Einkommensschere

Ältere Frauen stärker benachteiligt

13. Dezember 2009 11:07

Expertin: Kinder führen zu Nachteilen bei Karriere - Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefordert - mit Grafik

Wien - Die Benachteiligung von Frauen bei der Bezahlung steigt mit dem Alter: Während die Einkommensschere bei 15- bis 19-Jährigen noch bei rund 17,6 Prozent liegt, verdienen Frauen über 60 Jahre rund 34,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, geht aus Daten der Statistik Austria hervor. Dies liege einerseits daran, dass ältere Frauen oft nicht so gut ausgebildet seien wie Männer, erklärte Sybille Pirklbauer, Expertin der Arbeiterkammer (AK). Vor allem Kinder würden aber zu Nachteilen in der Karriere der Frauen führen.

Mit rund 15,6 Prozent ist die Differenz zwischen den (arbeitszeitbereinigten) Bruttostundenlöhnen bei den 20- bis 29-Jährigen am geringsten. Danach wird die Einkommensschere stetig größer: Frauen im Alter von 30 bis 39 verdienen durchschnittlich um rund 21,3 Prozent weniger als Männer, bei den 40- bis 49-Jährigen sind es bereits rund 25,8 Prozent. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen bekommen Frauen um rund 27,2 Prozent weniger bezahlt. Am größten ist die Benachteiligung mit rund 34,7 Prozent bei Frauen über 60.

Mit ein Grund dafür ist laut Pirklbauer, dass ältere Männer oft immer noch besser ausgebildet sind als Frauen. Außerdem würden sich Kinder negativ auf die Karriere auswirken: "In dem Alter, wo die meisten Frauen Kinder bekommen, beginnt die Einkommensschere aufzugehen." Gleichzeitig handle es sich dabei "um das Alter, mit dem man üblicherweise Karriere macht", so die Expertin.

Um die dadurch entstehenden finanziellen Nachteile zu vermeiden, gäbe es eine "Reihe von Ansatzpunkten", glaubt Pirklbauer. So sollten etwa Karenzzeiten wie Arbeitszeiten bei den innerbetrieblichen Vorrückungen - etwa Biennalsprüngen - angerechnet werden.

Außerdem gelte es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken - und zwar nicht durch mehr finanzielle Leistungen, wie die Expertin meint: "In Österreich wird sehr viel über Geldtransfers geregelt, wir sind aber schlecht bei den Sachtransfers, etwa bei Kinderbetreuungsplätzen." Diese müssten nämlich ganztägig, auch in den Ferien und für alle Altersgruppen ausreichend vorhanden sein, um Frauen eine Karriere zu ermöglichen. "Derzeit gibt es beispielsweise immer noch eklatante Mängel bei der Kleinkindbetreuung - die wenigen Krippenplätze, die es gibt, kosten oft bis zu 400 Euro im Monat." Die Arbeiterkammer fordere deshalb auch eine "leistbare" Kinderbetreuung.

Der "zweite große Brocken" im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei die "partnerschaftliche Teilung", erklärte die Expertin. Das einkommensabhängige Kindergeld, das auch eine flexiblere Zuverdienstgrenze bringt, sei "sicher wieder ein Fortschritt". Um die Väterbeteiligung zu erhöhen, sei aber auch die Umsetzung des im Regierungsprogramm angekündigten "Papa-Monats" als eine Art "Einstiegsdroge" wünschenswert, so Pirklbauer. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 28
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regdop
14.12.2009 20:10
hallo

ja - danke für diesen wichtigen Beitrag :)
spricht mir aus der Seele - wichtig wäre noch:
Frauenpolitik statt Familienpolitik
und bitte ganz besonders jetzt für uns wichtig:
auch wenn es wenig interessante Jobs gibt - wir wollen auch - besonders wenn wir keine versorgungspflichtigen Kinder mehr haben - e n d l i c h einen halbwegs interessanten Job. Wir sind meist qualifizierte und sind meist geeigneter für Führungspositionen. Fachwissen ist sicherlich Voraussetzung - aber (echte!) soziale Kompetenz noch viel wichtiger. Das beweisen Mütter täglich.
Viel mehr professionelle und leistbare Unterstützung für unsere Kinder und Enkelkinder!

fischkopp
14.12.2009 14:52

Frauen über 60 im Erwerbsleben ? Wieviele sind denn das ? 10 ? 20 ? Oder doch weniger ?

