Wien - "Häuser, in denen Männer gestorben sind, haben eine super Energie." Das ist einer der rabiat-feministischen Weisheitsprüche der Rabtaldirndln, auf den selbst einschlägige Rock- und Popbösewichte noch neidisch werden könnten. Daheim, im (imaginären) steirischen Rabtal, ist das Leben eben nicht zimperlich. Die Rabtaldirndln (Rosi Degen, Bea Dermond, Barbara Carli, Gudrun Maier und Gerda Strobl) betreiben dort neben einer Schänke auch eine kleine Landwirtschaft. Der gehirnschwache Nachbar lenkt den Traktor.
Hochstände und tote Tiere markieren die Grundstücksgrenzen, ein Jagdhund wacht, und für die Hausschlachtung holt man sich den Hubert. Allerdings: Den Hasen murkst man doch gern selber ab. Und sollte es in der Wirtsstube einmal an Gästen mangeln, dann knöpft die Renate vorm offenen Fenster einfach ihre Dirndlbluse auf. Mehr über die Lebensform der steirischen Rabtaldirndln erfährt man in deren neuer Produktion Aufplatzen.
Mit dieser haben sich die steirischen Performerinnen, die sich als Rabtaldirndln gleichsam zum Hauptthema ihrer Kunst erklärt haben, für das internationale Theaterfestival Freischwimmer qualifiziert und gastieren im Rahmen dessen am Samstag im Wiener Brut. Nächste Station: Düsseldorf. Damit betritt eine im Umkreis des Grazer Theater im Bahnhof groß gewordene Gruppe die überregionale Bühne. Die Performerinnen bedienen sich scheinbar altmodischer Kommunikationsformen, laden diese aber neu auf.
Aufplatzen ist ein interaktiver Diavortrag (als käme er vom örtlichen Fotoclub), der sich in Form eines autoritären Frontalunterrichts an sein Publikum richtet. Dieses, in ländlicher Schanigarten-Meublage sitzend, wird mit Ge- und Verboten streng geführt. Die Dias zeigen Ansichten des schönen Rabtals und der hinter den Idyllen erahnbaren Katastrophen. Eine der Performance-Landwirtinnen posiert für den Jungbauernkalender etwa als Waldleiche.
Die Rabtaldirndln transportieren ihre landeskundlichen Mitteilungen in rituellen Gesängen, von fluchartigem Gemurmel begleiteten Prozessionen (sie ziehen ein totes Tier durch den Saal) und autoritärem Deklamieren. Zugleich aber wird der in rigiden Pausen oder allein in den cowgirlhaften Kostümen manifestierte Gestus der Härte ironisiert. Die Autorität wird ausgestellt - und damit als Haltung selbst zum Thema. Das vermittelt sich auch durch die Sprache, die das steirische Idiom in Hochsprache überführt. Aufplatzen ist ein rustikaler Abend, in dem formal viel Neues steckt. Und die Rabtaldirndln - eine Zukunftshoffnung. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD/Printausgabe 5.12./6.12.2009)
Seit 2008 erscheint das etwas andere Magazin für Frauen, das sich nun einen neuen Look verpasst hat - Es bleibt aber poppig, feministisch und glamourös
Franz Welser-Möst, seit 1.9. Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, über seine Eröffnungspremieren, die Frauenquote und über Operngötter
Sie ist jung, zierlich und Kriegsfotografin: Véronique de Viguerie, Shootingstar in einem harten Metier, über ihren Blick als Frau auf die Fronten, zwischen die sie oft gerät
Die Autorin erhält als vierte Frau den renommierten Nationalpreis für Literatur - Preisvergabe bei Intellektuellen umstritten
Die Popularität von Frida Kahlo ist ungebrochen - Doch was ist das Faszinierende an ihr? Sibylle Hamann sucht Antworten
Die umfassende Retropspektive der mexikanischen Künstlerin ist ab 1. September im Kunstforum Wien zu sehen
Der Radiosender Nisaa FM bietet das erste palästinensische Radio für Frauen und erweitert die weibliche Präsenz
Das "Nein" ist bis heute nicht Teil der Geschichtsschreibung der Frauenbewegung - Die Veranstaltung "No is Beautiful" geht dem nach
Die "Brokeback Mountain"-Verfasserin Annie Proulx wird 75 - Sie erhielt als erste Frau den begehrten PEN/Faulkner-Preis
Von der inneren Befreiung bis zur herben Enttäuschung: Zwölf Frauen beschreiben ihr "erstes Mal" mit einer Frau
Elfriede Hammerl wird bei der diesjährigen Eröffnung die Festrede halten - Die Veranstaltungsreihe dauert von 12. September bis 5. Oktober
Sommerkino widmet sich der Frau im Nationalsozialismus - Auch der Propagandafilm "Heimkehr" mit Paula Wessely steht auf dem Programm
Manuelle Gautrand hat nur Ornament im Sinn - Wenn die Wirklichkeit nicht ausreicht, zieht sie sich zurück in die Welt der Bits und Bytes
Fotografien, Videos, Tafelbilder und andere Bildobjekte haben die Künstlerin weltweit bekannt gemacht
Tragischer Tod: Der Leichnam der Schriftstellerin trieb bei Wien in der Donau - Schrieb Bestseller "Wie kommt das Salz ins Meer?"
Zum Hören: O-Töne der fragilen Dichterin Nelly Sachs - Auskünfte über sie von Aris Fioretos, Hans Magnus Enzensbergers und Katharina Schubert
Sommerausstellung von Ulrike Lienbacher: Im Sport drücken sich der Konkurrenzkampf und Leistungsdruck besonders deutlich aus
Aktivistinnen veranstalteten in der Wiener Secession eine Intervention und sprachen mit dieStandard.at über die Notwendigkeit, anwesend zu sein
Alain Platel und Frank Van Laecke mit "Gardenia" - Ladys, deren queere Divenhaftigkeit ihre Vorbilder wie Liza Minelli verblassen lassen
Von der dämonischen Verführerin und ihrer Dekonstruktion: Das Forum Frohner zeigt ausgewählte Arbeiten zum Thema "Les femmes fatales"
Deutscher Maler widmete sich in allen Schaffenphasen dem Studium der Frau, die er nie zu verstehen glaubte
Im Februar wurde in Graz der "Grrrls Kulturverein" gegründet - "Mädchenaufruhr" soll der männlichen Hegemonie entgegenwirken
Beim diesjährigen Jazzfest gibt es eine unüblich hohe Musikerinnen-Quote
Als Dramatikerin hervorgetreten, danach erfolgreiche Prosa-Autorin - Wichtige Stimme der Zivilgesellschaft
Künstlerin zeigt mit "Stadtbilder" digital bearbeitete Frauenbilder im "Transparenten Raum"
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.