Monatshygiene

Den Hut vor der Kappe ziehen

17. Jänner 2010, 17:30
  • Im anglo-amerikanischen Raum gibt es einen kleinen, feinen Hype um die Menstruationskappen. Im Video demonstriert Melissa L. von einem LiveJournal-Forum zu den Cups die verschiedenen Faltarten.

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    Gibt es auch in verschiedenen Farben und werden quasi zum intimen Accessoire für die mode- wie umweltbewusste Menstruierende: Die Menstruations-Kappen, hier die von "Lady Cup".

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    foto: www.softcup.com

    "Instead": Die weiche Variante der Cups ist nicht wiederverwendbar und kostet auch deutlich mehr als Tampon oder Binde.

Obwohl sie aus ökologischer und finanzieller Sicht überzeugen, sind die "Menstruationsbecher" eine kaum bekannte Alternative zu den üblichen Produkten für die Monatshygiene

Selbst langjährige Mitarbeiterinnen der üblichen Drogerie-Ketten müssen passen und reagieren mit unter auf einschlägige Nachfrage als hätten sie es mit einem Mondkalb in Gestalt einer menschlichen Fragestellerin zu tun statt mit einer Frau auf der Suche nach "Mooncups".

Was das ist? Eine Möglichkeit für die Frau, ihre Menstruationsblutung zu managen: Was Tampons im Körperinneren und Binden außerhalb aufsaugen, fängt die "Menstruationskappe" auf, ohne dabei wie das gemeinhin beliebte Tampon auch die Scheidenflüssigkeit zu entziehen. Bekannt ist es trotz dieser Eigenschaft, die dafür sorgt, dass die Scheidenflora weiterhin intakt wie geschmeidig bleibt und damit weniger anfällig für Krankheitserreger, kaum.

Gewöhnungsbedürftige Handhabung

Verfechterinnen der auch "Menstruationsbecher" genannten Alternativen zu Tampon und Binde sehen den Grund für das marginalisierte Renommee der bereits in dern 1930er Jahren entwickelten und seit den 80ern verstärkt am Markt befindlichen Produkte in deren gewöhnungsbedürftiger Handhabung: Die will nämlich gelernt sein. Das Cup muss richtig, nämlich ein wenig unterhalb des Gebärmutterhalses, plaziert werden, damit es nicht scheuert. Es muss vor dem Einsetzen gefaltet, gebogen, geformt werden (wie siehe Video), damit es entsprechend eingeführt werden kann und gut Halt findet. Es muss entleert, gesäubert und die Prozedur von Neuem begonnen werden. Schlicht: Der Cup macht Arbeit und erfordert, Hand anzulegen und sich selbst anfassen zu wollen.

Gerade an dieser eingehenden Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper scheint es vor allem bei jungen Mädchen zu scheitern: Und was Gretchen sich nicht angewöhnt, kommt für Grete schwer in Frage. Gewohnheiten legt frau nur aus dringlichen Gründen leicht ab - und ein in der Öffentlichkeit unbeworbener Hygieneartikel, der beinahe nirgendwo im Handel zu finden ist, ist keiner.

Kein Wegwerfprodukt

Dabei kann der Menstruationsbecher mit einem schlagenden Argument gerade in Zeiten der weltumgreifenden ökologischen und finanziellen Krise punkten: Er ist kein Wegwerfprodukt. Ein Ausspülen nach dem Ausleeren und vor dem Wiedereinsetzen reicht, ihn instand zu halten, je nach Material killt entweder regelmäßiges Auskochen oder Talkpuder die etwaigen Krankheitserreger. Aufbewahrt wird er im mitgelieferten Stoffbeutelchen.

Finanzieller Bonus

Ein Becher kostet zwischen 15 und 40 Euro. Klingt viel, rentiert sich aber mehr als deutlich: Er hält bei sachgemäßer Behandlung bis zu zehn Jahren. Zu dem erfreulichen finanziellen Aspekt gesellt sich auch ein weiterer gesundheitlicher: Das Herstellungsmaterial der im Handel erhältlichen Cups ist medizinisches Silikon, Latex oder Naturkautschuk, die im Gegensatz zu den synthetischen Stoffmaterialien von herkömmlichen Binden und Tampons keine Bleichmittel enthalten.

