USA

Anti-Abtreibungsspot bei Super Bowl geplant

28. Jänner 2010, 12:37

Frauenrechtsgruppen laufen Sturm gegen Beitrag einer konservativen Christen-Gruppierung, der auf CBS ausgestrahlt werden soll

New York - Die geplante Ausstrahlung eines Werbespots gegen Abtreibung während des Super Bowls in der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL ist in den USA zu einem Politikum geworden. Frauenrechts-Organisationen laufen Sturm gegen den 30-sekündigen Beitrag der konservativen Christen-Gruppierung "Focus on the Family" (Fokus auf die Familie) in der Pause der Partie zwischen den Indianapolis Colts und den New Orleans Saints am 7. Februar in Miami und fordern den TV-Sender CBS auf, den Spot aus dem Programm zu streichen.

Werbebotschaften während des Super Bowls sind wegen der traditionell hohen Einschaltquoten die teuersten und begehrtesten Sendeplätze im US-Fernsehen. Das Thema Abtreibung sorgt in den USA seit Jahrzehnten für kontroverse Diskussionen quer durch die gesamte Gesellschaft.

Kein Verstoß gegen Sender-Richtlinien

In dem Spot sollen ein College-Footballstar und seine Mutter zu Wort kommen. Die Mutter berichtet angeblich darüber, dass sie ihren Sohn gegen den Rat der MedizinerInnen zur Welt gebracht hätte. Ein Sprecher von "Focus on the Family" ließ offen, ob der Begriff Abtreibung in dem angeblich aus Spenden- und nicht aus Steuergeldern finanzierten Spot fallen wird. CBS bezeichnete in einer ersten Reaktion die Ausstrahlung des Spots als vereinbar mit den Richtlinien des Senders. (SID)

 

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16 Postings
Metaethischer Nihilist
00
31.1.2010, 02:09
Werbespot-idee

Es wäre so geil, wenn jemand ein Video über pro-abortion drehen würden. Z.B ein Bild vom Papst, oder von ganzen HIV-Infizierten dörfern, begleitet vom text: WTF r u thinking about? Press abort.

cgz74
00

sowas ähnliches gab's mal in einer kondomwerbung mit thatcher's, ceaucescu's etc. eltern nach dem motto: "if only they'd use a (jiffy o. ä.) condom"
großartig!!

FinalDestinati0n
00
29.1.2010, 13:17

Das Traurige ist, Tim Tebow - ein Collegefootball-Star - ist der Protagonist in diesem Spot...

Naja, dann kann man schon erahnen, wie viele nur aufgrund von ihm sich den Spot ansehen werden.

Mukkadin
00
29.1.2010, 09:53


Meinungsfreiheit in einer halbwegs gebildeten Gesellschaft wär auch ungefährlich...

Verdammt Coole Schreckschrauwe
46
28.1.2010, 23:27
Grade hat ein Fanatiker einen Arzt niedergemetzelt -

ist schon wieder vergessen, mach ma halt an Spot, wurscht was er kostet, und weiter geht es mit der Hetze gegen Frauen, Mädchen und gegen Ärzte, Personal und Securities... Bluthunde, diese "Christen"

Gelsomina
52
29.1.2010, 10:06

Warum fuehlen Sie sich so bedroht von einer Frau, die ihr Kind gegen den Rat der Aerzte zur Welt gebracht hat und froh darueber ist? Ist das nicht in Wirklichkeit der hoechste Ausdruck von "choice" - der Freiheit zu waehlen?

Herr Vorragender
04
29.1.2010, 18:11

Und? Es geht um die Instrumentalisierung der individuellen Entscheidung einer Frau durch religiöse Fanatiker, deren Ziel ein staatliches Abtreibungsverbot für alle Frauen ist - und das stellt sehr wohl eine Bedrohung für Frauen dar.

Im Übrigen gibt es unzählige Frauen, die froh sind, einen Fetus NICHT zur Welt gebracht zu haben.

Gelsomina
21
29.1.2010, 20:32

Die Meinungsmacher der Abtreibunsbefuerworter instrumentalisieren die individuelle Entscheidung ununterbrochen. Planned Parenthood hat eine maechtige Lobby in den USA.

Deshalb lesen wir in Zeitungen wie der New York Times oder Magazinen wie Times, Newsweek, etc. (oder dem Standard in Oesterreich, der sich vor allem an der NYT orientiert) ausschliesslich positive Artikel ueber Abtreibung. Das ist regelmaessige Gratiswerbung fuer Abtreibungsbefuerworter.

Ebenso werden Morde wie jener an Tiller breitgetreten, waehrend Morde an Abtreibungsgegnern vollkommen ignoriert werden.

