Wien - "Über 150 Millionen Frauen weltweit sind von Genitalverstümmelung betroffen. Alle 11 Sekunden wird ein neues Mädchen beschnitten", warnt die Frauensprecherin der Grünen Wien, Stadträtin Monika Vana, anlässlich des morgigen internationalen Tages gegen Genitalverstümmelung. "Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung und Gewalt gegen Frauen. Sie ist weder mit Kultur noch mit Tradition oder Religion zu rechtfertigen. Die Verstümmelung fügt Mädchen und Frauen lebenslängliche Schmerzen zu und schadet ihrer Gesundheit massiv", so Vana. Die Grünen Wien fordern die Verankerung von Genitalverstümmelung als eigenen Straftatbestand im österreichischen Recht und die Anerkennung von Genitalverstümmelung als eigenständigen Asylgrund, mehr Beratungsstellen für Betroffene und Familien sowie die Koppelung der Entwicklungshilfe an Maßnahmen gegen Genitalverstümmelung.
Nicole Krotsch, Frauensekretärin der SPÖ Wien, betonte in einer Aussendung, dass Genitalverstümmelung nicht religiös begründet ist und sich in allen sozialen Schichten findet, nicht nur im "fernen" Afrika, sondern auch in Europa und Österreich. Krotsch spricht von 6.000 bis 8.000 Betroffenen in Österreich. "Das ist ein deutliches Alarmsignal - diese Menschen brauchen unsere Unterstützung und müssen bestärkt werden, damit dieses Tabuthema weiter aufgebrochen werden kann", so die Frauensekretärin.
ÖVP begrüßt Vorstoß zu traditionsbedingter Gewalt
FPÖ-Frauensprecherin Carmen Gartelgruber sieht das Problem von FGM in Österreich in der "Massenzuwanderung kulturfremder Menschen" begründet. Den ZuwandererInnen aus fremden Kulturkreisen müsse nachdrücklich klargemacht werden, dass "ihre tradierten Familienstrukturen in Europa nicht geduldet würden", so Gartelgruber in einer Aussendung.
Die ÖVP nützte die Gelegenheit des internationalen Tages gegen FGM um Justizministerin Bandion-Ortner für ihren Vorstoß zu loben, traditionsbedingte Gewalt als Erschwernisgrund im Strafrecht festzuschreiben. "Natürlich sind alle Formen der Gewalt in der Familie vehementest abzulehnen", meint die Generalsekretärin der ÖVP-Frauen, Monika Posch, "allerdings ist das noch kein Grund gegen diese Verschärfung zu sein, wie dies die Frauenministerin gestern in einer Aussendung getan hat."
Leitfaden gegen FGM
Wiens Frauenstadträtin Sandra Frauenberger nennt als Anlaufstelle für Betroffene in Wien das FGM-Beratungszentrum im FEM-Süd im Kaiser Franz Josef Spital, das österreichweit zu den etabliertesten Kompetenzentren in Sachen FGM zählt, so Frauenberger. Ein Leitfaden zum richtigen Umgang mit betroffenen Mädchen und Frauen ist 2009 erschienen. Er wurde von der Frauenabteilung (MA 57) und der Integrationsabteilung (MA 17) der Stadt finanziert und richtet sich an Ärzte und Ärztinnen, Krankenpflegepersonal, Hebammen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen, all jene Berufsgruppen also, die häufig Ansprechpersonen für von FGM Betroffene sind. (red)
Ärzte ohne Grenzen betreut in der Hauptstadt Opfer von sexueller Gewalt - Jährlich werden in Guatemala 10.000 Vergewaltigungen angezeigt - Eine Video-Doku schildert den Weg aus der Gewalt
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Keine "direkte Reaktion" auf umstrittenes Totschlagurteil - Keine neuen Strafdelikte für "Zwangsehen" oder "Ehrenmorde" - Kritik von SPÖ und Islamsprecherin
Ein kritischer Blick auf Rollenbilder soll in einem EU-Projekt einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten
Margot Wallström wird Uno-Sonderbeauftragte zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Frauen in Konfliktgebieten
Muslimisches Land wendet Auspeitschung erstmals als Strafe an - Amnesty fordert Stopp der Prügelstrafe
Die psychosoziale Einrichtung "Frauen beraten Frauen" ist ab Jänner österreichweit und mit stärkerer Besetzung im Netz aktiv - Spurenloser Service erfreut sich zunehmender Beliebtheit
Parlamentarische Anfragen an das Frauen- und Justizministerium wegen fehlenden Polizeischutz gerichtet
Landesgerichtspräsident Forsthuber stellt Paragrafen 76 nun grundsätzlich zur Diskussion. Auch Erlass des Justizministeriums nach kritisiertem Urteil bleibt umstritten
Kein Personenschaden, aber die meisten Klassenräume zerstört - Taliban sollen verantwortlich sein
Nach dem Totschlag-Urteil gegen einen gebürtigen Türken schickte das Justizministerium nun einen Erlass aus: Die ethnische Herkunft allein kann nicht als Begründung für eine Affekthandlung dienen
SPÖ-Politikerin Petra Bayr hatte die in der Klinik angeblich angebotene Genitalverstümmlung als "ungeheuerlich" bezeichnet - Ärztekammer-Präsident fordert Beweis
Erlass des Justizministeriums zum umstrittenen Wiener Totschlags-Urteil "Teil des politischen Geschäfts"
