Salzburg - Ganz unspektakulär, ohne Voranmeldung und damit fernab der Öffentlichkeit, hat das erste gleichgeschlechtliche Paar am 8. Jänner seine Partnerschaft im Standesamt der Stadt Salzburg eintragen lassen. "Die beiden Damen waren überraschend da. Sie hatten keinen Termin, aber alle Papiere vorgelegt. Die Premiere ist vorbei", sagte Franz Schefbaumer, Chef des Standesamtes im Schloss Mirabell.
Das Pärchen "jüngeren Alters" verzichtete auf eine Zeremonie im berühmten Marmorsaal des Schlosses. Die zwei Frauen wollten nur den rechtlichen Teil schnell hinter sich bringen. "Und sie wollen auch nicht in den Medien genannt werden", so Schefbaumer. Das trifft auch auf alle anderen homosexuelle Paare zu, die im Jänner das "Aufgebot" bestellt haben. "Die Zurückhaltung dieser Paare ist sehr groß."
Der Andrang lässt noch warten
Noch ist kein großer Andrang auf eingetragene Partnerschaften in Salzburg zu erkennen. Bis jetzt liegen erst fünf konkrete "Aufgebote" und drei Reservierungen vor. Zum Vergleich: Im Jänner gaben sich in der Stadt Salzburg 45 heterosexuelle Paare das Ja-Wort. Im Jahresschnitt werden im zweitgrößten Standesamt Österreichs 1.200 Ehen geschlossen.
Der Chef des Salzburger Standesamtes rechnet allerdings mit einer starken Zunahme von eingetragenen Partnerschaften in den Sommermonaten. Möglich ist, dass bereits im Februar Schwule oder Lesben zum ersten Mal im Marmorsaal ihren Lebensbund feierlich schließen. Seit Jahresbeginn können in Österreich gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaften eintragen lassen. (APA)
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