Gefräßige Gebärmutter
28.12.2009 09:37
2008 waren es 55.400, sagt die Statistik Austria.

Angelika70
14.12.2009 14:43

Wer nur Teilzeit arbeitet oder jahrelang keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, kann danach nicht mit einer Vollarbeitszeit-Pension rechnen. So einfach.

Die Philosophie des Bieres
14.12.2009 16:35
miranda7 ... so einfach ... gehackelt ...

... mehr an Pension bekommen als sie vorher verdient haben.

AlBundyFan
 
14.12.2009 10:58
obwohl ich die zahlen stark anzweifle (wieder mal)

sogar diese statistik sagt eigentlich aus, daß die gleichberechtigung immer stärker wird, da die personen, die aus zeiten stammen, in denen gleichberechtigung nichtmal diskutiert wurde (geboren in 40er,50er,60ern)viel mehr benachteiligt werden.

anstatt aber den erfolg zu feiern wird weiterhin nur kritisiert und eine imaginäre "ungleichbezahlung bei gleicher arbeit" herausposaunt.

am ko
14.12.2009 09:53
finanzielle unabhängigkeit erlangt frau nur, wenn sie auf kinder verzichtet

und möglichst lange vollzeit arbeitet - wie jeder mann auch. kinder bedeuten für mütter finanziellen verlust in jedem lebensalter und damit weiterhin abhängigkeit - vom vater der kinder und/oder von vater staat. väter haben unter dieser last nicht zu leiden. punkt.
solange männer nicht einmal mit dem "papamonat" (wie lächerlich!) hinter den öfen hervorzulocken sind, ist jede diskussion bedeutungslos. und die schimpferei auf die frauen, die sich zurecht über das ungleichgewicht des finanziellen verlusts beklagen, unfair.

bösartiger gutmensch
14.12.2009 20:33
"solange männer nicht einmal mit dem "papamonat" (wie lächerlich!) hinter den öfen hervorzulocken sind, ist jede diskussion bedeutungslos. "

net soviel auf männer schimpfen! geschichtlicher abriss des papamonats:

01/08 wollte ihn buchinger:
http://www.ots.at/presseaus... 26_OTS0054

04/08 hatte marek verfassungsrechtliche bedenken - sie wollte vätern nur ihren ohnehin rechtmäßigen urlaub zugestehen:
http://diepresse.com/home/poli... 4/index.do

11/08 der durchbruch: marek im ö1-journal: "Papa-Monat ist fix":
http://oe1.orf.at/inforadio... l?filter=0

sogar ins regierungsprogramm wurde die sogenannte väterbeteiligung dann aufgenommen!

09/09 - ein jahr später (!!): Gabriele Heinisch-Hosek: „Jetzt will ich 'Papa-Monat' “
http://www.bundeskanzleramt.at/site/cob_... fault.aspx

God´s away on business
14.12.2009 14:05
Das Grundproblem

Frauen suchen in der Regel Männer, die mehr verdienen (bescheidene Männer, die auch um das Kind kümmern würden, werden oft als Waschlappen abgestempelt). Auch dann könnte die Frau alles vorher ausdiskutieren, bevor sie mit dem Partner ein Kind bekommt (und wenn es nicht passt, nein sagen). Das wäre wahre Selbständigkeit.

Aber nein. Viele Frauen wollen lieber ein Kind mit dem finanzstarken Mann bekommen, und nacher jammern.


Ndugu
06.01.2010 14:29
Wie geht das denn?

Ich habe da anscheinend ganz was Wichtiges versäumt (habe mir meinen Mann nach Gefühl ausgesucht, leider nicht so aufs Geld geschaut). Anscheinend ist auch meine Strategie, meine Töchter zu mittels einer möglichst guten Ausbildung, die ihren Interessen entspricht, zu einem erfüllten Berufsleben hinzuführen (und das nach Möglichkeit auch vorzuleben), völlig veraltet. Wäre also interessiert, hier Nachhilfe zu bekommen: Bitte geben Sie mir Tips, mit welchen Strategien frau sich einen gut verdienenden Mann angelt!

