Österreich sehr weit hinter Barcelona-Zielen

4. Jänner 2010, 10:38

Derzeit gibt es nur für 14 Prozent der Unter-Dreijährigen einen Betreuungsplatz - Heinisch-Hosek fordert weitere Bundesfinanzierung - mit Grafik

Wien - Geht es nach Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, soll der Bund auch nach 2010 jährlich 15 Millionen Euro zusätzlich für Kinderbetreuung locker machen. Für die Jahre 2008, 2009 und 2010 sind für den Ausbau der Betreuungsplätze je 15 Millionen Euro Anstoßfinanzierung vorgesehen gewesen. "Ich wünsche mir, dass das bis Ende der Legislaturperiode sichergestellt ist", erklärte Heinisch-Hosek. Im Jahr 2008 wurden laut Ministerium dadurch etwa 9.000 neue Betreuungsplätze geschaffen.

Derzeit rund 43.000 Menschen in der Kindebetreuung tätig

Seit 2008 gibt es vom Bund eine Förderung für den Ausbau der Kinderbetreuung von jährlich 15 Millionen Euro. Für einen neuen Platz werden bis zu 4.000 Euro zur Verfügung gestellt, wenn das Bundesland mitfinanziert. So wurden 2008 mit dem Geld rund 9.000 neue Betreuungsplätze (4.777 für Unter-Dreijährige und 4.398 für Drei- bis Sechsjährige) sowie 3.270 Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt sind in der Kinderbetreuung österreichweit 43.696 Personen tätig.

Die Barcelona-Ziele der EU sehen bei den Unter-Dreijährigen eine Betreuungsquote von 33 Prozent vor - dies allerdings bereits für 2010. Derzeit halte Österreich bei rund 14 Prozent, die Quote soll bis 2013 verdoppelt werden. "Ein ambitioniertes Ziel", wie Heinisch-Hosek einräumt. Investitionen in die Infrastruktur seien aber ein Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch ließe sich damit die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen verkleinern, zeigte sich die Ministerin überzeugt.

Osten führend im Kindergartenausbau

Im Bundesländervergleich sind Wien, Niederösterreich und die Steiermark führend beim Ausbau der Betreuungsplätze, wobei Wien die meisten ganztätigen Plätze geschaffen hat. Zahlen für das Jahr 2009 liegen erst Mitte nächsten Jahres vor. "Es zahlt sich aus, in Kinderbetreuung zu investieren", stellte Heinisch-Hosek fest. (APA)

Freigeistin1
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Unter 3jährige Kinder gehören sowieso zur Mutter!
Arme Kinder die mit vielleicht schon 1 J. abgeschoben werden.
Betreuungsplätze für die, die es unbedingt wollen, aber sicher nicht für "alle" Kinder.
Mein Kind geht auch nicht zwangsweise in den KiGa, sondern nur freiwillig. Wir lassen uns dazu sicher nicht verpflichten.

Thomas Felder
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17.3.2010, 15:04

oder zum vater

Gernot Schandl
00
Wirtschaftspolitische Ziele.

Das vielzitierte Lissabon-Ziel ist ein wirtschaftspolitisches Ziel zur intensiveren Erschließung bisher im Erwerbsprozess kaum genützter Arbeitskraft. Dazu gehört auch die Arbeitskraft junger Mütter.
Eine positive Auswirkung auf die Kinderzahl ist jedoch ein statistisches Konstrukt. Die Betreuungsquote ist im Gebiet der alten DDR z.B. ca. dreimal höher als in Westdeutschland, die Geburten je Frau jedoch deutlich niedriger. Das gleiche Phänomen sieht man im Spannungsfeld Ballungsraum/Ländlicher Raum.

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