
EfEU befasst sich inzwischen auch mit den Bereichen Kleinkindpädagogik, Schule, außerschulischer Jugendarbeit und Erwachsenenbildung.
Schule prägt, so viel steht fest. Viele können sich beispielsweise noch an diverse Übungsdialoge in Englisch erinnern oder an Bilder in den Schulbüchern, die das rechnen oder lesen lernen anschaulicher und leichter machen sollten - und gleichzeitig damit Rollenklischees vermittelten. Da auch PädagogInnen oder GestalterInnen von Unterrichtsmaterialen nicht außerhalb unserer Gesellschaft leben, werden noch immer traditionelle Rollenbilder in der Erziehung und im Unterricht reproduziert. Eine Gruppe engagierter Lehrerinnen hat sich 1986 dem zu diesem Zeitpunkt noch wenig thematisierten Thema Diskriminierung in den Schulen angenommen und "EfEU - Der Verein zur Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle" gegründet. Als Ziel hat sich der Verein die "Sensibilisierung für Sexismen in Schule, Bildung, Erziehung und Gesellschaft zwecks Veränderung der bestehenden Geschlechter-Machtverhältnisse" gesteckt. EfEU ist eine in Österreich und im deutschsprachigen Europa einzigartige Organisation, die den Schwerpunkt Gender und Bildung hat.
Noch nicht alles wunderbar
Obwohl durch die Einführung der Koedukation (in Österreich 1975) die formale Gleichstellung von Mädchen und Buben begonnen hatte, konnten geschlechtsspezifisch unterschiedliche Berufsentscheidungen und Lebensplanungen nur wenig verändert werden. Eine Problematik, die bis heute besteht. Dennoch hat sich einiges seit der Gründung von EfEU getan: "Im Laufe der Jahre ist das Thema sicher präsenter geworden, es gibt viel Unterstützung für diesen Bereich. Das beginnt mit konkreten Materialien, die Lehrpersonen vom Bildungsministerium anfordern können, über gesetzliche Rahmenbedingungen wie das Unterrichtsprinzip 'Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern' oder den didaktischen Grundsatz 'bewusste Koedukation' im Lehrplan. Außerdem gibt es Websites, die zum Thema 'Bildung und Gender' viele Informationen liefern, Aktionen wie den Girls und den Boys Day, und vieles mehr", so Renate Tanzberger, seit zwanzig Jahren Mitarbeiterin bei EfEU, gegenüber dieStandard.at. "Wenn man sich allerdings einzelne Schulen anschaut, kann nach wie vor der Eindruck entstehen: Es hat sich sehr wenig getan. Und auch auf der institutionellen Ebene ist in Sachen gendergerechter Unterricht und Erziehung noch nicht alles wunderbar. Auch bei der Aus- und Fortbildung für PädagogInnen gibt es noch Bedarf", beanstandet Tanzberger.
In welchem Ausmaß angehende LehrerInnen mit Genderthemen in Berührung kommen, hängt von der jeweiligen Ausbildung ab, eine verpflichtende Auseinandersetzung mit Gender oder Diversity gib es nicht. "Für SchulleiterInnen ist allerdings ein Nachweis über eine Fortbildung zu Gender und Diversity verpflichtend", so Tanzberger.
Für Mädchen schon genug getan?
In Sachen Benachteiligung im Unterricht kamen in den letzten Jahren auch zunehmend Buben in den Fokus, die Expertinnen von EfEU stehen diesem Diskurs kritisch gegenüber. "Sicher wären mehr Männer in der Pädagogik gut, so könnten beispielsweise breitere Rollenbilder entstehen und das ist auch wünschenswert. Schwierig wird es allerdings, wenn in dieser Debatte Frauen abgewertet werden oder wenn es in die Richtung geht, dass für Mädchen ohnehin schon genug getan worden wäre. Zu dem Argument, dass die Vernachlässigung von Buben an deren Noten abzulesen sei, muss auch gesagt werden, dass sie trotzdem später im Beruf besser verdienen. Nichtsdestotrotz ist Bubenarbeit wichtig, eine Initiierung von Buben in alte männliche Rollenbilder ist aber bedenklich. Ebenso darf der Fokus aufgrund von Bubenarbeit nicht von den Mädchen abgezogen werden", ist Renate Tanzberger überzeugt.
Unterricht auf feministisch
Im Übrigen sind "geschlechtssensible Unterrichtsmaterialen", ein Themengebiet des Vereins, nicht nur für Mädchen wichtig. "Es geht darum, Unterrichtsmaterialien zu entwickeln, die Geschlechterrollen thematisieren. Das 'Feministisch', das auch in unserem Titel vorkommt, der schon vor über 20 Jahren formuliert wurde und heute vermutlich anders lauten würde, steht für eine gesellschaftskritische Sicht, dass Machtverhältnisse berücksichtigt werden sollen und dass das Thema Erziehung oder Unterricht nicht individualisiert werden darf. Ich stehe somit nach wie vor zu dem 'Feministisch' in unserem Titel", so Tanzberger.
Der Arbeitsbereich von EfEU hat sich seit den 80er Jahren über die ursprünglichen Intentionen hinausentwickelt. EfEU ist inzwischen mit den Bereichen Kleinkindpädagogik, außerschulischer Jugendarbeit und Erwachsenenbildung befasst und unter anderen als Vernetzungsträgerin der Plattform "Gegen die Gewalt in der Familie" im Bereich Gewaltprävention tätig. Auch Berufsorientierung, Gender- und diversitysensible (Hochschul- bzw. Schul-) Didaktik, Schul- und Interaktionsforschungen und die Verknüpfung von Gender und (sozialer, kultureller) Herkunft sind mittlerweile wesentliche Arbeitsgebiete des Vereins. Die verschiedenen Aufträge, von Gender-Expertisen bis zur Konzeption und Organisation von Tagungen, tragen zum Erhalt des Vereins bei. Die Serviceeinrichtungen (Beratung, Bibliothek,...) werden durch eine Grundsubvention des Frauenbüros der Stadt Wien, des Bildungsministeriums und des BKA Frauen finanziert. (beaha, dieStandard.at, 13.01.2010)
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ja bitte mehr männer als lehrenden-und um der ganzen sache in punkto rollen noch mehr bandbreite zu geben-lehrende die transgender sind!!!!!!!!! ja ja die genderglaskugel...nun ist es aber so, dass gendertheorien für alle geschlechter offen stehen.leider hat sich das noch nicht sehr rumgesprochen...
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