Super Bowl-Übertragung

TV-Spot gegen Abtreibung erlaubt, Clips mit Homosexuellen nicht

03. Februar 2010 10:34

US-Sender CBS sieht in Pro Life-Werbung kein Problem, dafür aber in zwei küssenden Männern und einem Sportler in rosa Spitzen

New York - Der umstrittene Spot gegen Abtreibung (dieStandard.at berichtete) wird während der Übertragung der Super Bowl am nächsten Wochenende ausgestrahlt werden. CBS sieht in der Werbung von "focusonthefamily.com", einer Gruppe konservativer ChristInnen, kein Problem. In dem Filmchen erzählt eine Frau, ihr sei vor 23 Jahren eine Abtreibung empfohlen worden, weil sie an einer Amöbenruhr litt. Sie habe sich dagegen entschieden, das bald darauf geborene Kind ist der heutige Football-Star Tim Tebow.

KritikerInnen, vor allem Frauenverbände, werfen CBS und dem Spot Sexismus vor. Frauen würden unter Druck gesetzt, nicht abzutreiben. Gewirkt hat der Protest nicht.

Ein Küsser zu viel

Was dagegen aus der Halbzeitpause des Finales der amerikanischen Profi-Football-Liga verbannt wurde, sind zwei Spots mit homosexuellen Inhalten: Die Werbung einer Partneragentur für homosexuelle Männer ist laut US-Medienberichten der Zensur ebenso zum Opfer gefallen wie die eines Internetportals mit einem "betont schwulen" Ex-Profisportler.

Die Domain-Seite "GoDaddy.com" hatte mit dem - erfundenen - Football-Profi Larry Jones werben wollen. Statt nach dem harten Training Steaks zu essen und Bier zu trinken, nenne Larry sich jetzt Lola und entwerfe Damenunterwäsche. Zu sehen ist ein großer Schwarzer, erst in der Football-Kluft, dann in rosa Rüschen, der übertrieben feminin seine Kollektion anpreist. Nur durch das Internet sei er erfolgreich. Beim "mancrunch.com"-Spot kommen sich beim Griff in die Chips-Schale zwei schreiende Football-Fans näher. Sekunden später liegen sich die Männer heftig küssend in den Armen - während dem dritten fast die Chips aus der Hand fallen.

Breitenwirkung

Der Medienexperte Bob Garfield sieht bei allen Spots eine ganz andere Wirkung: "Sie alle bekommen durch die Debatte mehr Aufmerksamkeit, als sie je hätten bezahlen können - und die abgelehnten auch noch kostenlos." (APA/dpa)

 

Pygar
 
05.02.2010 00:52

US-Amerikaner halt.

Eine grausame Gewaltszene, wo diese Frauenfeinde einen Abtreibungsarzt hinmetzeln wäre sicher auch zulässig gewesen. Verrückt!

der innere neugebauer
04.02.2010 10:00

afghanen und iraker abknallen ist ok. küssende männer aber sind obszön.

miss
03.02.2010 23:38
Naja...

Ein zweites Nippelgate wäre zumindest beim Homosexuellen-Spot auszuschließen gewesen.

Politicus1
03.02.2010 21:19
Super!

Kann man CBS in Österreich irgendwie empfangen?

Ar Mutschgerl
04.02.2010 11:01
Über Satellit ja,

nennt sich hier allerdings TIMM

als ob
03.02.2010 23:50
Ja!

Einfach gegen einen Laternenmast laufen und ein bisschen ins Licht schauen, voilà!

cgz74
03.02.2010 12:29
zuseherzahlen

ich bin jährlich angeblich ein milliardstel der zuseherschaft der superbowl und "fan to the bone", kann mir aber nicht wirklich vorstellen, dass wirklich 1 mrd. leute zusehen. woher kommen diese zahlen (exkl. marketingverantwortliche von cbs)?

byron sully
03.02.2010 21:23

bei fernsehübertragungen (egal, ob sport oder obama-reden oder begräbnisse von promis) wird meiner vermutung nach immer die zahl jener bekanntgegeben, die in einem haushalt leben, in dem sie einen fernsehsender empfangen können, auf dem das betreffende ereignis übertragen wird. so interpretiere zumindest ich die zahlen.
tatsächlich werden es im fall der super bowl vielleicht um die 100-200 millionen sein, würd ich mal grob schätzen.

FinalDestinati0n
03.02.2010 17:48
1

Milliarde ist unrealistisch, die tatsächliche Zahl wird wohl (maximal) um die 500 Millionen liegen.

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