Gefräßige Gebärmutter
14.12.2009 15:34

1. Männer, die weniger verdienen als ihre Frauen, sind deswegen noch lange nicht bereit, in Karenz zu gehen. (Allein schon, um nicht als "Waschlappen" zu gelten)

2. Vorher ausmachen klingt gut. Nur sind Männer wesentlich besser darin, Versprechungen zu machen, als diese auch einzuhalten.

Fazit: Frauen, die sich an deine "Ratschläge" halten, müssen im Endeffekt nicht nur die gesamte Kinderbetreuungsarbeit alleine leisten, sondern auch noch die Familie allein erhalten.

Simskoarl
 
14.12.2009 10:41
Jaja, schiebt den Männern wieder den schwarzen Peter zu

Die Entscheidung für die Karenz treffen im Idealfall 2 Menschen, Vater und Mutter. Dass die Entscheidung meist zu 100% auf die Mutter fällt, hat weniger damit zu tun, dass die Väter nicht wollen, sondern dass es in den meisten Fällen einfach finanziell anders nicht leistbar wäre.

am ko
14.12.2009 12:32
es geht nicht um schwarze peter,

es geht um das erkennen der sachlage.
diese hat sich seit den zeiten meiner großmutter (geb. 1901) und mutter (geb. 1929) und mir (geb. ende der 60er) nicht geändert.
es ist ein ganzes jahrhundert ins land gezogen, ohne dass die frauen sich aus den finanziellen abhängigkeiten wirklich hätten befreien können.
natürlich treffen heutzutage die entscheidung darüber, wer in karenz geht, im idealfall 2 personen. es wird endlich zeit, dass frauen - auch und gerade in den typischen frauenbranchen - besser bezahlt werden.
untersuchungen zeigen, dass die bereitschaft der männer in karenz zu gehen sprunghaft ansteigt, wenn frau/mann gleich viel verdienen.
bis dahin siehe posting oben.

neues feindbild
16.12.2009 11:50
Gehts noch ein wenig theatralischer?


Wie wärs, wenn sich Frauen ENDLICH für Brotberufe entscheiden? Wie wärs also wenn Frauen dem Gehalt endlich mehr Bedeutung bei der Jobsuche geben würden?

Sind Sie auch bereit mehr für einen Friseurbesuch hinzublättern oder bleibts beim Lippenbekenntnis "mehr Geld für typische Frauenberufe"?

Haben Sie schon mal daran gedacht, dass es in der Eigenverantwortung der Menschen liegt, ihre persönliche Rollenverteilung zu ändern?

Natürlich gibt es sinnvolle Forderungen, die allen Eltern entgegenkommen (z.B. Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung, Gratiskindergärten, usw.). Wer jedoch ständig nur herumsudert, weil der Partner nicht bereit ist die Hausarbeit zu teilen oder weil der Chef zu wenig zahlt, ist im Endeffekt selbst schuld.

Pascale Pascale
18.01.2010 15:27

Aber dass Frauen, selbst wenn sie sich einen sogenannten "Männerberuf" aussucht trotzdem schlechter bezahlt wird, als ihr Arbeitskollege, der genau das selbe macht wird wieder unter den Tisch gekehrt...

neues feindbild
22.01.2010 01:29
Welche Firma? Welcher Beruf?


Einzelbeispiele wirds wohl geben - den Wahrheitsgehalt Ihrer Aussage zweifle ich jedoch maßiv an.

Martin Schwarzbauer
 
14.12.2009 00:51

"So sollten etwa Karenzzeiten wie Arbeitszeiten bei den innerbetrieblichen Vorrückungen - etwa Biennalsprüngen - angerechnet werden."
Biennalsprünge o.ä. sind ohnehin nicht mehr zeitgemäß. Die führen nur zu Alters-Arbeitslosigkeit, weil die Leute zu teuer werden.
Aber die Idee, Karenzzeiten als innerbetriebliche Arbeitszeiten anzurechnen ist... unpackbar. Im Extremfall könnte jemand z.B. vier mal 2 Jahre in Karenz gehen, kommt zurück und hat 8 Jahre "Erfahrung" - was soll das?

