
"Wohnen ist ein Menschenrecht", so Elvira Loibl, Leiterin und Mitbegründerin des FrauenWohnZentrums in Wien.
Kurz vor Weihnachten 2005 wurde das FrauenWohnZentrum in der Springergasse im zweiten Wiener Gemeindebezirk auf Initiative einer Gruppe von Sozialarbeiterinnen eröffnet. Insgesamt 32 Wohnplätze stehen in dem vierstöckigen Haus Frauen zur Verfügung, die entweder schon wohnungslos sind oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Das Haus ist in drei Bereiche unterteilt, es gibt einen Wohnbereich, ein Tageszentrum und einen Notquartiersbereich. Unterkunft finden in der Springergasse in erster Linie jene Frauen, die von anderen Einrichtungen nicht aufgenommen werden können: Frauen mit psychischen Problemen und/oder Suchterkrankungen, aber auch Frauen, die ihr Haustier dabei haben. "Wir wollen möglichst niederschwellig bleiben und wir akzeptieren auch, wenn sich Frauen mit psychischen Problemen nicht behandeln oder beraten lassen wollen. Es ist zwar sehr arbeitsaufwendig, aber wir überlegen uns dann eine Lösung, dass die betreffende Frau bleiben kann, denn wohnen ist ein Menschenrecht", so Elvira Loibl, Leiterin und Mitbegründerin des FrauenWohnZentrums, im Gespräch mit dieStandard.at. Eine Regel ohne Ausnahme gibt ist allerdings: Keine Gewalt. Die wird weder gegen Mitarbeiterinnen noch untereinander akzeptiert.
Unsichtbare Obdachlosigkeit
Laut einem Arbeitspapier der Grundlagenabteilung der Caritas Wien vom Oktober 2008 unterscheidet sich der Umgang mit Wohnungslosigkeit zwischen Frauen und Männer dahingehend, dass Frauen eher in Zweckgemeinschaften bleiben, die sie schädigen, was zur Folge hat, dass Wohnungslosigkeit bei Frauen in der Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar bleibt. "Die Obdachlosigkeit bei Frauen ist versteckter. Man muss nur darauf achten, wie Obdachlosigkeit in den Medien dargestellt wird, das sind immer Männer mit Bart, die sich an öffentlichen Plätzen aufhalten. Frauen können nicht am Westbahnhof rumstehen", sie folgen eher dem, was ihnen zugeschrieben wird und bleiben in den Wohnungen des Partners, 'halten durch', wie die Diplomsozialarbeiterin Loibl die Lage vieler wohnungsloser Frauen beschreibt.
Brechen sie dennoch aus Zweckgemeinschaften aus, kann die Diskriminierung in gemischtgeschlechtlichen Einrichtungen für die Frauen ein Problem werden. "Die Atmosphäre in solchen Einrichtungen ist männlich geprägt. Dazu kommt, dass viele Frauen eine Geschichte mit Gewalterfahrungen hinter sich haben. Daher ist es wichtig, dass diese Frauen aus bestimmten Beziehungsdynamiken raus kommen und nicht wieder beim Wohnen unmittelbar damit konfrontiert sind", erklärt Loibl, "daher ist es besonders wichtig, den Bedarf an Frauenwohnplätzen sichtbar zu machen und frauenspezifische Einrichtungen zu schaffen."
Bedarf
Zahlen über Obdachlosigkeit geben immer nur darüber Auskunft, wie viele sich an soziale Einrichtungen wenden, all jene, die diese nicht nützen, fallen somit aus den Statistiken raus. Auf die Frage, was sich in den letzten Jahren seit Bestehen des FrauenWohnZentrums verändert habe meinte Loibl, dass zwar mehr Frauen die Einrichtung in Anspruch nehmen, man könne daraus aber nicht einfach den Schluss ziehen, dass die Zahl obdachloser Menschen steigt. "Ich bin seit 25 Jahren in diesem Bereich tätig, sicher gibt es inzwischen mehr Obdachlose. Aber wenn eine Einrichtung mehr in Anspruch genommen wird, dann bedeutet das auch, dass sie gut arbeitet und die Leute auch die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Wenn mehr Leute die Einrichtungen nützen, dann brauchen wir aber natürlich auch mehr Platz." (beaha, dieStandard.at, 24.12.2009)
Spenden
FrauenWohnZentrum der Caritas der ED Wien, Springergasse 5, 1020 Wien
Telefon: 01/971 80 07, E-Mail: frauenwohnzentrum@caritas-wien.at
Caritas-Spendenkonto: PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: "FrauenWohnZentrum"
Link
Caritas Wien
Das Frauenwohnzentrum wird von der Caritas und vom Fonds Soziales Wien (FSW) finanziert, das Tageszentrum wird zusätzlich aus Mitteln des Bundesministeriums für Frauen gefördert.
