
Am Boden der Tatsachen angekommen: Die Skispringerinnen dürfen nach Entscheidung der obersten gerichtlichen Instanz Kandadas bei Olympia 2010 nicht antreten.
Die kämpferischen Skispringerinnen sind nun endgültig mit dem Versuch gescheitert, ihre Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Vancouver zu erreichen. Am Dienstag lehnte der Oberste Gerichtshof Kanadas den Berufungsantrag der Sportlerinnen ab, berichtet die Sportagentur SID.
Scheitern nach mehr als zwei Jahren
Die Skisprung-Frauen hatten seit Mai 2008 vor mehreren kanadischen Gerichten geklagt, dass die Organisatoren gegen die "Charta der Rechte und Freiheiten" verstoßen, wenn sie nur männliche Skispringer teilnehmen lassen. Dies war jeweils mit der Begründung abgewiesen worden, dass die Charta nicht vorschreiben kann, welche Sportarten bei Olympischen Spielen ausgetragen werden. Zudem sei sie nicht auf das Internationale Olympische Komitee (IOC) anwendbar, das die olympischen Wettbewerbe festlegt.
Keine zwei Frauen-Weltmeisterschaften
Das IOC hatte 2006 eine Aufnahme von Skispringen für Frauen ins Programm für die Winterspiele 2010 abgelehnt und dies mit der Nichterfüllung von Voraussetzungen begründet. Ein wichtiges Kriterium ist unter anderem, dass mindestens zwei Weltmeisterschaften stattgefunden haben müssen, um olympischer Wettbewerb zu werden. Skispringen für Frauen hatte in diesem Jahr in Liberec (Tschechien) seine WM-Premiere gefeiert.
"Keine geschlechtsspezifische, sondern technische Gründe"
Im August 2009 erklärte der Präsident des IOC, Jacques Rogge, dass er gegen eine Teilnahme von Skispringerinnen sei. Die Entscheidung des IOC basiere strikt auf technischen Grundlagen und keinesfalls auf geschlechtsspezifischen Gründen, schrieb Rogge damals.
Hintergrund
Skispringen ist seit 1924 olympisch und noch eine der wenigen Sportarten, bei denen es keine Wettbewerbe für Männer und Frauen gibt. 2012 wird erstmals Frauen-Boxen bei einer Olympiade vertreten sein. Von diesem Wandel konnten die Skisportlerinnen offenbar nicht profitieren. (red/APA/Reuters)
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...für die Aufnahme in das Programm bei Olympischen Spielen hinden natürlich eine gewisse Klientel nicht, Frauenfeindlichkeit als Hauptmotiv zu sehen.
Das ist ein Musterbeispiel dafür, dass immer wieder die Freuenfeindlichkeite-Karte gezogen wird, auch wenn die Fakten ganz anders sind.
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