Unter besserer Vereinbarkeit stelle ich mir Betriebskindergärten mit garantierten Elternpausen, Senkung der Regel- und vor allem Höchst-Wochenstunden, sowie Umstellung der Lohnsteuer auf Haushaltseinkommen pro Kopf vor. (Nicht: 1 Jahr alte Kinder in Krippen geben)

Martin Schwarzbauer
 
14.12.2009 00:40

Es ist doch immer das selbe: Man schaut sich den Ist-Zustand an, stellt ein paar Zahlen auf und behauptet Benachteiligung, die es zu beseitigen gilt - auch wenn die vorgelegten Zahlen keinen Hinweis auf Benachteiligung abgeben (nur auf Unterschiede).

Eine geschlechtsspezifische Benachteiligung wäre es nämlich nur dann, wenn Frauen bei gleichem Lebenslauf weniger als Männer verdienen würden. Das Mütter, die Berufs-Auszeiten nehmen, nicht mit Männern ohne Auszeiten verglichen werden können, sollte einleuchten. Vergleichen könnte man mit Vätern mit Auszeiten (das wäre auch einmal echt interessant).

Thomas Bayer
13.12.2009 17:02
Lügengeflecht

Benachteiligt werden Personen, die bei gleicher Tätigkeit weniger Geld erhalten. Eine seriöse Studie muss neben Arbeitszeiten auch die Branche berücksichtigen, also nur Männer und Frauen vergleichen, die in einem Betrieb dieselbe Tätigkeit ausführen (oder in vergleichbaren Positionen arbeiten)
Alles andere ist Schwachsinn!
P.S.: Im Staatsdienst verdienen jüngere Personen deutlich weniger als ältere (werden also benachteiligt). Wo bleibt der Aufschrei?

Pascale Pascale
18.01.2010 15:30

Dazu gibt es bereits Studien, die genau das belegen; nämlich, dass Frauen bei gleichen Voraussetzungen und gleicher Erfahrung in der gleichen Position weniger verdienen.

Saurer Zivi
13.12.2009 11:33
ja sicher sind männer besser ausgebildet. sie müssen ja die "allgemeine" Wehrpflicht für das vaterland leisten.

dies führt zur ausbildung an der waffe oder zum sozialdienst/rettungssanitäter.

die ak sollte doch endlich um eine gleichstellung hinsichtlich der ableistung der "allgemeinen" wehrpflicht eintreten.

das wort "allgemein" spottet ja jeder bisherigen anwendung des begriffes aufgrund geschlechtsbezogener diskriminierung zuungusten junger ö Männer.

dass junge ö Männer am Arbeitsmarkt in Ö selber gegen Bürgerinnen und Bürger aus anderen nicht-wehrpflichtigen Staaten diskriminiert werden, fällt der lieben AK nicht auf. sehr sonderbar.

werde meine bekannten raten, entweder aus der ak auszutreten, oder druck zu machen, dass dieser verfassungsrechtliche misstand behoben wird.


leitfaden
13.12.2009 11:19
nix neues - dasselbe sagt die AK - egal welche/r expert/in gefragt wird - schon seit jahren.

und immer dieselben lösungsansätze - aber bewegt sich was? nein.

liebe AK: wie wäre es, wenn ihr euren politischen arm, die gewerkschaften nämlich, mal in den h****** tretet und die lohnpolitik kritisch hinterfragt (die gmtn hat euch das ja schon vorgelebt)?

Little Willy
13.12.2009 14:01
na klar sagen sie immer dasselbe


Es sind die vorgeschlagenen Lösungen die nicht passen. Immerhin sind es die großteils - beruflich - besser ausgebildeten männer die die Zeche zahlen müssen.

Den selben Erwerbsdruck auf Frauen auszuüben ist aber nicht erlaubt. so regelt der Markt die Politik, nicht umgekehrt.

leitfaden
13.12.2009 14:40

zustimmung von ihnen ist wie ein kropf - überflüssig.

Little Willy
13.12.2009 15:21
Das ist eben auf manche Planeten so

Hoffe ich konnte Ihnen auf der Reise zur Erde weiterhelfen.

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