
Vor allem die "Textverfälschung" stört.
"Lächerlich", "völlig übertrieben", "überspannt". So und noch viel leidenschaftlicher macht man sich regelmäßig über Forderungen und Kritik von frauenpolitischer Seite und Feministinnen her. Diese hätten zudem "wohl nichts Besseres zu tun" als nur eingebildete Ungleichheiten in unserer, doch mittlerweile gleichberechtigten, Gesellschaft zu suchen, dem immanenten Sexismus solcher Aussagen gegenüber natürlich völlig blind.
Wenn Gleichberechtigung (bzw. gar die "Frauen-Bevorzugung") bereits Realität ist und frauenpolitische und feministische Anliegen überflüssig sind, muss die kürzliche Aufregung über eine Kampagne des Bildungsministeriums doch sehr verwundern. Die Kampagne will den Gedanken transportieren, dass "in jedem Kind Talente stecken, die wir gut fördern müssen", wie es auf der Seite des Bildungsministeriums heißt. Zu dem Zweck wurde ein Video mit einer Version der Bundeshymne produziert, in der nicht nur "große Söhne" besungen, sondern auch noch ein "und Töchter" drangehängt wurde - so schnell kann sich der Inhalt einer Kampagne verflüchtigen, denn ab sofort ging es nur mehr um eines: "und Töchter".
Der Sessler-Verlag, der die Erben der Textdichterin Paula von Preradovic vertritt, beruft sich auf einen Vertrag, der einzuhalten wäre, und droht mit einer Klage - obwohl die ErbInnen Fritz Molden und Koschka Hetzer-Molden kein Interesse an einer solchen haben. Der Verlag führt neben der "Textverfälschung" zwar auch den Umstand der "Verfälschung der Musik" durch die Rock-Interpretation an, betonte aber, dass es "vor allem um die Textverfälschung" geht.
Vor allem das "und Töchter" regt auf
Die "musikalische Verfälschung" der Bundeshymne alleine hätte wohl nicht diese Aufmerksamkeit bekommen, da regen die "Töchter" schon viel mehr auf. Jene, die sich derartige Eingriffe in Bestehendes verbieten, drehen das Blatt einfach um und fragen: "Haben wir keine anderen Probleme in Österreich, als den Text der Bundeshymne?". Zitat Martina Schenk vom BZÖ, die wie auch andere ignorierte, dass selbst Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek einer generellen Änderung der Bundeshymne nicht oberste Priorität beimisst.
Ja, es gibt noch andere Probleme, so viel steht fest und darüber ist man sich einig. Gerade deshalb ist es umso erstaunlicher, dass selbst über so winzige Neuerungen wie Personenbezeichnungen und gendergerechte Sprache Wut und Häme (Cartoon: Diskussionen die auch noch gefuehrt werden muessen? Seite2) nicht abreißen wollen. Wenn das nicht "lächerlich" und "völlig übertrieben" ist. (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 26.1.2010)
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vielleicht gab es ja einen Wettbewerb, falls nicht:
Flüssig singbar sollte es schon sein.
Zu den Brüderchören fällt mir auch nichts ein.
Vielleicht müssen zwo neue Strophen her? Oder wenigstens leicht veränderte? Der Einwand, es klänge holprig, ist nicht bloß ein Ablenkungsmanöver.
In einer Sache streifen die von anderen Seiten als "Genderwahnsinnigen" bezeichneten Leute ein interessantes Phänomen bzw haben dieses ins Rollen gebracht: Als Frau fühle ich mich grundsätzlich nicht mehr angesprochen, wenn es nicht explizit formuliert wird. Das führt eher zu Gleichgültigkeit, besonders beim Lesen älterer Texte mit Appell :)
Wer also irgendwas will, sollte sich nicht alleine der PC wegen um alle Geschlechter bemühen.
wenn dann bitte "...töchter und söhne, volk begnadet für das schöne" damit sichs auch weiterhin reimt
am besten wäre eigentlich etwas wie "...großer menschen, volk begnadet ohne grenzen" oder so ähnlich. da wären dann auch transgender leute miteinbezogen, aber so weit ist österreich leider mit sicherheit noch nicht :(
wie wichtig die einbeziehung der töchter i.d. bundeshymne ist, zeigen mir die vielen kommentare dazu, die mit häme und frauenabwertung gespickt sind. das erlebe ich in vielen blogeinträgen, wenn es um frauenfragen, feminismus, gleichstellung geht.
wie sagte schon Hedwig Dohm, bedeutendste feministische theoretikerin, schriftstellerin : "man kommt sich auf dem gebiete der frauenfrage immer wie ein wiederkäuer vor".
warum muß man unbedingt "söhne und töchter" verwenden, was musikalisch mit einer abhackung bzw. unterbrechung der musik einhergeht weil es nicht in den takt passt.
viel schöner und leichter wäre es doch das "söhne" durch "menschen" zu ersetzen und somit "heimat bist du großer menschen" zu singen .... man bräuchte dann keine extratöne oder eine kurze pause im takt wie beim stürmer-song.
