Salzburger Abtreibungsambulanz für Frauenpreis nominiert

29. Jänner 2010, 18:09
  • Artikelbild: Die gynaekologisch-medizinischen Ambulanz am Landeskrankenhaus in Salzburg. - Foto: AP - Wild & Team/Martin Schalk

    Die gynaekologisch-medizinischen Ambulanz am Landeskrankenhaus in Salzburg.

Die Nominierung der Gynmed-Ambulanz für den Salzburger Frauenpreis hat zu neuen Debatten geführt - Proteste von katholischen Vereine, auch Grüne skeptisch

Salzburg - Die Nominierung der Gynmed-Ambulanz, die in Salzburg seit 2005 Schwangerschaftsabbrüche durchführt, für den Salzburger Frauenpreis hat zu neuen, heftigen Debatten um die Fristenlösung geführt. Gynmed, deren Präsenz am LKH Salzburg erst nach dem Wahlsieg der SPÖ bei den Landtagswahlen 2004 möglich geworden war, ist eine von sechs für den Frauenpreis nominierten Einrichtungen. Neben der Abtreibungsambulanz sind auch noch das Frauenhaus Salzburg, das Frauengesundheitszentrum Isis, das Gewaltschutzzentrum, die Bildungseinrichtung Betrifft:frauen und das Lungauer Frauennetzwerk genannt.

Die nach der 1912 verstorbenen Salzburger Frauenrechtlerin Irma von Troll-Borostyani benannte Auszeichnung ist mit 3000 Euro dotiert. Sie wird am 8. März, dem internationalen Frauentag, überreicht. Die Nominierung von Kandidaten obliegt den mit SPÖ-Funktionärinnen besetzten Frauenbüros von Land und Stadt. Der Preisträger wird per Internet und Straßenbefragung ermittelt.

Dass die Ambulanz überhaupt auf der Liste möglicher Preisträger zu finden ist, empört vor allem ÖVP-Politiker und katholische Vereine: "Kein Orden für das Morden", heißt es bei der Katholischen Aktion: Es sei bedauerlich, "dass der Frauenpreis zum Gegenstand ideologischer und parteipolitischer Auseinandersetzungen wurde." Die Frauenbeauftragten von Stadt und Land hingegen, Romana Rotschopf und Dagmar Stranzinger, sehen die Gynmed als Errungenschaft: Es gebe endlich eine Einrichtung, die alle medizinischen Standards erfülle und psychologische Betreuung biete.

Eine differenziertere Sicht kommt von der Bürgerliste und den Grünen. Für die Sprecherin der Grünen Frauen in Salzburg, Gemeinderätin Barbara Sieberth, steht die "Fristenlösung völlig außer Streit". Es sei wichtig, dass die Gynmed in Salzburg tätig sei. Skeptisch hingegen ist man, was die Nominierung der Gynmed angeht.

Im Unterschied zu den anderen vorgeschlagenen Einrichtungen sei die Gynmed eine private Firma und kein Teil "emanzipatorischer Frauenpolitik", wie das in den Ausschreibungskriterien für den Troll-Borostyani-Preis formuliert wäre, meint Sieberth im Standard-Gespräch. Sie spricht sich dafür aus, dass das Frauengesundheitszentrum Isis den Preis erhält. (Thomas Neuhold, DER STANDARD/Printausgabe 30.1./31.1.2010)

Gegendarstellung von Gynmed-Leiter Dr. Christian Fiala:

"Die Gynmed Ambulanz in Salzburg ist ein integraler Teil der Landesklinik und in keiner Weise eine 'private Einrichtung'. Wir haben das medizinische und beraterische Know-how aus dem Gynmed Ambulatorium in Wien mitgebracht, weil dies in Salzburg nicht vorhanden war und ich leite beide Ambulatorien. Allerdings gehört die Gynmed Ambulanz in Salzburg der SALK und ich bekomme lediglich meine Arbeitszeit bezahlt." (Ein Schreiben vom 30.1. liegt der Redaktion vor.)

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Die Gezeichneten
25.02.2010 15:05

Welch ein Wahnsinn, an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten!

Amy4 
03.02.2010 20:30
empfängnisverhütung auch sache der männer

frauen haben lange genug in angst um ungewollte schwangerschaften leben müssen - ständig wurde über sie fremdbestimmt . frauen werden ungewollt schwanger, geraten in zwangslagen, weil männer keine verantwortung für die empfängnisverhütung übernehmen wollen. sie sind in der pflicht.. und männer sind es wieder, die frauen zu zwangsmutterschaft zwingen wollen, weil sie von männern geschwängert werden, die sich um verhütung drücken oder diese nur lax handhaben.
wir frauen haben ein uneingeschränktes selbstbestimmungsrecht über unseren körper -wir haben ein recht darauf, bei ungewollter schwangerschaft hilfe zu erhalten, selbst zu entscheiden.

Thomas Felder
04.02.2010 13:38

Landesverteidigung und Rettungsdienste sind auch Sachen der Frauen, Männer mussten sich lange genug abknallen lassen, ständig wurde über sie fremdbestimmt....

Gefräßige Gebärmutter
05.02.2010 15:28

Rettungsdienste? Wer wird zu Rettungsdiensten gezwungen?

Mac Smith
05.02.2010 11:15
Egal, Männer können das ab!

Was ist schon ein Bauchschuß im Vergleich zu den unsäglichen Qualen einer Schwangerschaft?

Name d. Red. bekannt
31.01.2010 03:22

zynisch

Metaethischer Nihilist
31.01.2010 02:06
Like I care...

