Wien - Mädchen und junge Frauen in Afrika sind besonders von der Aids-Pandemie betroffen. 75 Prozent aller HIV-Infizierten zwischen 15 und 24 Jahren sind weiblich. Im südlichen Afrika ist die Neuinfektionsrate bei Mädchen 5 bis 6 Mal höher als bei Jungen. Fehlende Selbstbestimmung, wirtschaftliche Abhängigkeit und Gewalt erhöhen ihr Risiko, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Zum Welt-Aids-Tag 2009 appelliert das Kinderhilfswerk Plan, Mädchen in Entwicklungsländern zu stärken und besser vor Gewalt und sexuellen Übergriffen zu schützen.
Selbstbestimmte Sexualität
Rudi Klausnitzer, Vorstandsmitglied von Plan: "Die Stärkung der Stellung junger Frauen ist ein wesentlicher Beitrag im Kampf gegen Aids. Noch immer hindern soziale und kulturelle Normen, aber auch Gewalt Mädchen in vielen Ländern daran, selbst über ihr Sexualleben zu bestimmen und sich vor einer HIV-Ansteckung zu schützen. Oft haben sie nicht die Macht, das Verhalten ihrer Partner zu beeinflussen und die Verwendung von Kondomen einzufordern. Fehlende Bildung und Berufstätigkeit macht sie verletzbarer und begünstigt die Ausbreitung des HI-Virus. Zudem sind es vor allem Mädchen, die aus der Schule genommen werden und sich um die Pflege der aidskranken Eltern und die Versorgung der Geschwister kümmern müssen."
In allen HIV/Aids-Programmen von Plan werden Diskriminierungen gegen Mädchen und Frauen aufgezeigt und entgegengewirkt. Dabei wird ein verantwortlicher Umgang mit der Sexualität bei Jungen und Männern gefördert. So erfahren alle BewohnerInnen der Partnergemeinden, wie sie sich und ihre PartnerInnen vor einer HIV-Infektion schützen können und warum es so wichtig ist, respektvoll miteinander umzugehen. Neben den Schulungen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit werden Workshops zur Gewaltprävention durchgeführt. Rudi Klausnitzer erläutert: "Plan International setzt sich in vielen seiner Hilfsprojekte für die Stärkung und den Schutz der Mädchen ein, was auch für eine wirksame Aids-Bekämpfung von großer Bedeutung ist. Nur wenn sie keiner Gewalt ausgesetzt sind und ihre Sexualität selbst bestimmen, können sie sich, ihre zukünftigen Partner und Kinder wirksam vor HIV/AIDS schützen."
Lesung im Burgtheater
Im Zusammenhang mit dem Plan-Projekt "Memory Books" hat der Schriftsteller und Plan-Unterstützer Henning Mankell das Buch "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" geschrieben. Sabine Haupt und Markus Meyer lesen aus diesem Werk am 1. Dezember 2009 um 20:30 Uhr im Vestibül des Burgtheaters. Karten und Informationen erhalten Sie an den Vorverkaufsstellen des Wiener Burgtheaters. (red)
Weitere Informationen über das Kinderhilfswerk Plan unter
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