Reaktion

Rezeptfreiheit für Aktion Leben "billige Antwort"

23. Dezember 2009, 18:00

Bestürzung in Oberösterreich: Freigabe forciere vor allem bei jungen Menschen mechanistisches Bild von Sex

Die Aktion Leben Oberösterreich hält die Freigabe der "Pille danach" für einen Fehler. "Wir betrachten die Rezeptfreiheit der 'Pille danach' als billige Antwort auf die Versäumnisse der schulischen Sexualerziehung und Aufklärungsarbeit", erläutert Geschäftsführerin Ingrid Koller in einer Aussendung. Sie spricht sich für "tiefer gehende Lösungen" aus.

Wie diese aussehen könnten, formuliert die ehrenamtliche Vorsitzende Doris Schulz: "Umfassende wertorientierte Sexualerziehung, die den liebenden und Beziehung suchenden Menschen in den Mittelpunkt stellt und individuelle Hilfen für jene, die sich auch zu einem ungeplanten Kind bekennen."

Die "Pille danach" ist aus Sicht der Aktion Leben "keine Bagatelle", da sie den Hormonhaushalt vor allem junger Mädchen durcheinander bringen kann. "Es ist verantwortungslos gegenüber Frauen, die Warnung der Österreichischen Ärztekammer vor der rezeptfreien Abgabe einfach zu ignorieren", meint Schulz.

Ethisches Verhängnis

Aber auch die ethische Seite ist der Organisation ein Anliegen: Weil damit auch eine etwaig befruchtete Eizelle gehindert wird, sich einzunisten, "verliert ein Embryo die Möglichkeit, weiterzuleben", formuliert Aktion Leben. "Die ethische Frage muss sich jede Frau, jedes Paar selbst stellen", betont Schulz. Der Gesundheitsminister aber müsse sich fragen lassen, ob er sich nicht aus seiner Verantwortung für die körperliche und seelische Gesundheit vor allem junger Menschen stehle, so Schulz.

Mechanistische Sexualität

Ein weiterer Kritikpunkt der Aktion Leben: Durch die rezeptfreie Abgabe werde ein mechanistisches Weltbild vermittelt, das jungen Menschen nichts biete, damit sie "Sexualität in Liebe und Beziehung leben lernen". Sie könne den Druck auf Mädchen erhöhen, sexuelle Wünsche umgehend zu erfüllen und untergrabe die Bemühungen um eine partnerschaftliche Verhütung, heißt es abschließend. (red)

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Posting 1 bis 25 von 31
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Schreck
05
31.12.2009, 13:28

Wo ist denn der Verfassungsschutz hier? Diese Katholo-TerroristInnen sind nicht nur eine Gefahr für die Werte auf die eine säkuläre, rechtsstaatliche, aufgeklärte Republik basiert, sondern vor allem für den Intellekt aller Menschen, die kapiert haben, dass sie im 21. Jahrhundert und nicht in einem katholischen Gottestaat leben.

Schleichts euch doch endlich in den Vatikan.

werwolfi
04
27.12.2009, 12:40

"Wir betrachten die Rezeptfreiheit der 'Pille danach' als billige Antwort auf die Versäumnisse der schulischen Sexualerziehung und Aufklärungsarbeit"

ja, meine lieben leute, das eine schließt das das andere nicht aus - die pille danach wurde ja auch nicht speziell für (v.a. von der schule) schlecht aufgeklärte jugendliche rezeptfrei gestellt.

mir ist nicht aufgefallen, dass sich dieser tolle verein in den letzten jahren irgendwann besonders für eine verbesserung der sexualerziehung stark gemacht hätte - aber jetzt ganz plötzlich kommen sie damit an ...

immer die argumentativen rosinen herauspicken ist freilich überhaupt die billigste antwort.

BlackAdder
01
16.2.2012, 08:23

Besonders treppenwitzig macht diesen auswurf ja die tatsache daß sich gerade "christliche" kreise jahrzehntelang gegen sexualerziehung in den schulen gewehrt haben, und es auch heute noch tun.

Freigeistin1
10
16.2.2012, 08:28

Gegen die "Sexualerziehung" die im Grunde nur eine "Anleitung zum Sex" ist - ja. Aber nicht gegen die biologischen Fakten.
Aber in keinem Aufklärungsunterricht wird über Treue, Liebe und Rücksichtnahme auf den Partner gesprochen.
Es geht nur um kalte Fakten, wie man "es" am besten macht und wie man dabei auf "unerwünschte Babies" verzichten kann (sprich, Verantwortung und Spass wird getrennt).
Dafür brauch ich nicht katholisch sein, dass ich das ablehne.
Aufklärung ist ausserdem in 1. Linie Aufgabe der Eltern und nicht des Staates. Die, die ihre Kinder selbst nicht aufklären wollen, können dies natürlich der Schule überlassen - aber bitte nicht alle damit zwangsbeglücken und den Kindern erzählen was es nicht alles gibt ...

werwolfi
00
16.2.2012, 12:22

“ die "Sexualerziehung" die im Grunde nur eine "Anleitung zum Sex" ist“

Geh so ein Bledsinn...

