
Christian Fiala (50) ist ärztlicher Leiter des Gynmed-Ambulatoriums für Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung in Wien und Salzburg.
Christian Fiala berichtet von Frauen, die zu ihm zum Schwangerschaftsabbruch kommen, weil sie die "Pille danach" nicht rechtzeitig erhalten haben. Er ärgert sich über Österreichs Rückständigkeit und die Unkenntnis der Kirche. Von Karin Moser.
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Standard: Warum ist es so wichtig, die "Pille danach" rezeptfrei abzugeben?
Fiala: Die "Pille danach" ist eine Unfallerstversorgung. Analog zum Verbandskasten im Auto braucht eine Frau nach einem ungeschützten Verkehr oder einer Verhütungspanne eine Notfallverhütung. Und zwar so schnell wie möglich. Die klinischen Studien zeigen eindeutig, dass die "Pille danach" umso wirksamer ist, je früher sie eingenommen wird. Es ist ganz wichtig, sie möglichst innerhalb weniger Stunden nach dem ungeschützten Verkehr einzunehmen. Und da ist die Rezeptpflicht derzeit eine große Hürde, weil die meisten Menschen ihre Sexualität ja nicht zu den Bürozeiten leben. Das passiert meist in der Nacht, am Abend oder am Wochenende. Und da ist es für die meisten Patientinnen ein regelrechter Spießrutenlauf, einen Arzt zu finden, der sich Zeit nimmt und den Notfall erkennt. Oder einen kooperativen Apotheker. Viele scheitern an diesen Hürden und kommen dann zu uns für einen Schwangerschaftsabbruch, den sie eigentlich verhindern hätten wollen.
Standard: Wie dringend ist die Freigabe der "Pille danach"?
Fiala: Es ist eine traurige Realität, dass Österreich in vielen Aspekten der reproduktiven Gesundheit europäisches Schlusslicht ist. Bei uns werden Verhütungsmittel nicht auf Krankenschein bezahlt, der Sexualkundeunterricht ist sehr mangelhaft. Das Ergebnis ist eine sehr hohe Anzahl von ungewollten Schwangerschaften und Abbrüchen. Das ließe sich deutlich reduzieren, wenn die "Pille danach" rezeptfrei gestellt wird.
Standard: Warum bezeichnet die katholische Kirche die "Pille danach" immer noch als Abtreibungspille?
Fiala: Die Kirche ist eine Glaubensgemeinschaft mit einigen schwer verständlichen Überzeugungen zur Gynäkologie und Geburtshilfe. Stichwort jungfräuliche Empfängnis. Insofern verwundert es mich nicht, dass die Kirche auch zur "Pille danach" nicht den Stand der Medizin vertritt. Was hier behauptet wird, zeugt aber nur von der Unkenntnis der zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen. Vom medizinischen Standpunkt her ist die Bezeichnung Abtreibungspille schlicht falsch. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.12.2009)
Elf Studien zeigen, dass ein leichter Zugang zur "Pille danach" nicht zu ungeschütztem Sex verleitet
Das Gesundheitsministerium startete die angekündigte Info-Kampagne zur Notfallverhütung in Apotheken und Praxen
Abgabe des Notfall-Verhütungsmittel habe seit Jänner um 30 Prozent zugenommen
Entscheidung der Regierung empört Verfassungsgericht und Kirche
Die Pille danach ist rezeptfrei - Schon gibt es ein neues Präparat für "noch länger danach" - Der Gynäkologe Christian Egarter und die Medizinsoziologin Sylvia Groth im Gespräch
Bestürzung in Oberösterreich: Freigabe forciere vor allem bei jungen Menschen mechanistisches Bild von Sex
Freigabe für bestimmtes Präparat von Gesundheitsministerium beschlossen - Bescheid gilt für alle Altersgruppen
Umsetzung innerhalb der nächsten drei Monate - Ministerin: "Kein Schwangerschaftsabbruch sondern Notlösung"
Zweite "Pille danach" noch nicht rezeptfrei: Substanz Ulipristal weitet Zeitfenster für "Verhütung danach" auf bis zu fünf Tage aus
Die "Pille danach" verhindert oder verzögert den Eisprung - Falls dieser schon stattgefunden hat, ist die Pille danach wirkungslos
Webseite über hormonelle Empfängnisverhütung gegen ungewolltes Schwanger werden nach dem Sex
..aber mit dieser Pille wird ein Menschenleben verhindert, dass bei der ZEUGUNG entstand!