Schwer zu finden

Bei all den Vorteilen stellt sich die berechtigte Frage, warum in aller Welt sich diese Variante der Monatshygiene noch nicht durchgesetzt hat. Die anfänglich ungewohnte Handhabe allein ist als Antwort nicht befriedigend. Oder doch? Kann es gerade die umweltfreundliche Wiederverwertung der Cups sein? Wollen die Mädchen und Frauen nicht mit den Ausscheidungsprodukten ihrer Tage konfroniert werden?

Auch. Und wie erwähnt: Er macht Arbeit. Es ist einfach praktischer, Tampons oder Binden wegzuwerfen, mit Betonung auf wegwerfen. Sonst hätte sich nicht gerade die Wegwerf-Variante der Cups, der Instead Softcup, aber nicht die nachhaltigen Kappen eine Zeitlang sehrwohl auch in Österreich in einer bekannten Drogeriekette im Produktangebot befunden.

Internette Möglichkeiten

Wer auf die Becher neugierig geworden ist, der kann geholfen werden, selbst wenn es im Shop um die Ecke keine Mooncups gibt: In Zeiten des Online-Handels ist es über viele Portale möglich, Produkte in zwei Standardgrößen - für Frauen unter und über 30 beziehungsweise vor und nach einer natürlichen Geburt - und leichten Abweichungen in der Formgebung verschiedener Hersteller zu ordern. Und seitdem das möglich ist, finden die Cups immer größere Anhängerinnenschaft.

Nicht nur entfällt das Besorgen von Binde und Co. in der Semi-Öffentlichkeit einer Drogerie - was vielen Frauen aufgrund der immanenten gesellschaftlichen Tabuisierung der Menstruation unangenehm ist: Nach außen zu zeigen, dass frau gerade jetzt bluten könnte, beschämt mitunter, galt die Regel doch Jahrhunderte lang als unrein und absoluter Makel, symbolhaft für die Frau als solche. Sowas sitzt.

Lange Tragezeit

Im Internet, anonym beziehungsweise gesichtslos, zu bestellen wird gerne genutzt, hat frau erst einmal Wind von der Alternative bekommen, die noch mit einem weiteren Vorteil gegenüber dem Tampon oder der Binde (oder dem Schwämmchen, das ebenfalls selten Gebrauch findet) auftrumpfen kann: Das Cup kann bis zu 12 Stunden getragen werden. Im Vergleich: Beim Tampon sollte spätestens alle sechs Stunden gewechselt werden. Ideal für umtriebige Frauen also, die zum Beispiel viel reisen oder ausdauernd sporteln. Und für die, die unblutigen Sex haben wollen in ihren Tagen.

Mit dem Argument des möglichen Langzeittragens wird auch der Einwand entkräftet, was die schwierige beziehungsweise unsaubere Handhabung der Cups in öffentlichen Toiletten anbelangt oder generell dort, wo keine Waschgelegenheit im Klo selbst vorgefunden wird. Alles Einteilungssache, wann und damit auch wo das Cup für eine neue Runde fertig gemacht wird - das kann fast immer in vertrauter Umgebung erledigt werden. Das Blut anstauen kann das Cup auch nicht, da es am oberen Rand Einstanzungen aufweist, die überschüssiges Blut vorbeilassen. Das merkt frau dann wie auch bei einem vollgesaugten Tampon nur allzu schnell.

Wen das alles immer noch nicht überzeugt hat: Verständlich. Umständlicher bleibt das wiederverwendbare Cup allemal. Wer allerdings etwas für die Umwelt und den Geldbeutel tun will, kann das mit den Cups - regelmäßig. (bto/dieStandard.at, 18.1.2010)

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ipswich
00
23.6.2010, 17:13
hallo?

also ich fand schon das gute alte diaphragma extrem unbequem - nach einigen stunden spürt man's eben doch. dass das bei dem ding nicht so sein soll ist schwer vorstellbar - und schon gar nicht dass man damit sex haben könnte... wiegt doch wesentlich schwerer als das gelaber dass frauen sich nicht die finger schmutzig machen wollten oder sich beim binden-einkauf genieren, beim bipa arbeiten doch 99% frauen...