Freigeistin1
00
16.2.2012, 12:32

Nicht überall, keine Frage. Aber wenn es nur noch um die verschiedenen Praktiken und Verhütungsmittel geht und das Gefühl, die Liebe, die Verantwortung und Rücksicht für den Partner mit kaum einem Wort vorkommt, ist das einer "Anleitung" schon ganz ähnlich. So nach dem Motto: Da habts Kondome, viel Spass.

BlackAdder
11
16.2.2012, 09:56

Vor einiger zeit war ein beitrag im TV wo's darum ging daß kinder heutzutage immer einfacheren zugang zu auch pornographischem material haben, selbst eine hohe anzahl unter 14-jähriger hat pornoclips auf dem handy, und damit einhergehend passiert "es" auch immer früher, den ersten sex haben heutzutage viele mit 12 oder 13.

Was es da bringen soll "es" totzuschweigen und sich dann über die fehlende aufklärung zu mokieren und über die "verantwortungslosigkeit" der kids zu lästern möge man mir bitte erklären, es erschließt sich mir einfach nicht, man muß dem offensiv begegnen.

Und daß der sexualkundeunterricht in der schule eine werbeveranstaltung für sex wäre ist ebenso quatsch.

Freigeistin1
10
16.2.2012, 10:07

Das trifft aber wohl eher eine bestimmte Schicht ;-)
Und klar, wenn sich die Eltern nichts scheren, haben eben 13, 14 jährige Pornos am Handy!
Meine Kinder sind eben noch anders erzogen worden - die haben mit 12, 13 für sowas weder die Zeit noch das Interesse gehabt.
Daher finde ich das man eher bei der Erziehung ansetzen sollte, als es als gegeben hinzunehmen dass es halt so ist.
Auch die Schule sollte einen Einfluss darauf haben-va. im Bezug auf Handies.
Ich habe nicht vom totschweigen gesprochen,sondern,dass man Kinder zum verantwortungsvollem Umgang mit Sexualität erzieht-u da haben Pornos ect. nichts zu suchen-denn das hat mit Liebe und Sexualität in der Partnerschaft wohl wenig zu tun-sondern macht Menschen kaputt.

BlackAdder
11
16.2.2012, 08:50

Und genau solch intelligente, menschliche ansichten sind schuld an der hohen anzahl schwangerer jugendlicher.

Freigeistin1
00
16.2.2012, 12:41

Sie meinen wohl ungewollter schwangerer Jugendliche. Es heisst ja nicht dass jede SS in jungem Alter ungewollt/ungeplant ist.

Freigeistin1
10
16.2.2012, 09:14

Wenn man Sex von der Liebe trennt, dann führt das sicher sehr oft in so eine verzweifelte Situation.
Davor können junge Menschen sich aber schützen - nicht mittels Verhütungsmittel, sondern mit der Entscheidung für einen Partner - und dazu gehört eben mehr als nur Sexualität.

Freigeistin1
10
16.2.2012, 09:13

Nein, schuld ist verantwortungsloser Umgang mit Sexualität - wo Jugendlichen nur die "Fakten" erklärt werden, die Liebe, die Zuneigung, das Vertrauen und die Rücksichtnahme auf den Partner zu kurz kommt.
Wenn ein Mädl zB nur mit ihrem aktuellen Freund schläft, weil sie das Gefühl hat "das gehört halt dazu", dann läuft da sicher was schief. Sie sollte viel mehr darin bestärkt werden- "Nein" zu sagen - dazu gehört aber Selbstbewusstsein!Und das bekommt man sicher nicht wenn man sämtliche Verhütungsmittel kennt (welches Mittel verhütet denn Liebeskummer? Oder schützt vor dem ausgenützt werden?)

