden.

Ein Dilemma, nicht?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 80
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.