Washington - An den Genen liegt es nicht, wie man längst weiß: Mädchen sind mathematisch ebenso begabt wie Buben, wie zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben. Woran aber liegt es dann, dass Buben bei den meisten Mathematik-Tests im Schnitt meist besser abschneiden? Und wie ließe sich das ändern?
Klar ist, dass das die Schule und insbesondere der Mathematikunterricht eine entscheidende Rolle spielen. Eine wichtige Präzisierung liefert nun eine Studie von PsychologInnen der Universität Chicago: Sie fanden heraus, dass Volksschullehrerinnen ihre Angst vor Mathematik an ihre Schülerinnen gleichsam übertragen, während die Buben davon unbeeindruckt bleiben.
An der Studie, die heute im US-Fachblatt PNAS erscheint, nahmen insgesamt 17 Lehrerinnen der ersten und zweiten Klasse Volksschule sowie ihre 52 Schüler bzw. 65 Schülerinnen teil. Um zu testen, inwieweit sich die Mathe-Ängste von Lehrerinnen auf ihre SchülerInnen übertragen könnten, prüften die ForscherInnen die Einstellung und Rechenkünste am Anfang und am Ende des Schuljahres.
Dabei kam heraus, dass Mädchen, die sich dem Vorurteil angeschlossen hatten, bei Rechentests signifikant hinter den unbeeinflussten Mitschülerinnen und -schülern zurückblieben. In den USA - und auch in Österreich - sind rund 90 Prozent der Volksschullehrer Frauen. (tasch, DER STANDARD/Printausgabe 26.1.2010)
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