Natascha Bruckbauer
00
24.3.2010, 09:45
SOFTCUPS eine supergeniale Erfindung

Die Softcups von Instead kann ich nur empfehlen, ist viel hygienischer als alles andere, keine Geruchsbildung und dergleichen und die Hände wäscht man sich sowieso nach dem Toilettenbesuch. Und von UNPRAKTISCH kann da absolut nicht die Rede sein, sitzt perfekt, spürt man überhaupt nicht und kann 12 Stunden getragen werden.
Sex funktioniert wunderbar damit, absolut keine Probleme und "Mann" merkt nichts von der Periode.
Leider wurden die Instead-Softcups bei Bipa aus dem Programm genommen und bei den anderen Drogeriemärkten gibts die leider nicht.

Angelika70
31
11.3.2010, 09:41

Dieser Artikel ist in jeder Hinsicht ideologisch verbrämter Quatsch. Scham beim Binden kaufen? Sich nicht selbst anfassen wollen? Geh bitte!

Der Mooncup ist einfach unglaublich unpraktisch, das ist die so einfache wie wahre Erklärung.

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
02
15.5.2010, 01:06

Blödsinn.. das Ding ist das praktischste Menstruations"zubehör" was ich je verwenden durfte.
Das hat einfach keine Nachteile.
Außer man hat ein Problem damit, sein eigenes Blut zu sehen.. aber geh Bitte..

kinkerlitzchen
01
25.1.2010, 14:27

Drogeriemärkte sind logischerweise nicht daran interessiert, Dinge zu verkaufen, die zehn Jahre lang verwendet werden, wenn sie stattdessen mit Tampons und Binden das bessere Geschäft machen können.

die rote baronin
02
20.1.2010, 13:25
Ich finds arg, dass bezogen auf die Vorteile auch erwähnt wird..

.. dass man das anonym im Internet kaufen kann und nicht in der "Semi-Öffentlichkeit" der Drogerie (wobei ich meine Tampons und Binden nie in der Drogerie kaufe, sondern u.a. im Supermarkt - ganz ohne Scham). Das Problem hierbei liegt wohl bei den Frauen. Ich hab z.B. noch mit jedem Mann über meine Regel sprechen können. Andersrum kenne ich genug Frauen die nur mit Frauen darüber sprechen würden und das auch nur tuschelnd hinter vorgehaltener Hand.
"Und für die, die unblutigen Sex haben wollen in ihren Tagen." Kann mir kaum vorstellen, dass man damit Sex haben kann (zumindest was eine Penetration betrifft).

hina
00
17.2.2010, 08:49
...

es steht auch im beigelegten imformationsheftchen dass man den cup vor dem sexualverkehr entfernen muss.
den mikroskopischen penis möcht ich mal sehn, der da nicht anstoßen würd am cup ;)

jokergirl
00
20.1.2010, 12:30

Bekommt dieStandard für diese Weiterführung der Marketingkampagne eigentlich auch bezahlt?

fuchstritt
00
20.1.2010, 09:48

befremdlich das dings aber probieren geht wohl über studieren?!ist der trichter unten offen?da rinnts doch dann erst raus oder?

das böse Binnen-I
02
20.1.2010, 12:14
Nein, der ist unten natürlich zu!

Und sehr zu empfehlen, diese Dinger! Für mich gilt: Einmal probiert, nie mehr was anderes verwendet!

Angelika70
00
11.3.2010, 09:42

Hier einmal probiert und gleich weggeworfen. :-)

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
00
15.5.2010, 01:07

Drei Monate probieren, und du willst nie wieder was anderes.

