Zypern und Russland wegen Sklaverei verurteilt

07. Jänner 2010, 18:26

Menschenrechtsgericht gab Vater einer jungen Russin recht, die unter ungeklärten Umständen verstorben ist

Straßburg - Nach dem nie völlig aufgeklärten Tod einer jungen Russin hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Zypern und Russland wegen Menschenhandel und Sklaverei verurteilt. Die Straßburger RichterInnen gaben damit einem Russen Recht, dessen Tochter im März 2001 mit einem "Künstlervisum" nach Zypern kam und dort in einem Nachtclub arbeitete. Zwölf Tage später starb die damals 21-Jährige bei einem Sturz aus einem Fenster. Die Todesumstände wurden nie geklärt.

"Künstlervisum" fördere Menschenhandel

Dem Urteil zufolge hatte die junge Frau die Arbeit in dem Nachtclub nach drei Tagen aufgegeben. Sie wurde aber von dem Besitzer des Clubs in einer Diskothek aufgespürt und zur Polizei gebracht. Die Polizisten überprüften die Daten der Russin und stellten fest, sie sei legal ins Land gekommen. Der Nachtclubbesitzer brachte die Frau daraufhin in die Wohnung eines Freundes. Von dort stürzte sie aus dem 6. Stock in den Tod.

Der Straßburger Gerichtshof wirft Zypern vor, mit den Visa für "Künstler" de facto Menschenhandel und Sklaverei zu fördern. Außerdem hätten die Polizisten die junge Frau nicht wieder dem Nachtclubbesitzer anvertrauen dürfen, heißt es in dem Urteil. Moskau wiederum habe nicht aufgeklärt, wie und von wem die 21-Jährige in Russland angeworben wurde. Dem Vater der Toten muss Zypern nun 40.000 Euro Schmerzensgeld zahlen; Russland wurde zu 2.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. (APA/Ag.)

 

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12 Postings
Yossarian
08.01.2010 12:30
Das erinnert ein wenig an den 'Tänzerinnen-Erlass'

der ehemaligen Aussenministerin Benita Ferrero-Waldner.

'Tänzerinnen' bekamen ein Visum für Österreich, wenn sie einen 'Arbeitsvertrag' mit einem 'Club' auf einer Liste des Aussenministeriums vorweisen konnten.

Nachtsonne
08.01.2010 14:36

Es gab auch Aufenthaltstitel speziell zwecks Prostitution. Damit gab es aber mehrere Probleme zB als die rumänische Behörde die damit dekorierte Pässe entzogen und Ausreiseverbot verhängt hat.

Nach eine FrG Novelle waren "Aufenthaltserlaubnis ohne Niederlassung" später und derzeit sind Einreisetitel (Visum) dafür vorgesehen.

Andrew Jones  
08.01.2010 10:48
Es gibt in Wien Prostutierten Russinnen,

aber zu 95% sind diese Ukrainerinnen und Moldauninnen. Sie sprechen unter einander Russisch, weil z.b. deren "Pole-Promoter" auch Russisch kann und nicht "Ukrainisch"..

Erwin Wolfram
08.01.2010 07:57

das ist ein gutes geschaeft fuer die oesterreicher, denn in der ausbildung der kuenstler sparen sie in den institutionen 90% der leistung und erhoehen den korruptionsfaktor um 180% und dann duerfen sie auch noch sich anheften wie international sie nicht sind und gutherzig. und die medien spielen mit, denn so billig haben die noch nie arbeitskraefte und informationen und kontakte bekommen. ich lehne so etwas ab.

marillensuppe
07.01.2010 23:57
dieses künstlervisum gibt es selbstverständlich auch bei uns.

für tänzerinnen zum beispiel.

da gab es einen artikel im falter,
über ein wiener nobelescortservice,
spezialangebot: minderjährige zwangsprostituierte aus den ostländern...

ed fagan, wenn in wien, hat sich welche bestellt - dafür würde er in der heimat in den kerker geworfen.

zahlreiche prominente kamen in den telefonprotokollen vor,

elfriede jelinek hat aus den telefonmitschnitten das stück "über tiere" geschrieben,

und ansonsten ist
g a r n i c h t s geschehen.

weil die honorigen freier ja nicht sicher sein konnten, dass die minderjährigen wirklich minderjährig waren.
oder aber auch,
weil sie vielleicht die gesetzlichen folgen ihrer ungesetzlichen handlungen nicht ermessen konnten,
oder war unsere justiz einfach zu überlastet?

andreas lamers 
08.01.2010 13:24
ach die justiz ist damit gar nicht ueberlastet

es gibt einige hilfsorganisationen die gegen diese art von menschenhandel vorgehen. unterstuezen sie diese mal. und sie haben eine gute chance wegen menschenhandel oder sklavenhandel angeklagt zu werden. es gibt genuegend die an dem geschaeft profitieren, und das sind keine maenner im dunklen, sonder eben auch richtige persoehnlichkeiten die auch von politik und justiz geschuetzt werden muessen. das leid der menschen ist denen doch egal.

Mann40
08.01.2010 11:16

@marillensuppe

Sie haben recht, so ist es.

Zustätzlich dürfen Asylbewerberinnen ohne Probleme der Prostitution nachgehen, ganz legal. Ansonst ist ihnen keine Arbeit erlaubt.

Diese Doppelgesichtigkeit in Österreich ist unglaublich.

Liebe Spö-Politikerinnen, sich für Frauenrechte einsetzen, aber DAVOR schliesst ihr die Augen ganz fest.

Nachtsonne
08.01.2010 14:55

Weil Prostitution laut Arbeits- und sonstige Gesetze bzw. Rechtssprechung keine Arbeit, sondern eine - sittenwidrige - Tätigkeit darstellt. Damit fällt weder unter Ausländerbeschäftigungsgesetz noch unter Gewerbeordnung.

Mann40
09.01.2010 11:22

@Nachtsonne

Danke für das Beleuchten der rechtlichen Seite, allerdings ist die Ausübung der Prostitution auch steuerpflichtig....
Alle Dinge zusammen ändern nichts an der Tatsache, dass die lieben PolitikerInnen untätig zusehen...

edgar einstein
07.01.2010 18:43
diese russenbande treibt das seit wenigstens

30 jahren, weiss an sich ein jeder der mit dem pack zu tun hat. die EU kommt wieder erstaunlich schnell drauf ungefährt so schnell wie wenn man eine schnecke in 1985 auf eine reise um die welt geschickt hätte.

Nachtsonne
08.01.2010 15:00

Vor 30 Jahren gab es noch keine EU,
Zypern war nicht mal EWG Mitglied.
Damals gab es noch die UdSSR.

andreas lamers 
08.01.2010 13:30
bloedsinn

in meiner kinderzeit gab es schon die anzeigen wo man eine frau sich vemittlen lassen konnte fuer monatliche betraege. und die anzeigen waren in den groschenromanen zu lesen. der vw vorstand war nur so dumm sich erwischen zu lassen, aber es besteht da kein unterschied zu den frauen die sich politiker halten. wobei die sex taetigkeit ja nur einen bruchteil dessen ausmacht was da an geld und menschen gehandelt wird. wenn 3000 illegale als skalven in NOE gehalten werden von einem expolizisten dann nicht weil es keiner bemerkt hat oder weil es keiner weis sondern weil das von wirtschaft und politik geduldet wird, wenn nicht gar gefoerdert. die russen sind zulieferer und kriegen brotkrumen, das grosse geld machen andere.

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