Frankreich

Konservative für Frauenquote in Unternehmen

21. Jänner 2010, 12:48

Gesetzentwurf nimmt erste Hürde im Parlament - Geht es nach der UMP, sollen Räte in fünf Jahren zur Hälfte mit Frauen besetzt sein

Paris - In Frankreich hat die geplante Frauenquote in den Führungsgremien börsennotierter Unternehmen die erste Hürde im Parlament genommen. Die Nationalversammlung stimmte am Mittwochabend in erster Lesung für einen Gesetzesvorschlag der konservativen Regierungsmehrheit, wonach Aufsichts- und Verwaltungsräte binnen fünf Jahren je zur Hälfte mit Frauen besetzt werden sollen. 

Eingeschränkte Strafen

Strafen sind allerdings nur vorgesehen, wenn die Firmen auch sechs Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes unter der Schwelle von 40 Prozent Frauen bleiben. In diesem Fall würden Beschlüsse der Gremien automatisch ungültig.

Dies würde nach dem Entwurf auch gelten, wenn Zwischenetappen nicht erreicht werden. So muss in bisher nur mit Männern besetzte Verwaltungsräte - die für Frankreich typische Mischung aus Vorstand und Aufsichtsrat - spätestens sechs Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes mindestens eine Frau gewählt werden. Drei Jahre nach Inkrafttreten muss der Frauenanteil überall bei 20 Prozent liegen. Die Regierung lehnt Strafen für diese Zwischenetappen ab, die von einer Regierungsabgeordneten eingefügt und von der Nationalversammlung angenommen wurden.

Wenige Frauen in Führungsetagen

Betroffen von dem Gesetz, das jetzt in den Senat geht, wären 650 börsennotierte Unternehmen. Obwohl in Frankreich mehr als drei Viertel der Frauen berufstätig sind, saßen in den Verwaltungsräten im vergangenen Jahr zu 90 Prozent Männer. In den 500 größten französischen Unternehmen hatten Frauen in den Gremien sogar nur einen Anteil von acht Prozent.

Opposition will mehr

Die oppositionellen Sozialisten enthielten sich bei der Abstimmung am Mittwochabend. Sie befürworten zwar grundsätzlich das Ziel der Initiative, halten den Gesetzesvorschlag aber für "zu zurückhaltend". Auch die Kommunisten wollen härtere Regelungen: "40 Prozent sind keine Gleichstellung", sagte PCF-Chefin Marie-George Buffet mit Blick darauf, dass Firmen, die unter dem 50-Prozent-Ziel bleiben, keine Sanktionen fürchten müssen. (APA/AFP)

wolfgang juen
00
22.1.2010, 09:47
find ich echt suuper.

Jetzt, wo die männerdominierte wirtschaft sichtbar dem abgrund zutreibt, werden die frauen an die schalthebel der (ohn)macht gerufen. die sollten dies eigentlich verweigern oder doch nicht, waren und sind sie nicht zur hälfte nutznieser dieses auf ausbeutung ausgerichteten systems?
eh wurscht, diese zeilen sind in wenigen stunden im off verschwunden

Martin Schwarzbauer
 
00
21.1.2010, 23:16

Ich bin zwar gegen Quoten, aber das gute an der Sache ist: man wird beobachten können, wie dieses Experiment verläuft.

Zunächst einmal wird interessant, wie viele Unternehmen die Zwischenziele erreichen können und woran es bei denen scheitert, die es nicht schaffen. (Gibt es genug Bewerberinnen?)

Weiters kann man sich die Performance von Unternehmen mit schnellem Zuwachs des Frauenanteils gegenüber jenen ansehen, die hinterher hinken. (Wird es besser? Schlechter? Egal?)

Schlussendlich kann man parallele Veränderungen der Geschlechterrollen untersuchen. (Vorbildwirkung?)

Man wird also schon in 10 Jahren wissen, ob die Prognosen der Feministinnen eintreffen, das alles besser wird, wenn man nicht "auf weibliches Potenzial verzichtet".

Thomas Felder
02
21.1.2010, 21:40
sowas

ist lächerlich

German Wing
00
21.1.2010, 20:38
Tschuldigung, aber

hätten wir eine Frauenquote, dann wäre der österreichische Standort einfach nicht konkurrenzfähig.

Frauen sind am effizientesten am Herd und beim Putzen.

Mit freundlichen Grüßen
Die Wirtschaft, ÖVP

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