Russisch-orthodoxer Patriarch gegen Diskriminierung

23. Dezember 2009, 17:58
  • Artikelbild: Die strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen gehört zur jüngsten Vergangenheit Russlands. Der Patriarch Kyrill (ganz links) hat sich nun gegen die immanente Diskriminierung ausgesprochen. - Foto: APA/AP

    Die strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen gehört zur jüngsten Vergangenheit Russlands. Der Patriarch Kyrill (ganz links) hat sich nun gegen die immanente Diskriminierung ausgesprochen.

Homophobie in Russland weit verbreitet, Kirche bezieht Stellung: Homosexualität sicherlich "Sünde", aber nicht abzustrafen

Moskau - Die russisch-orthodoxe Kirche betrachtet Homosexualität weiterhin als Sünde, spricht sich aber gegen die Diskriminierung lesbischer Frauen und schwuler Männer aus. Sie sollten wegen ihrer "persönlichen Entscheidung" auch nicht strafrechtlich verfolgt werden, erklärte Patriarch Kyrill. Eine Ehe gleichgeschlechtlicher Paare schloss er aber aus. Kyrill äußerte sich bei einem Treffen mit dem Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, zum Thema Homosexualität.

Strafrechltiche Verfolgung einst Usus

In Russland sind Vorurteile gegen Homosexuelle weit verbreitet. Der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow hat Homosexualität als "satanisch" bezeichnet und Homosexuelle für die Verbreitung von Aids verantwortlich gemacht. Die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller wurde in Russland erst 1993 beendet. Lesben- und Schwulen-Demonstrationen sind in Moskau verboten, Gewalt gegen Homosexuelle nicht selten. (APA/Ag.)

weitersagen:
drucken
fibiundchillie
28.12.2009 11:14

na immerhin, die ROK ist schon bei "Sünde, aber straffrei" angekommen.
und das, scheints, ist in Russland ein progressiver Standpunkt.
auweh, auweh.

opti 
25.12.2009 17:19
traurig aber wahr

religionen sind immer von übel, wenn sie sich in ihrem anspruch auf die "wahrheit" in das privatleben der menschen einmischen. wenn sie dabei noch händchen in händchen mit den präsidenten und diktatoren arbeiten werden sie zur öffentlichen gefahr

obwohld die orthodoxe kirche einen natürlicheren zugang zur sexualität haben sollte, treiben sie hier wieder die "teufel" aus und unterstützen die neosowjetische führung in russland bei der hexenjagd auf "abartige"

schade

Gerhard Mundt 
23.12.2009 20:57
Satanische Sexualität

Homosexualität ist nicht mehr und nicht weniger "Sünde" als Heterosexualität. Auch "entscheidet" sich keiner dafür, homo- oder heterosexuell zu sein. Und ob jemand seine Sexualität "satanisch" auslebt oder aber in gegenseitiger Liebe, Treue und Verantwortung, ist ebenfalls völlig unabhängig von seiner homo- oder heterosexuellen Ausrichtung. Aber es gibt eben immer noch viele Heterosexuelle, die meinen, etwas "besseres" zu sein. Und sie merken nicht einmal, wie sehr sie sich da täuschen.

Christian S 
27.12.2009 01:12
Selbttäuschung gibt es nicht nur bei Heterosexuellen

Es beginnt mit homosexuellen Männern, die unbedingt Heteros sein wollen. Eine Groteske, die sogar als Konzept der HMSM akzeptiert wird.

Es geht weiter über das Verdrängen unangenehmer Tatsachen wie z.B. der Promsikuität. Man schaue sich Gayromeo an, das von 90% aller User als Fleischmarkt für Schnellsex benutzt wird; man gehe in Darkrooms und in Cruising-Areas und nehme sich mal selbst bei der Nase.
Oder den Unterschieden bezüglich Neigungen und Praktiken wie z.B. Fetische, BDSM, Dirty u.s.w. , die man aber auch nicht wahrhaben will.

Und endet bei der ganz nüchternen Feststellung: Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist selten, dafür ist die Empfindlichkeit für (Selbst)kritik beträchtlich. Unangenehmes will man(n) einfach nicht hören.

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.