Eingetragene Partnerschaft

Zwei Lesben "getraut"

26. Jänner 2010, 10:18

Erstes Frauenpaar ließ seine Partnerschaft im Standesamt Salzburg eintragen

Salzburg - Ganz unspektakulär, ohne Voranmeldung und damit fernab der Öffentlichkeit, hat das erste gleichgeschlechtliche Paar am 8. Jänner seine Partnerschaft im Standesamt der Stadt Salzburg eintragen lassen. "Die beiden Damen waren überraschend da. Sie hatten keinen Termin, aber alle Papiere vorgelegt. Die Premiere ist vorbei", sagte Franz Schefbaumer, Chef des Standesamtes im Schloss Mirabell.

Das Pärchen "jüngeren Alters" verzichtete auf eine Zeremonie im berühmten Marmorsaal des Schlosses. Die zwei Frauen wollten nur den rechtlichen Teil schnell hinter sich bringen. "Und sie wollen auch nicht in den Medien genannt werden", so Schefbaumer. Das trifft auch auf alle anderen homosexuelle Paare zu, die im Jänner das "Aufgebot" bestellt haben. "Die Zurückhaltung dieser Paare ist sehr groß."

Der Andrang lässt noch warten

Noch ist kein großer Andrang auf eingetragene Partnerschaften in Salzburg zu erkennen. Bis jetzt liegen erst fünf konkrete "Aufgebote" und drei Reservierungen vor. Zum Vergleich: Im Jänner gaben sich in der Stadt Salzburg 45 heterosexuelle Paare das Ja-Wort. Im Jahresschnitt werden im zweitgrößten Standesamt Österreichs 1.200 Ehen geschlossen.

Der Chef des Salzburger Standesamtes rechnet allerdings mit einer starken Zunahme von eingetragenen Partnerschaften in den Sommermonaten. Möglich ist, dass bereits im Februar Schwule oder Lesben zum ersten Mal im Marmorsaal ihren Lebensbund feierlich schließen. Seit Jahresbeginn können in Österreich gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaften eintragen lassen. (APA)

weitersagen:
drucken
Miklaus Röchlinger
28.01.2010 15:07

Was heisst hier wenig? 8 EP-SChließungen im Vergleich zu 45 Ehen im Jänner? das würde ein Verhältnis von 1:5 oder 1:6 ergeben: Geht man davon aus, dass laut weitestgehenden Schätzungen 10% der Bevölkerung homosexuell sind, liegt das fast beim doppelten Schnitt! Ein Zeichen dafür wie dringend dieses Intrument gebraucht wurde und wie notewendig die völlige Gleichstellung mit der Ehe immer noch ist!

25:25:50 2:1
28.01.2010 22:17

Wenn man aber bedenkt, wie viel da angeblich seit Jahren darauf warten, relativiert sich die Zahl aber.

Also ich hätte da gerade für die ersten Monate mindestens gleich vielen EP-SChließungen wie Heteroehen erwartet.

Laird of Glenmore
30.01.2010 14:39
Wenn man sich aber das EP-Gesetz anschaut,

würde ich auch nicht heiraten - wenn es nicht aus rechtlichen Gründen unbedingt erforderlich wäre.

Zu feiern gibts da wenig, da ziehe ich schon eine echte Hochzeit in Barcelona, Las Palmas de Gran Canaria, Amsterdam, Vancouver oder Kapstadt vor.

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.