Es wurde von Experten festgesetzt, ab wann menschliches Leben beginnt!
Aber menschliche Gesetze können die Gebote GOTTES nicht aufheben!
Wir Menschen haben einen freien Willen und werden unser Handeln und Tun vor unseren Schöpfer verantworten müssen!
& Sie sind vermutlich auch so ein Experte...???
Mich ekelt vor Ihrer dogmatischen, intoleranten Besserwisserei! Woher wollen Sie denn wissen, was GOOOTTTEES Wille ist? Jajaaaa, "es steht geschrieben", naturgemäß sozusagen, es steht gar viel geschrieben, überall...!!!
Muß ich nicht verstehen...
...und es steht Ihnen frei an GOTT zu glauben oder nicht!
Sie schreiben es steht geschrieben! Die Bibel ist das älteste Buch und den sogenannten roten Faden der WAHRHEIT, kann man Jahrhunderte nachvollziehen.
ist in der Tat ein prima Buch - mit viel Mord, Lüge, LiebeDramaWahnsinn... Aber als meinen persönlichen "sogenannten roten Faden der WAHRHEIT", wie Sie sagen, möchte ich das Machwerk nicht heranziehen.
Ihnen steht das natürlich frei, so Sie das möchten.
Ich für meinen Teil bin *GottseiDank* in einem christl geprägten Abendland aufgewachsen, dh aber noch lange nicht, daß ich meine Ratio ausschalten muß, nur, um ein ethisch-moralisch möglichst korrektes Leben zu führen.
Genug offtopic!
Die "Pille danach" ist eine Möglichkeit, viel Negatives - nämlich für alle (potenziell) Beteiligten - zu verhindern. Ich kenne genug ungewollte, ungeliebte "Kinder" - bin zu der Überzeugung gekommen, daß das kein schönes Lebensgefühl ist.
Dafür danke! :o)
Im Alten Testament geht es heftig zu.
Da gibt es Zusammenhänge um den Sündenfall im Paradies und es geht um die gefallene Menscheit, die sich von GOTT abgewendet hat.
Im Neuen Testament geht es um die Errettung der gefallenen Menschheit!
Die PILLE danach fördert das Verlernen von Selbstverantwortung!
Ungewollte, ungeliebte Kinder, können viel Liebe, ein schönes Lebensgefühl und gute Perspektiven bei Adoptiveltern oder Pflegeeltern finden!
Wunderbar, ein nicht gewolltes Kind wird zur Adoption freigegeben oder zu Pflegeeltern abgeschoben. Bitte wie wird ein Ehepaar angesehen, dass sich einfach aus emotionalen Gründen, vielleicht auch finanziellen Gründen, das Erziehen eines weiteren Kind nicht mehr zutraut. Was haben denn Aktion Leben u.dgl. Organisationen bisher getan, um ein solches Verhalten zu ermöglichen, ohne dann gleich aus der Gegend wegziehen, oder dieVerachtung der Nachbarn, bzw. der Gemeinde in Kauf nehmen zu müssen. In der Regel wird bestenfalls bei einer Frau im Teenager Alter akzeptiert, wenn sie ihr ungewolltes Kind zur Adoption freigibt.
..als ein Menschenleben in seiner Weiterentwicklung auszulöschen.
Viele "solche" ungeliebte Kinder haben ihre Lebenschancen wahrnehmen können. Sie haben heute Wohlstand, Familie usw..
Diese Menschen werden froh sein, dass man sie NICHT abgetrieben hat.
Ich habe die Problematik einer Adoptionsfreigabe für Ehepaare aufgezeigt, insbesondere solchen, die sich aus emotionalen Gründen eine Erziehung eines weiteren Kindes nicht zumuten, und es sind sicher nicht die schlechtesten Eltern, die sich Gedanken üer ihre Fähigkeiten machen. Dabei habe ich eine einfache Frage gestellt, nämlich was all die Abtreibungs- und Pille danach-Gegner bisher geleistet haben um die Einstellung der Menschen zu einer Adoptionsfreigabe durch Ehepaare zu beeinflussen. Oder wollen Sie bezweifeln, dass eine solche Vorgangsweise, insbesondere in einem kleineren Ort, massive soziale Nachteile nach einer Adoptionsfreigabe die Folge für ein solches Ehepaar wären?
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