Max_12
43
26.12.2009, 22:30
warum muss gerade das Rezeptfrei sein

.... es wurde nirgends überzeugend argumentiert, warum gerade dieses Mittel Rezeptfrei erhältlich sein soll. Dagegen braucht man für fast alle anderen Medikamente ein Rezept. Was steht da dahinter? Hat da jemand Interesse dass es, da einfach verfügbar oft und schnell verwendet wird? Wie häufig kommt das denn im Jahr vor?

totp2 original
04
27.12.2009, 14:29
Hat da jemand Interesse dass es, da einfach verfügbar oft und schnell verwendet wird

ja, die betroffenen Frauen.

diegermanistin
06
27.12.2009, 13:40

äh, doch, da gibts so einige argumente, hier wäre eines: man nehme an, der unfall passiert in der nacht von freitag auf samstag, frau rennt am nächsten tag in der früh panisch in die apotheke, bittet um pille danach, dort wird ihr jedoch gesagt, dass sie ein rezept benötigt. ihr frauenarzt hat am wochenende keine praxis, und die frau lebt irgendwo am land, das nächste krankenhaus ist weit weg, sie kommt nicht hin weil z. b. kein auto. und jetzt? schwanger werden weil so ein zettel nicht aufzutreiben ist?

werwolfi
05
27.12.2009, 12:55
"Wie häufig kommt das denn im Jahr vor?"

selbst bei den *allerbesten* verhütungsmethoden (subkutanes hormonimplantat - wer hat das schon?) werden im schnitt 8 von 10.000 frauen innerhalb eines jahres schwanger - bei konservativ geschätzen 2 millionen frauen in Ö die einigermaßen regelmäßig sex haben, macht das 1.600 frauen, für die pille werden es dann zwischen 1.800 und 18.000, dann 20.000 und 50.000 aufwärts für pessar bzw. kondom und etliche zig-tausend bei natürlichen methoden...

http://de.wikipedia.org/wiki/Empf... sverhütung
(s. pearl-index)

selber schlau machen ist natürlich nicht drin, aber dumm fragen "wie oft kommt das vor" mit dem unterton "ja eh so gut wie nie, oiso wos brauch ma des zeugs"...

solche leute hab ich echt gefressen.

nam eda
00
17.1.2010, 11:17

nicht böse sein, aber als aktiv hormonverhütende frau bringt dir die pille fü+r danach genau nichts (muß bis spätestens 72 stundne nach der befruchtung genommen werden).
die ist eher bei kondomunfällen sehr gut brauchbar.

aber egal: auch menschen, die verhüten, haben unfälle.
die rezeptfreie pille für danach ist längst überfällig.

Flann O'Brien
18
26.12.2009, 12:07
"Die ethische Frage muss sich jede Frau, jedes Paar selbst stellen"

Ganz genau. Aber sicher nicht ihr Fundamentalisten.

Vergilius Horatius
51
27.12.2009, 07:04
sie spielen mit den fundamentalisten sicher auf

gewaltbereite abtreibungsbefürworterInnen an.

BlackAdder
00
16.2.2012, 08:25

Nun, mir sind keine rechtskräftig verurteilten "abtreibungsbefürworter" bekannt, hingegen jede menge verurteilte abtreibungsgegner.

Der vergleich macht sicher.

Wolf1005
 
11
14.1.2010, 19:38
Ich glaube ja eher...

Die Funide-Komponente kommt vor allem bei der Formulierung "Umfassende wertorientierte Sexualerziehung" raus. Es wird verschwiegen an welchen Werten man sich dabei orientieren soll, aber dass es sich dabei um eine "umfassende an katholischen Werten orientierte Sexualerziehung" handeln soll, scheint mir doch sehr wahrscheinlich.

"[Sexualerziehung], die den liebenden und Beziehung suchenden Menschen in den Mittelpunkt stellt", ist für mich erstmal die Formulierung des Jahres: Bessere Sexualerziehung, aber bitte nur mit liebenden Menschen und wenn möglich ohne dabei über Sex zu reden.

opti
02
fundamentalistisch dümmlich polemik

es gibt keine abtreibungsbefürworter und -innen

nur weil es die a-gegner gibt

Verdammt Coole Schreckschrauwe
11
27.12.2009, 16:28
Dödi, du kannst jetzt auch auf Kath.net deine Ergüsse absetzen!

Dort sind alle Deiner Meinung...

Takis
13
25.12.2009, 23:44

Wieso bekommt eine Gruppe von Fanatikern eigentlich so viel Aufmerksamkeit? Ist das vielleicht die Auswirkung wenn man regelmäßig über Arztpraxen Hexensabbat feiert?

world go round
16
25.12.2009, 19:56
mechanistisches Weltbild

??? wow !!!
Das sagen Leute, die nicht nur im Prinzip Sexualität immer noch ausschließlich an die Fortpflanzungsfunktion koppeln (in Ignoranz gegenüber der Ethologie, welche die höchst bedeutsame soziale, psychohygienische, konfliktbewältigende Funktion der Sexualität schon bei Primaten seit langem nachweist), sondern auch sonst bei allem, was mit Sexualität oder gar Schwangerschaftsabbruch zu tun hat, sehr mechanistisch-reflexhaft reagieren.

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