Salzburg - Dass die Frauenbüros von Stadt und Land Salzburg eine Abtreibungs-Ambulanz für einen Frauenpreis vorgeschlagen haben, stößt nun auf Proteste der Katholischen Aktion und des Katholischen Familienverbandes. Die Nominierung sei ein "ausgesprochener Fehlgriff", meinte etwa Marie-Luise Zuzan vom Familienverband.
Erstmals wird der mit 3.000 Euro dotierte "Troll-Borostyani-Preis" heuer nicht von einer Fachjury vergeben, sondern können die Salzburgerinnen in Form einer Straßenbefragung und im Internet abstimmen. Die Frauenbüros haben dafür sechs Einrichtungen nominiert, aus denen die Preisträgerin gekürt werden kann: Frauenhaus Salzburg, Gynmed Ambulanz, Frauengesundheitszentrum Isis, Gewaltschutzzentrum, betrifft:Frauen und das Lungauer Frauennetzwerk. Laut Ausschreibung soll der Preis "an eine herausragende frauenpolitische Errungenschaft, die Salzburger Frauen in ihrer Selbstbestimmung und Eigenständigkeit stärkt", verliehen werden.
Zahlreiche Proteste
Die Abtreibungsambulanz im Landeskrankenhaus sei "kein frauenpolitisches Highlight, das es zu feiern und zu prämieren gilt", protestierte Doris Witzmann, Präsidentin der Katholischen Aktion, in einer Aussendung. Es sei "bedauerlich", dass die Auszeichnung nun zum Gegenstand ideologischer und parteipolitischer Auseinandersetzung werde. "Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, jene Personen und Einrichtungen in den Fokus dieser Auszeichnung zu nehmen, die Rahmenbedingungen erarbeiten und konkrete Angebote für schwangere Frauen und Frauen mit Kindern schaffen, damit diese ihre oft schwierige persönliche Lebenssituation gut meistern können", so Witzmann in einer Aussendung.
Die Salzburger ÖVP-Landesrätin Doraja Eberle hatte kürzlich gemeint, "die Nominierung einer Abtreibungsklinik ist Zynismus in Reinkultur und ein völlig falsches Signal für moderne Frauenpolitik."
Frauenbeauftragte Romana Rotschopf war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (APA)
Ein neues Versicherungsprogramm für RisikopatientInnen deckt Schwangerschaftsabbrüche nur mehr in Ausnahmen ab
Richter verbot Schwangerschaftsabbruch, da für die Frau keine unmittelbare Lebensgefahr besteht
Verfassungsbeschwerde der Volkspartei auf Aussetzung des neuen Gesetzes gescheitert
Die TV-Aufsichtsbehörde sieht in "Marie Stopes International" einen "Wohlfahrtsverband"
Wiener Landessicherheitsgesetz: Bis zu 700 Euro Strafe und Rückkehrverbot
Pro Life-Vorwurf der Trivialisierung des menschlichen Lebens stößt auf Rechtfertigung der Werbung duch Frauenorganisationen als "wichtigen Fortschritt"
Laut Verfassungsgerichtshof sind Proteste vor Abtreibungspraxen erlaubt - MedizinerInnen droht kein "Verlust an sozialer Achtung"
Wiens Katholischer Familienverband kirchliche Schwangerenberatungsstellen durch die Frauenstadträtin diskriminiert
Clip auf Videoportal: "Beispiel meiner Mutter wird andere Frauen ermutigen, die sich in komplizierten Phasen ihres Lebens befinden"
Demo vor Klinik, in der RU486 nun erstmals eingesetzt wurde - Keine einheitliche Regelung in Italien
In einer Klinik, in der auch Spätabtreibungen durchgeführt wurden, gab es eine auffällige Häufung von Infektionen
Konservativismus verstärkt sich - Forscherin spricht von "Scheinheiligkeit"
Parlament setzt gegen Willen von demokratischem Gouverneur Schikanen bei Abbrüchen durch
Senat hat Abtreibungsreform letztlich zugestimmt: Abtreibungen bis zur 14. Woche legal, bis zur 22. Woche im Falle schwerer Risiken für die Mutter möglich
Nach Zulassung der Abtreibungspille ruft Vatikan Ärzte/Ärztinnen und Institutionen zu Dienstverweigerung auf
Staatliche Zuschüsse für Krankenkassen, die Abbrüche zulassen, erlaubt
Präsidenten der Regionen Venetien und Piemont haben konkrete Schritte gegen die medikamentöse Alternative zum Abbruch angekündigt
In den USA sorgen Statistiken über Abtreibungen für rege Debatten über Afroamerikanerinnen - Zahlen über Abbrüche werden auch in Österreich gefordert
Die Klinik des ermordeten Arztes ist nun geschlossen, sie war die letzte in Kansas, die Spätabbrüche durchführte
Die Katholische Kirche meldet sich wieder zu Abtreibung zu Wort: Schönborn ist für gesetzliche Maßnahmen gegen Abtreibung, spricht sich aber nicht für Abschaffung der Fristenlösung aus
Aus für "sanfte Methoden": "Die Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Adolf Hitler eingeführt"
Frauengesundheitszentrum: Statistisches Erfassen werde nicht zu Rückgang führen - Aktion Leben begrüßt Marek-Vorschlag als sinnvoll
Selbst bei krebskranker junger Frau keine Ausnahme: Lebensrettende Behandlung wird verwehrt, weil sie schwanger ist
Alle seit 1989 publizierten Studien zu Abtreibung und möglichen Folgen wurden untersucht - Fazit: Andere Risiko-Faktoren unbeachtet
Die Organisation fordert erneut Erhebung über Motive für Schwangerschaftsabbrüche und staatlichen Hilfsfonds
Drei Frauen klagen gegen Gesetz, das ihr "Recht auf Privat- und Familienleben" verletzt - Auch mit Diskriminierung von sozial Schwächeren wird argumentiert
"Aktion Leben" biete aber selbstverständlich ergebnisoffene Beratung an, so Generalsekretärin Kronthaler im Interview. Die Abtreibungsdebatte sei voller Unterstellungen
Grüne Frauensprecherin fordert vom Bürgermeister eine Ortspolizeiliche Verordnung für Wien
Guttmacher Institut forschte zehn Jahre lang zu Sexualgesundheit: Verheiratete Frauen greifen mittlerweile viel öfter zu Kontrazeptiva
Anwalt: Juristische Parallelen zur Tierschützeranklage
Die Abtreibungsfrage spaltet Hispano-AmerikanerInnen - Einstellungsbarometer ist auch für PolitikerInnen wichtig, da Latino-Gruppe am schnellsten aller US-Minderheiten wächst
Die Frauenrechtsorganisation steuert mit ihrem Klinik-Schiff seit 1999 Länder an, wo Abtreibungen verboten sind - und rettet damit Frauenleben
Neue Grazer Broschüre kompiliert Infos zu Beratung und Abtreibung
Anne-Marie Rey, streitbare Kämpferin für Frauenrechte, beschreibt das 30-jährige Ringen um die Fristenlösung in der Schweiz
Wenn Christen eher Frauen Leid zufügen wollen, als zellhaufen zu Opfern, damit sie Ihre schwachsinnige Phantasien treu sein dürfen, dann ist das auch irgendwie Zynisch. Wenn man vergisst, das zynismus Bewusstsein voraussetzt, und die Reflektion besitzen diese Menschen wohl nicht. Was haben die spaghettimonster-menschen gegen Abtreibungen? Wäre ja interessant zu wissen.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.