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dass es weniger versteckte obdachlose Männer gibt?
dass es weniger Männer gibt, die in Zweckgemeinschaften bleiben, die sie schädigen?
dass diese Zweckgemeinschaften gerade Frauen schädigen?
dass sie mehr schädigen, als öffentliche Einrichtungen?
Ja, wie viele Häuser für "nur" für Männer gibt es denn?
Warum gibt es, wenn es doppelt so viele wie für Frauen sind, trotzdem wesentlich mehr obdachlose Männer? Vielleicht weil wesentlich mehr Männer ihre Wohnung verlieren. Was mag da wohl die hauptsächliche Ursache dafür sein?
(von denen manche - wenn auch nur ein geringer Teil - dieses Leben sogar als "Freiheit" empfinden).
Denk nur daran, um wieviel schwieriger es für eine Frau ist, in der Öffentlichkeit ihre Notdurft zu verrichten, als dies bei einem Mann, der zB einfach wo gegen einen Baum pinkeln kann, der Fall ist. Auch laufen Frauen, die keine feste Bleibe haben, viel eher Gefahr, Opfer sexueller Übergriffe zu werden als Männer.
Aber wohl nicht nur weibliche Gesichter.
Wer in einer Wohngemeinschaft lebt, ist jedenfalls nicht obdachlos. Wenn man in dieser Gemeinschaft unzufrieden ist, ist das eine andere Sache.
Obdachlos zu sein, ist auch nicht das Gleiche, wie keine eigenen Wohnung zu haben.
Meistens ist eine Wohngemeinschaft zumindest das kleiner Übel dabei.
So richtig "nur für Männer", d.h. Frauen werden dort in jedem Fall abgewiesen?
Ich schätze mal kein einziges, weil es sofort niedergeklagt und geschlossen werden würde.
Sollte ich falsch liegen, bitte ich um Belege.
Eine kurze Google-Suche erzielt folgende Treffer allein für Wien:
http://wohnen.fsw.at/wohnungsl... rnals.html
http://www.wienerseeleinnot.at/angebote/77
http://www.caritas-wien.at/hilfe-ein... nzenzhaus/
http://www.neunerhaus.at/billroths... rassee.htm
http://wohnen.fsw.at/wohnungsl... r/leo.html
Es gibt aber auch "gemischte" Einrichtungen:
http://wohnen.fsw.at/wohnungsl... ligen.html
http://wohnen.fsw.at/wohnungsl... allee.html
und solche nur für Frauen:
http://wohnen.fsw.at/wohnungsl... italg.html
wohnungen mit kräftigem gewinn zu vermieten ist ein menschrecht, dass hausherren und immobilienspekulanten endlich erst kürzlich gesetzlich durchgesetzt haben.
was sie da meinen, kann man nicht nachvollziehen. die leute sollen eben ausreichend arbeiten, dass sie sich die neuen hohen mieten leisten können.
momentan sind wir am stand des 19jhdt. dass wieder familien mit zwei drei kindern in einer einzimmerwohnung unter 50m² wohnen dürfen, wenn die eltern nur einfachen jobs nachgehen.
jetzt kommen die gleichen, die diese gesetze dazu ermöglicht haben und schreien über ein recht auf wohnen.
ich fürchte, die meinen nun, dass die hohen mieten dazu eben aus dem steuertopf bezahlt werden sollen. eine chuzpe ist aber keine sozialleistung!
extrem Mieterfreundlich.
Gerade darum werden sie kaum private finden, die Ihre Privatwohnung vermieten wenn sie es nicht brauchen.
EInen Mieter der nicht zahlt braucht bis zu 2 Jahre. Und die Schäden können sie sihc selbst zahlen.
Oder Mieter zahlt nichts, aber das der Vermieter die Zahlungen einstellt für Mülltransport, Wasser etc. - wird dann gerichtlich verboten - weil ja der arme Mieter ...
... dann ist das sicherlich vor allem ein problem für mieter. schauen sie, ich bin der meinung, wenn dem vermieterIn die schmarotzermieten nicht reichen, muss er/sie eben arbeiten gehen.
je weniger mieter, desto leichter kann man es teurer verkaufen.
.. ansonst bleibt es beim rat: arbeiten gehen! wenns sein muss zettel austragen! laut so mancher der schmarotzenden haussherrInnen, kann man das auch als nebenberuf am abend tun um sich ihre mieten leisten zu können.
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