Ein Gesicht der Toleranz für die Texas-Metropole

14. Dezember 2009, 10:33

Annise Parker ist die erste lesbische Chefin einer US-Großstadt

Annise Parker jubelte, wie WahlsiegerInnen eben so jubeln, als sie im goldfarbenen Kostüm ans Rednerpult trat. "Heute haben die Wähler von Houston das Tor zur Geschichte aufgestoßen." In ihrem Fall haben die großen Worte eine gewisse Berechtigung. Annise Danette Parker (53) geht in die Annalen der viertgrößten Metropole der USA als die erste lesbische Bürgermeisterin ein. Zwar gibt es bereits amerikanische Städte mit homosexuellen Rathauschefs, Portland in Oregon oder Cambridge in Massachusetts, aber keine so große wie Houston. In Texas, einem sozial konservativen Bundesstaat mit starken religiösen Gruppen, ist es ein Wendepunkt.

Parker hat nie verborgen, dass sie lesbisch ist. Sie hat sich frühzeitig engagiert in Initiativen, die für gleiche Rechte eintreten, egal, zu welcher sexuellen Orientierung sich ein Mensch bekennt. Konservative Geistliche liefen Sturm gegen sie. Dass sie dennoch gewann, mit 53 Prozent der Stimmen relativ klar, lag daran, dass die WählerInnen sie wegen ihrer Kompetenz schätzen.

Auch Houston spürt die Folgen der Rezession, die Steuereinnahmen schrumpfen, das nächste Stadtoberhaupt muss Ausgaben streichen. Gefragt ist ein Sparkommissar, der den Rotstift so anzusetzen weiß, dass das Funktionieren der Stadt, von der Müllabfuhr bis zur Polizeipatrouille, nicht gefährdet ist. In den Debatten mit ihrem Rivalen Gene Locke, einem Afroamerikaner, der mit der Bürgerrechtsbewegung in die Politik kam, versprach Parker im Grunde nur, dass sie nichts versprechen könne. Es klang glaubwürdig, zumal sich die Demokratin als effiziente Verwalterin schon einen Namen machte.

Geboren in Houston, hat Parker an der örtlichen Rice University Kunstgeschichte studiert, bevor sie bei Unternehmen der Öl- und Gasbranche anheuerte. Fast 20 Jahre betreute sie die Software bei Mosbacher Energy, einer Firma Robert Mosbachers, des Handelsministers im Kabinett George Bush sen. Um Brandstiftern das Handwerk zu legen, gründete sie eine lokale Initiative, die East Montrose Civic Association. In einem historischen Viertel ihrer vielerorts gesichtslosen, von Stadtautobahnen durchschnittenen Metropole ließ sie verfallene Häuser restaurieren. Eine Bürgermeisterin mit Bürgersinn, lobt das Lokalblatt Houston Chronicle, sie werde der Welt das beste Gesicht der Stadt zeigen, "ein Gesicht der Toleranz, der Vielfalt und des Sich-Einsetzens für alle".

Seit 1990 lebt Parker zusammen mit ihrer Partnerin Kathy Hubbard. Die beiden haben zwei adoptierte Kinder. (Frank Herrmann,  DER STANDARD, Print, 14.12.2009)

Timagoras
 
03
14.12.2009, 12:02
na also, geht doch.


ob in Hamburg, Paris, Berlin, Houston oder im bayerischen Obermais (und im schwäbischen im Weingarten und und und).

nur in Österreich nicht.
und wenn, dann würde wohl eine verordnung erlassen, dass der bürgermeister sein büro vom rathaus in den wirtschaftshof verlegen muss .....

Alexandra Sturm1
02
14.12.2009, 17:24
die sind halt fortschrittlicher als das konservative Österreich

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