Müttersterblichkeit

Geld für Familienplanung kann Millionen Frauen retten

03. Dezember 2009 13:13

Studie in Entwicklungsländern: Todesrate von Frauen könnte um 70 Prozent und die von Neugeborenen um 50 Prozent gesenkt werden - mit der Verdoppelung des bisherigen Budgets

London - Das Leben von Millionen von Müttern und neugeborenen Kindern in Entwicklungsländern könnte nach einer Studie mit mehr Geld für Familienplanung und Pflege gerettet werden. Würden sich die weltweiten Ausgaben für Familienplanung, Geburtshilfe und Neugeborenenpflege in armen Ländern verdoppeln, könnten 70 Prozent der Frauen gerettet werden, die dort derzeit bei Schwangerschaft, Abtreibung oder Geburt sterben.

Zudem ließe sich damit die Todesrate bei Neugeborenen in diesem Ländern halbieren. Dies geht aus einem in London vorgestellten Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und des Guttmacher Instituts hervor. Die gemeinnützige Organisation ist auf Sexualgesundheit spezialisiert.

Sinnvoller Einsatz von Geldmitteln

Derzeit sterben in Entwicklungsländern jährlich rund 3,5 Millionen Neugeborene und mehr als eine halbe Million Frauen durch Schwangerschaft, Abtreibung oder Geburt. Viele der Opfer können dem Bericht zufolge mit einfachen Mitteln gerettet werden. Dafür müssten die weltweiten Aufwendungen für Familienplanung und Geburtshilfe auf 24,6 Milliarden Dollar (16,3 Milliarden Euro) verdoppelt werden.

Mit dem Geld könnten zudem die Zahl ungewollter Schwangerschaften um über zwei Drittel und gefährliche Abtreibungen um drei Viertel verringert werden. "Wir wissen, was zu tun ist, wir wissen, was es kostet, und wir wissen, dass die nötigen Investitionen im Vergleich zu dem großen Nutzen mäßig sind", sagte UNFPA-Chefin Thoraya Ahmed Obaid.

Ferner würde mit Hilfe von Kondomen die Immunschwächekrankheit Aids eingedämmt. Frauen hätten ohne ungewollte Schwangerschaften besseren Zugang zu Bildung und Jobs. Familien hätten mehr Geld zur Verfügung, Armut ginge zurück und die Wirtschaft könne angekurbelt werden.

Zugang zu Kontrazeptiva und Betreuung unzureichend

Derzeit fließen weltweit rund zwölf Milliarden Dollar in Familienplanung und Gesundheitsprogramme zu Schwangerschaft und Geburt in Entwicklungsländern, wobei diese Länder das meiste Geld davon selbst aufbringen. Untersuchungen zeigten, dass immer noch 215 Millionen Frauen, die nicht schwanger werden wollen, keine wirksamen Verhütungsmittel nutzen. Nur die Hälfte der 123 Millionen Frauen, die in diesen Regionen jährlich ein Kind zur Welt bringen, werde sachgerecht betreut und versorgt. (APA/Ag.)

Otto Normalverraucher
04.12.2009 07:32
Nicht nur!

Wäre auch nicht schlecht, um die Kindersterblichkeit einzudämmen, wenn man den Menschen klarmachen könnte, was "Verhütung" ist!

Gernot Schandl
03.12.2009 15:42
Akzeptanz von Kondomen

Selbst wenn Kondome überall gratis hergegeben werden, wird sich ihre Akzeptanz in den Ländern mit den größten Problemen nicht verbessern.
Daten aus westlichen Ländern kann man hier nicht einfach übertragen. Nur den Organisationen und Funktionären, die von den zusätzlichen Mitteln leben, wäre damit geholfen.
Erst, wenn in den betroffenen Ländern ein Problembewusstsein reift, können sie ihre Probleme lösen.

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