Aber wenn CBS mal das Gegenteil tut, werden die Abtreibungsbefuerworter gleich paranoid. Aber Meinungsfreiheit ist Meinungsfreiheit, zumindest in den USA.

Herr Vorragender
04
29.1.2010, 21:30
1. existieren keine "Abtreibungsbefürworter", sondern lediglich BefürworterInnen des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch.

Niemand zwingt Frauen zu einer Abtreibung (außer in Diktaturen wie China, aber das hat ja nichts mit Feminismus zu tun).

2. besteht zwischen der Pro-Choice-Bewegung und den Anti-Choice-PropagandistInnen ein fundamentaler Unterschied: Erstere tritt für die Wahlfreiheit für ALLE Frauen (einschließlich des freien Zugangs zu Verhütungsmitteln sowie umfassender Sexualaufklärung für Jugendliche) ein, letztere wollen Frauen per Gesetz zum Austragen unerwünschter Schwangerschaften ZWINGEN. (Dass Frauen dann bei "EngelmacherInnen" krepieren bzw. ins Gefängnis geworfen werden, nehmen sie billigend in Kauf.)

3. sind religiöse FanatikerInnen nun einmal weitaus gewalttätiger als Frauenrechtlerinnen - das ist wahrlich nicht meine Schuld.

Gelsomina
30
29.1.2010, 22:59

Sie stellen Zusammenhaenge her, die nicht existieren. Es gibt areligioese Abtreibungsgegner, es gibt feministische Abtreibungsgegner und es gibt religioese Abtreibungsbefuerworter (um Ihren Orwell'schen Neusprech zu vermeiden).

Jeder hat freien Zugang zu Verhuetungsmitteln. Gehen Sie mal in einen x-beliebigen Drogeriemarkt, in Oesterreich oder in den USA. Sexualaufklaerung fuer Jugendliche gibt es seit Jahrzehnten. Zu behaupten, dass Sie fuer diese Dinge kaempfen muessten, ist Spiegelfechterei.

Sie muessen uebrigens fuer ueberhaupt nichts kaempfen. Abtreibungsgegner sind diejenigen, die fuer gewoehnlich zum Schweigen gebracht werden, z. B. indem man sie zu religioesen Fanatikern erklaert.


Herr Vorragender
03
29.1.2010, 23:13
Die meisten AbtreibungsverbotsbefürworterInnen sind sehr wohl religiös und machen daraus ja auch keinen Hehl;

die Legalisierung der Abtreibung wurde von Feministinnen und anderen engagierten Frauen (natürlich gemeinsam mit "linken" und liberalen PolitikerInnen) erkämpft.

"Frei" mag der Zugang zu Verhütungsmitteln sein, allerdings ist er leider nicht kostenlos (zumindest nicht in Österreich, in anderen europäischen Ländern sieht es besser aus) - und der finanzielle Aspekt bedeutet für SchülerInnen, StudentInnen, Arbeitslose, etc., mitunter durchaus eine Hürde. Ebenso lässt die schulische Sexualaufklärung oftmals zu wünschen übrig: Es gibt nach wie vor Jugendliche, die glauben, sie könnten beim "1. Mal" nicht schwanger werden oder die "Pille" schütze vor Geschlechtskrankheiten. Hier liegt einiges im Argen.

PegasusNbW
52
29.1.2010, 02:03
gerade hat auch ein fanatiker

einen stillen demonstranten, der nur an manchen tagen eine "pro-life"-tafel hochgehalten hat, niedergemetzelt.

im falle des abtreibungsarztes haben die alle großen "pro-life" organistationen ihrem entsetzen ausdruck verliehen und sich vom mörder distanziert. im falle ds abgemetzelten "pro-life"-ers hat es von seiten der "pro-choice"-bewegung keinerlei ausdruck des bedauerns und schon gar keine distanzierung gegeben.

bluthunde - diese "pro-choice"-er...?

Jane Lane
 
01
31.1.2010, 08:21

Quelle bitte.

ernst-rosmer
 
32
28.1.2010, 18:05

wer gute argumente hat, braucht argumente der gegenseite nicht zu fürchten. wer argumente der gegenseite zu unterbinden versucht, verstößt nicht nur gegen das prinzip der meinungsfreiheit, sondern löst unweigerlich bei vielen den verdacht aus, den argumenten der gegenseite nicht gewachsen zu sein.

kein argument ist so erfolgreich wie das verbotene.

GreyPaladin
10
28.1.2010, 14:03

Selber Spot machen, mehr zahlen?

no left child behind
12
28.1.2010, 21:03
Keine üble Idee.

Man könnte einen Spot dranhängen, in der der Sohn seine Mutter fragt, ob ihr eine immigrierte, unterbezahlte und Tag und Nacht arbeitende Magd währenddessen geholfen hat.

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