
Maresa Hörbiger feiert am 29. Jänner ihren 65. Geburtstag.
Wien - Film und Fernsehen hat die jüngste Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger eher ihren Schwestern Christiane Hörbiger und Elisabeth Orth überlassen. Kammerschauspielerin Maresa Hörbiger, die am 29. Jänner ihren 65. Geburtstag feierte, ist in ihrer Laufbahn vor allem auf der Bühne des Wiener Burgtheaters zu Hause gewesen. Das eigene Zuhause, die Döblinger Villa ihrer Eltern, hat sie als Salondame schon 2003 zum "Kultursalon Hörbiger" umfunktioniert, 2008 gründete sie hier gemeinsam mit Karlheinz Hackl das "Theater zum Himmel".
Die 1945 in Seefeld (Tirol) geborene Schauspielertochter wollte ursprünglich Journalistin werden, ehe sie, nicht zuletzt auf Zuraten Hugo Portischs, am Wiener Max-Reinhardt-Seminar eine Schauspielausbildung absolvierte. Nach ersten Engagements in Regensburg und Bern holte sie Gerhard Klingenberg 1972 ans Wiener Burgtheater.
Frauen-Problem-Rollen
Dort war sie nach ihrem Debüt als Christine in Schnitzlers "Liebelei" vor allem in Jungmädchen- und Frauen-Problem-Rollen zu sehen, so etwa in Thomas Bernhards "Die Jagdgesellschaft", in Max Frischs "Triptychon", in Peter Handkes "Wunschloses Unglück" und Vaclav Havels "Berghotel". Erfolgreich war sie in jungen Jahren etwa als Recha in Lessings "Nathan der Weise", als Gretchen im "Faust" oder in Kleists "Käthchen von Heilbronn". Außerdem war sie Ibsens "Nora" und die Frau Muskat in Franz Molnars "Liliom", Goethes Klärchen in "Egmont" und die Arsinoe in Molieres "Der Misanthrop".
Mit Annemarie Düringer und Susi Nicoletti spielte Hörbiger in der sehr erfolgreichen Inszenierung von Thomas Bernhards "Der deutsche Mittagstisch". 1996 verkörperte sie in Klaus Pohls "Vinny" die Mutter einer drogensüchtigen Tochter, in Karlheinz Hackls Inszenierung von "Romeo und Julia" übernahm sie die Rolle der Lady Capulet, 1998 und 1999 ging sie mit Schnitzlers "Anatol" auf Tournee - als mondäne Gabriele an der Seite von Alfons Haider.
Fernsehfilme
Außerdem war Hörbiger am Berliner Renaissancetheater (für Tennessee Williams' "Die Katze auf dem heißen Blechdach"), am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und in Reichenau engagiert. Zu ihren Fernseh-Ausflügen zählen Klingenbergs TV-Theater-Version von Schillers "Kabale und Liebe", "Die Heilige Johanna" (1971) und "Der Raub der Sabinerinnen" (1976), für das Kino drehte sie mit Michael Glawogger "Ameisenstraße" (1995) und mit Reinhard Schwabenitzky "Eine fast perfekte Scheidung" (1998). 2008 stand sie als Romy Schneiders Mutter Magda für die "Romy"-Fernsehverfilmung vor der Kamera. Immer wieder gestaltet die Schauspielerin auch Solo- und Leseabende wie etwa Schnitzlers "Fräulein Else" oder Handkes "Wunschloses Unglück" mit Markus Hering.
Hörbiger, die 2005 von Bundespräsident Heinz Fischer zur Kammerschauspielerin ernannt wurde, richtete in der elterlichen Villa bereits 2003 den "Kultursalon Hörbiger" ein und trat in den vergangenen Jahren unter anderem in Reichenau und am niederösterreichischen Landestheater auf. Seit 2008 veranstaltet sie gemeinsam mit Karlheinz Hackl das "Theater zum Himmel" im Hörbiger-Haus, im vergangenen Sommer etwa mit Kindertheater, Vorstellungen im Hof und Lesungen zahlreicher Kollegen. (APA)
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