Weil, in einem Text wie diesen sollte frau das Wort man gänzlich vermeiden. Sonst wirkt's irgendwie so, als wäre ihr das eigene PC-Gewäsch eigentlich eh egal.
Davon abgesehen: Stürmer will Gratis-PR und das hat geklappt. Wenn's ihr um mehr ginge, hätte sie "Heimat bist du großer Kinder" geschrieben und "Volk begnadet für das Schöne" durch einen geeigneten Reim ersetzt, um den Sprachrythmus des Werks zu erkhalten. Aber das wäre, naja, Arbeit.
wenn ich mich recht erinnere hat ja dradiwaberl einen text zu der bundeshymne geschrieben. nun ja ist nichts erhabenes aber zumindest ist es ehrlich. und bitte warum schreibt da keiner darueber, dort sind die toechter enthalten. aber das lied hat denen im parlament nicht so gepasst, nicht mal den gruenen. warum bitte? ist ja gleichberechtigt.
jede aenderung an einem geistigen eigentum ist im grunde ein missbrauch des kuenstlers, und es aendert nichts daran das die dichterin das lied so geschrieben hat, entweder eine neue hymne oder nichts aendern.
ich halte auch nichts von leuten die sich anmassen shakespear umzuschreiben. selber machen oder klappe halten.
im grunde ist es ein lied, eine kreative schoepfung eines menschen. ein kusntwerk. und nebenbei auch von einer frau geschrieben. es geht hier nicht um haeme oder um problme sondern um geistiges eigentum. auch wenn leonardo nicht mehr am leben ist, wuerde eine ergaenzung des letzten abendmales mit einigen frauen(bin persoehnlich ueberzeugt das welche dabei waren) wuerde das bild weder besser machen noch der gleichberechtigung dienen. man kann die bundeshymne sicher austauschen. dem spricht wohl nichts dagegen, aber eine aenderung ist abzulehen, schon aus dem grund weil dann ja jede aenderung akzeptiert werden muesste. und um nur wader hinzuzuziehen der hat bestimmten menschen verboten seine lieder zu verwenden(eben wegen umdeutungen)
Solange es soweit ist das FGM und Zwangsheirat noch nichtmal als Asylgrund ausreichen in diesem Land sollte man als Frau stolz sein nicht erwähnt zu sein. Im moment würd ich mich eher dafür stark machen das die Söhne auch nicht erwähnt werden weil mit dem Land will ich nix zu tun haben.
Wenn Sie Argumente, die Ihnen nicht gefallen, gleichsam im Pinzettengriff vorführen (indirekte Rede, Schlüsselwörter in Anführungszeichen), haben Sie es inhaltlich noch nicht widerlegt oder auch nur was dagegen gesagt. Deshalb IMO: ja, es ist lächerlich, ja, wir haben Besseres zu tun. Gegenargumente, anyone?
PS. Sich über die - huch! - Häme eine Karikatur zu beschweren, ist mMn jämmerlich. Es ist Wesensmerkmal und Aufgabe der Karikatur, sich lustig zu machen über politische Vorkommnisse, gesellschafliche Diskussionen, Politiker und andere im Rampenlicht Stehende. Und unfassbarerweise sind auch weibliche Politkasperl davon betroffen (Ogottogottogott! aber: nennt es Gleichberechtigung).
Wenn schon eine Änderung, warum dann nicht "Heimat bist du großer Kinder", denn das passt sich besser der Hymnenmelodie an - ein Wort wird durch ein anderes ersetzt, und nicht: zwei weitere werden angehängt ("und Töchter"). Diese Trennung von Söhnen und Töchtern finde ich außerdem eine unnötige Auffälligkeit. Man muss nicht zwei Geschlechter immer extra nennen. - Wir alle sind Kinder einer Heimat.
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