MANAT
03
18.1.2010, 23:03

Ich find den moon cup äußerst überzeugend und kann ihn wirklich nur wärmstens empfehlen! :)

LA Diva
00
18.1.2010, 21:55
"Instead"

Auch hier in Amerika werden "Insteads" immer in die hintersten Regale geschoben und nur ein paar wenige Drogerien fuehren sie ueberhaupt. Trotzdem zahlt es sich aus, die zu probieren wenn man im Leben sehr aktiv ist (ich bin z.B. professionelle Taenzerin und kann waehrend langen Trainingseinheiten nicht immer Tampon wechseln, "hallelujah Instead"- die kann man 12 Stunden drinnen lassen!). Achtung: anfangs ist es ein bisschen schwierig die wieder rauszubekommen *gh* :)

Vorpotsky
120
18.1.2010, 20:07
"...stellt sich die berechtigte Frage,

warum in aller Welt sich diese Variante der Monatshygiene noch nicht durchgesetzt hat." He, mir kommt ein Geistesblitz: Weil's grauslich ist?

melora
01
20.1.2010, 12:15
Und was genau ist daran grauslich?

mel gob
15
20.1.2010, 11:59
grauslich..

wenn du eine frau bist, bitte ab zur sex-positive weiblicher therapeutin um dieses problemchen zu behandeln.
Wenn du ein mann bist, dann hoffentlich schwul. Sonst tut mir die Frau ehrlich leid die an deiner seite die unbefleckte spielen muss.

andreas weissnicht
11
18.7.2010, 16:28

Ich muss nicht alles gut finden, nur weil ich weiblich bin.

Aber ich bin männlich: und auch ich muss nicht alles gut finden, was weiblich ist - abgestoßene Gebärmutterschleimhaut und Blut gehören zu den Dingen, die ich nicht so gern sehe.

Naschgul
01
20.1.2010, 10:18

Auch nicht "grauslicher", als einen Tampon einzuführen, da macht man sich nämlich auch die Finger schmutzig. Aber zum Glück gibt's ja sowas wie Wasser und Seife.

melora
02
20.1.2010, 12:16
Schmutzig???

Meine Herren, beschäftigen Sie sich lieber mit Männerhygiene ;-)

Naschgul
12
20.1.2010, 16:12

Ich weiß ja nicht, wie das bei anderen Frauen ist, aber wenn ich an den ersten beiden Tagen der Regel einen Tampon einführe, bleibt wohl oder übel auch etwas Blut am Finger zurück. Das ist ganz normal; ok, "schmutzig" war vielleicht nicht das optimale Adjektiv, um das auszudrücken :)

Wolfe Tone
10
18.1.2010, 20:21

vielleicht einfach deshalb weils nicht so praktisch ist wie Tampo oder Binde.
Ich hab während meine Bundesheer Zeit eine Weile selbst gedreht (Zigaretten).
Später wars mir dann einfach zu umständlich.

Round'n'round it goes
05
18.1.2010, 18:16
Wer hat sich denn da die Mühe gemacht...

... und jeden einzelnen Artikel (auf der 2. Seite zumindest) mit rotem Stricherl markiert, auch wenn er nur Aussagen wie "danke" oder "kriegt man den in der Apotheke" oder ähnliches enthielt? Ist hier die OB-Mafia unterwegs? Oder erregt diese kleine Ding die Gemüter tatsächlich so sehr?

Naschgul
10
20.1.2010, 10:19

Nö, es gibt einfach Leute, denen so fad im Schädel ist, dass sie jedes Posting mit "unnötig" bewerten und sich diebisch drüber freuen, wenn dann jemand wie Sie die Frage aufwirft, was das soll :)

neubauerin
03
18.1.2010, 17:41
softcups gibts im drogeriemarkt

"softcups" - im unterschied zu den oft verwendbaren moon cups - für den einmaligen gebrauch gibts schon seit etlichen jahren in diversen drogeriemärkten (die üblichen verdächtigen).

in der packung sind sechs stück drinnen, wie gesagt jedes nur einmal zu verwenden, sind daher einigermaßen teuer und im regal immer ganz unauffällig platziert - doch es gibt sie.

ich halte die softcups gut geeignet für frauen, die - bevor sie sich den moon cup zulegen - einfach mal ausprobieren möchten, wie sie sich damit tun.

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