Magersucht

Gestörte Selbst-Wahrnehmung

17. Jänner 2010, 12:00

Magersucht-Patientinnen weisen auffällige Hirnveränderungen auf, zeigt eine neue deutsche Studie

Bochum - Frauen mit Magersucht weisen charakteristische Veränderungen im Gehirn auf. In einer Studie entdeckten ForscherInnen der Universität Bochum eine deutlich reduzierte Dichte grauer Zellen in zwei Hirnregionen, die mit der Verarbeitung von Körperbildern zu tun haben. Dies könnte die gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers bei Frauen mit der Essstörung erklären, die sich selbst bei Untergewicht für zu dick halten.

Unterschiedliche Selbsteinschätzung

Die ForscherInnen untersuchten insgesamt 30 magersüchtige und gesunde Frauen ähnlichen Alters. Die Probandinnen sollten zunächst am Computer ihre Figur einer von mehreren unterschiedlich schlanken Silhouette zuordnen. Dann folgte eine Einschätzung durch mehrere weibliche Testpersonen. Die Ergebnisse belegen die gestörte Selbstwahrnehmung der Magersüchtigen: Während sich gesunde Kontrollpersonen tendenziell eher zu schlank einschätzten, ordneten sich die Patientinnen korpulentere Silhouetten zu.

Bilder im Kernspintomografen zeigten dann, dass die graue Substanz in zwei Regionen deutlich verringert war. Eine davon ist vorrangig für die visuelle Verarbeitung von menschlichen Körpern zuständig ist. Auch das andere Areal im oberen, hinteren Teil des Schläfenlappens ist nach Angaben der Universität an der Verarbeitung von Körperbildern beteiligt. "Die Ergebnisse, die wir in dieser Studie zum ersten Mal gesehen haben, könnten eine Erklärung für das gestörte Körperbild von Anorexie-Patientinnen sein", sagt Studienleiter Boris Suchan. (APA)

salzamt1
00
das ist nichts Neues

die Wahrnehmungsstörung heißt "Dismorphophobie". Nicht alle Betroffenen entwickeln Magersucht, sie sind aber extrem gefährdet. Was mich auch noch interessieren würde: wie schaut es bei magersüchtigen Männern aus?

Lieber zynisch als hysterisch.
 
03
17.1.2010, 14:57
Wie schaut es dann bei von der Magersucht Geheilten aus?

Es liegt doch auf der Hand, dass das sofort mituntersucht gehört. Ist das Areal gleich geblieben oder hat es sich verändert? Wenn es sich verändert hat, muß man sich fragen, ob die persönliche Selbsteinschätzung das Gehirn verändert oder ob eine zufällige Gehirnveränderung das Verhalten verändert hat.

Mac Smith
00
18.1.2010, 12:59
"von der Magersucht Geheilten"

Kann man das so einfach sagen, oder verhält es sich eher wie bei Alkoholikern, die eingentlich nicht "geheilt" sondern "nur" "Trocken" werden?
Entsprechende Infos wären nützlich.

jokergirl
00
25.1.2010, 14:50

Gute Frage, oder ist das individuell? Von der Therapie abhängig? Lernt man in der Therapie, sein Körperbild zu ignorieren, oder lernt man, sich damit anzufreunden?

;)

ma-cher
 
02
17.1.2010, 13:15
Na so eine Überraschung,

was wir denken und wie wir fühlen manifestiert sich im Körper.

Mac Smith
10
18.1.2010, 12:56
"was wir denken und wie wir fühlen manifestiert sich im Körper"

Da wäre es nicht so abwegig anzunehmen, daß das auch umgekehrt funktioniert, was aber den "Gender-Gläubigen" garnicht gefallen würde.

ma-cher
 
00
18.1.2010, 13:07
jep,

die Trennung ist ohnehin nur künstlich. Gender-Gläubig? Was bedeutet das genau?

merz1
 
00
17.1.2010, 12:18

angeborene anorexie?

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