Zellhaufen mit u.a 25-Jährigen Nervenzellen, die über das Leben und Sterben von 0-irgendwas (12?) Wochen alten Zellen entscheiden dürfen. Na, und? That's life. Es ist halt so.

Reisebegleiterin
31.01.2010 17:21
hättest wohl in biologie besser aufpassen sollen, hm?

Sigrun1
30.01.2010 21:44

ist es nicht traurig, daß in unserer übersozialen Welt Schwangeren und ihren Ungeborenen nicht anders geholfen werden kann? Es ist klar daß es extremfälle gibt, aber oft ist Abtreibunng doch wie Nase putzen

neubauerin
01.02.2010 19:09
abtreibung ist wie nase putzen???

gehts sonst noch gut oder wie ist das wetter auf ihrem planeten???

Epistula non erubescit
30.01.2010 17:39

Ich bin für Abtreibung. Das Recht einer Frau hat absolut über dem Recht eines Zellklumpen zu liegen!

Keine Frau würde Abtreibung als Verhütungsmethode wählen. Es ist immer eine Art Notsituation.

Traurig finde ich, daß jedem Drogensüchtler und jedem raucher eine teure Therapie von der Krankenkassa bezahlt wird, eine Abtraibung jedoch nicht.

Thomas Felder
04.02.2010 13:39

Traurig finde ich, daß jedem Drogensüchtler und jedem raucher eine teure Therapie von der Krankenkassa bezahlt wird, eine Abtraibung jedoch nicht.


tuns hier ned eine gruppe mit problemen, denen zurecht geholfen wird, gegen eine andre, denen zurecht geholfen werden sollte ausspielen

Mac Smith
03.02.2010 16:37
"Es ist immer eine Art Notsituation."

Leider gibt es in Ö keine verlässlichen Zahlen, weder zur Anzahl, noch zu den näheren Beweggründen von Abtreibungen.
Einer "Abtreibungsambulanz", die ihr Geld mit Abtreibungen, und nicht dem Anbieten von Alternativen dazu verdient, kann das natürlich nur recht sein.

ghrizo
30.01.2010 21:38

schon ein starkes stück eine schwangerschaft mit einer art krankheit zu vergleichen. mit Ihrer auffassung sind Sie bis heute nicht weiter als ein zellklumpen geschafft.

Round'n'round it goes
31.01.2010 20:26

Wäre unsere Gesellschaft anders, wäre eine Schwangerschaft in vielen Fällen wohl nicht ähnlich schlimm wie eine Krankheit.
Sie ist es aber leider. Eine berufstätige Frau gibt mit einer Schwangerschaft praktisch alles auf. Damit ist die Karriere beendet. Ein Mann kann sich das klarerweise nicht vorstellen, aber es ist so. Viele Frauen wollen sich diese Entscheidung aber nicht von einer ungeplanten Schwangerschaft abnehmen lassen.

Und wenn Sie jetzt mit Verhütung kommen: 98 % Sicherheit bedeutet, dass, selbst wenn Sie ALLES richtig machen, es richtig anwenden, trotzdem immer noch 2 Frauen von 100 schwanger werden.

Thomas Felder
04.02.2010 13:40

Eine berufstätige Frau gibt mit einer Schwangerschaft praktisch alles auf. Damit ist die Karriere beendet


is doch ned wahr, nach 6 monaten gehts weiter.

astiberg
30.01.2010 11:56
Hausverstand

Wenn ein Fötus reden könnte: Ich lebe gerne, tötet mich bitte nicht!

Gefräßige Gebärmutter
04.02.2010 10:04

Und das weißt du, weil ....?

Thomas Felder
04.02.2010 13:41

er ist ein fötenflüsterer, er hört stimmen

Léonor de Guzman
31.01.2010 11:45
geh

beten..................

Kleines Sumpfhuhn
30.01.2010 15:23
Wenn eine Grippevirus sprechen könnte, würde es dasselbe sagen.

Doofer Vergleich, aber Sie haben damit angefangen.

Toeris 
30.01.2010 17:25

ROFL!

Toeris 
30.01.2010 13:09

Bleib mit der Kirche im Dorf und pack die nicht in eine Gebärmutter rein. Da hat sie keinen Platz.

Und, wegen solchen Schwachsinns gehe ich auch nicht mehr zum Billa einkaufen.

Harry Y. 
30.01.2010 09:10

Sagen wir es so: man muß sich nicht als emanzipatorisch ausweisen oder mit einschlägigen Organisationen verlinken, um den Bedürfnissen von Frauen gerecht zu werden. Das eine so gründlich durchdachte Einrichtung auch in Salzburg besteht, ist eine Errungenschaft - und zwar für die betreff. Frauen. Und wer dort arbeitet, wird die Fristenlösung als völlig legitim ansehen.

Doug99
01.02.2010 08:19
legitim?

"legitim" ist aber nicht gleich "legal"!

Man kann zu "Abtreibung", "Recht auf Abtreibung" oder ob diese aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden sollte oder nicht stehen wie man will, aber nach derzeit geltendem Recht, ist sie eine Straftat - wenn auch ohne Strafe.
Und daher finde ich es zumindest bedenklich, dass eine Institution zu einem Preis vorgeschlagen wird - noch dazu von Politerrinnen - die "Straftaten" begeht bzw. fördert.

Noch einmal - ob es richtig ist, dass Abtreibung eine Straftat ist oder nicht - darüber kann und wird man diskutieren müssen.

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