Verhaftet

Sozialarbeiterin kritisierte "Sommerehen" in Ägypten

01. Februar 2010, 13:04

Minderjährige werden auf Zeit an Urlauber "verheiratet" - Verleumdungsanzeige gegen Entwicklungshelferin

Kairo - Eine ägyptische Sozialarbeiterin, die im Fernsehen ihr bekannte Fälle von Kinderprostitution anprangerte, musste deshalb für vier Tage ins Gefängnis. Sabah Chalil Eid hatte in einem Diskussionsprogramm des Senders "Dream TV" auf die in den Dörfern um Kairo illegale, aber laut ihrer Erfahrung gängige Praxis hingewiesen, minderjährige Mädchen für eine begrenzte Zeit an Urlauber vom Arabischen Golf zu "verheiraten", berichtete die Tageszeitung "Daily News Egypt" am Samstag. Diese sogenannten "Sommerehen" seien aber nichts anderes als ein Deckmantel für Kinderprostitution, stellten ägyptische Menschenrechtsorganisationen fest.

Eid erwähnte in der TV-Sendung den konkreten Fall einer 13-Jährigen aus dem Dorf Tamoh, die von ihren Eltern auf diese Weise "zwangsverheiratet" wurde. Bewohner aus dem Dorf erstatteten unmittelbar nach der Sendung Verleumdungsanzeige gegen die Frau, die dort als Entwicklungshelferin arbeitet. Sie wurde umgehend von der Polizei festgenommen. Einer gerichtlichen Anordnung, sie freizulassen, wurde erst nach vier Tagen stattgegeben. (APA)

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4 Postings
prick dame
01.02.2010 23:32
neun

"ob neine geht a eine"
sprach schon der Prophet. Das wird Frau Eid so schnell nicht ändern können.

johann potakowskyj  
01.02.2010 22:16
wie in allen religionen

reden halt strenggläubige menschen nicht gerne über interne angelegenheiten.

ich allerdings bin überrascht. die ehe auf zeit gibt es nur gibt es vor allem bei den shiiten, so dachte ich.

Diversion
01.02.2010 16:08
"Bewohner aus dem Dorf erstatteten unmittelbar nach der Sendung Verleumdungsanzeige gegen die Frau, die dort als Entwicklungshelferin arbeitet."

alle verhaften, das ist die beste lösung...

an kog 
01.02.2010 14:41

Tja, da hat die Dame wohl mitten ins Schwarze getroffen.
Das tut den Sittenwächtern und moralischen Instanzen, die gerne gegen Geld ihre von Gott genehmigte Prostitution "legitimieren", offenbar sehr weh.

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