Spanischer EU-Vorsitz

Gewalt an Frauen "größter Feind"

09. Dezember 2009, 13:55

Europaminister Garrido fordert Anti-Diskriminierungs-Richtlinie zur Gleichstellung von Frau und Mann

Brüssel - Der spanische Europaminister Diego Lopez Garrido hat neben einem Energie-Aktionsplan 2010-2012 und dem Kampf gegen die Wirtschaftskrise auch die Bekämpfung von Gewalt an Frauen als Priorität der EU-Ratspräsidentschaft seines Landes im ersten Halbjahr 2010 hervorgehoben. 

Garrido forderte am Dienstag eine Anti-Diskriminierungs-Richtlinie zur Gleichstellung von Frau und Mann und unterstrich die Anstrengungen seines Landes gegen Gewalt an Frauen. Dies sei "der größte Feind". Zu den konkreten Projekten zählen die Schaffung eines einheitlichen EU-Rechtsrahmens zur Verfolgung der Täter sowie einer europaweit einheitlichen Telefonnummer, unter der Opfer rund um die Uhr in ihrer jeweiligen Landessprache betreut werden.

Scharfe Maßnahmen

Voriges Jahr kamen in Spanien 75 Frauen durch ihre Partner ums Leben. Zur Bekämpfung des Problems setzt die sozialistische Regierung auch auf eine Verschärfung der Strafen. So können RichterInnen anordnen, dass Täter elektronische Armbänder oder elektronische Fußfesseln tragen müssen. Die Geräte schlagen Alarm, wenn sich ein Täter seinem Opfer auf 500 Meter nähert. Es werden sowohl das potenzielle Opfer als auch die Polizei verständigt. (APA)

 

weitersagen:
drucken
Thomas Felder
09.12.2009 16:25
Garrido forderte am Dienstag eine Anti-Diskriminierungs-Richtlinie zur Gleichstellung von Frau und Mann

sofort dafür

ernst-rosmer 
09.12.2009 20:41

sind sie sicher, dass alle unter gleichheit bzw. gleichstellung das gleiche verstehen? man kann auch im namen angeblicher gleichheit sehr ungleich behandelt werden - weiß dann aber immerhin, dass man aus gerechten gründen ungerecht behandelt wird. erinnert irgendwie an george orwell...

25:25:50 2:1
09.12.2009 22:59
Gerade beim Thema Gewalt in der Familie haben wir das.


Ein paar Verrückte werden zum Maßstab für Alle. Damit sich das so richtig auszahlt, rechnet man gleich mal jede Rempelei dazu und macht 20% bis 30% Männer, die ihre Frauen verprügeln daraus.

Aber prügelnde Frauen sollen aber nicht gleichgestellt werden, weil sie nur halb so viel Schaden anrichten. Also bei den Partnern meine ich. Bei alten und Kindern sieht es eh anders aus.

kopfsalat
10.12.2009 10:33
ungleiche strafen fuer gleiche vergehen

in spanien bekommen gewalttaetige maenner per gesetz hoehere strafen als frauen die das exakt selbe delikt begangem haben.

zugegeben ist familiare gewalt und steinzeit macho-tum in spanien ein wesentlich groesseres problem als in anderen laendern.
die zahlen allerdings verwundern:
75 frauen wurden 2008 in spanien (45 millionen einwohner) vom (ex)partner umgebracht - allein in barcelona (1,6 - 3,5 millionen, je nach rechnung) gab es insgesamt 180 morde - der grossteil der toetungsdelikte findet angeblich im familiaeren umfeld statt.

angesichts der jahrelangen kampagnen und der inkongruenz der zahlen halte ich, obwohl es natuerlich jeden mord zu verhindern gilt, das ganze fuer populistisch aufgeblasen.

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.