FGM, die weibliche Genitalverstümmelung, ist vor allem in den dörflichen Regionen vieler afrikanischer Staaten immer noch eine grausame Normalität - trotz der Ächtung durch Imame und PolitikerInnen
"Heftige Gemütsbewegung" laut Staatsanwaltschaft für österreichische Rechtsordnung "gerade noch begreiflich"
Gericht begründete Urteil wegen versuchtem Totschlag mit kultureller Herkunft des Täters - SP-Wurm spricht von "Skandal-Urteil"
Motive für Gewalt seien ihr "prinzipiell wurscht", so Heinisch-Hosek, aber wenn schon, sei der VP-Vorschlag auszuweiten
Neue Kritik nach Urteil mit ethnischer Begründung
Mindestens acht Menschen getötet und 76, darunter hauptsächlich Schülerinnen, verletzt
Übergriffe auf Frauen sind im familiären Raum seit 2008 zurück gegangen
Einige höchstgerichtliche Entscheidungen scheinen der angenommenen allgemein begreiflicher Gemütsbewegung zu widersprechen
Zum Thema gibt es derzeit in praktisch keinem EU-Land wirklich relevante Zahlen
Nationalkomitee fordert von Bundesregierung, Bewusstseinsbildung zu fördern, um Einstellung von potenziellen Täter und Justiz zu verändern
Vor allem Frauen in Entwicklungsländern spüren wenig von den Auswirkungen des UN-Beschlusses, jede Form von Gewalt gegen Frauen zu beseitigen
Maggie Jansenberger: "Bei Dingen zählen 'besonders schwierige Lebenssituationen' nichts, wenn es 'nur' um eine Frau geht, wirkt die Herkunft relativierend"
Im Ausland begangene Verstümmelungen an in Deutschland lebenden Mädchen sollen strafrechtlich verfolgt werden können - Terres des Femmes begrüßt Schritt
Einrichtung kann offen bleiben, Burgstaller kürzt aber die Subventionen um zehn Prozent - Versorgungslücken in Tirol, Steiermark, Ober- und Niederösterreich
Neuer Bericht von Human Rights Watch präsentiert Ergebnisse einer Gewalt-Studie: Regierung und Behörden nehmen Beschwerden von Frauen nicht ernst
Appell des Frauenhäuser-Netzwerkes an niederösterreichische Landesregierung für "menschenwürdigen" Finanzierungsvorschlag
Expertin kritisiert starke rechtliche Benachteiligungen von Gewaltopfern und fordert stärke Vernetzung und Frauen-Lobby
Risiko der Finninnen, von ihrem Partner umgebracht zu werden, doppelt so hoch als in der restlichen westlichen Welt
In einem Land, in dem Schweigen als die bessere Antwort auf Gewalt gilt, bleiben die Opfer allein zurück - In Workshops sprechen Frauen erstmals über ihre Erfahrungen
Kurse für Frauen und Mädchen in Wien
So wird Ungleichheit festgeschrieben: Ein Wiener Gericht hat das Recht einer Frau auf Trennung von ihrem Mann als provokantes Verhalten angesehen - von Christina Keinert
In Österreich gibt es keine Zahlen darüber, wie viele Frauen von ihrem (Ex-)Partner umgebracht werden - Morde an Frauen sind aber bekanntlich keine Einzelfälle
Auch geringe Aufklärungsrate: Nur 17 Prozent der Anzeigen führen zu Verurteilungen, vor allem bei "Fremdtätern"
79 Prozent der betreuten Frauen Opfer körperlicher Gewalt durch Partner - Für Migrantinnen ist Ausstieg aus solchen Beziehungen besonders schwer: Eigener Aufenthaltstitel gefordert
Verein Autonomer Österreichischer Frauenhäuser präsentiert Gewaltstatistik 2008
Laut Grazer Studie wurden bis zu achtzehn Prozent aller Frauen bereits gestalkt - 19 Prozent davon von einer Frau, Großteil von Ex-IntimpartnerInnen
Drei Frauen erzählen in Martina Madners Buch "Bevor der Tod uns scheidet" von ihrem Ausstieg aus gewalttätigen Ehen und wie es überhaupt dazu kommen konnte
Auch in Österreich haben Mädchen, die von Genitalverstümmelung bedroht sind, gute Chancen auf Asyl
Fünffache Erhöhung in zehn Jahren: 1997 waren es 1.449 Wegweisungen und Betretungsverbote, 2006 bereits 7.235 Fälle
Genitalchirurgie und Genitalverstümmelung: Forscherinnen untersuchen diese beiden Praktiken in Brasilien, Afrika und England
Über Tätermotive, Zeitungs- Berichterstattung darüber und Traditionen der weiblichen Ein- und Unterordnung in sexuelle Funktionen
Die Dokumentation der Tagung zeigt die unterschiedlichen Entwicklungen
Publikation der UNO behandelt die Pandemie "Gewalt gegen Frauen" in Texten und mittels Fotografien
Broschüre will zum Nachdenken und Aktivwerden anregen
aus erfahrung kann ich ihnen sagen, dass die beschneidung der vorhaut nicht sehr schmerzhaft ist und keinerlei beeinträchtigung des lustempfindens nach sich trägt. dass z.b. in den usa fast alle buben beschnitten werden, finde ich zwar auch nicht besonders super, wird aber mit hygieneblabla begründet. ihr vergleich ist daher ein bißchen zynisch, finde ich, da die beschneidung der frauen zum ziel hat, sie lust-unempfindlich zu machen und in der regel schwere gesundheitliche folgeschäden verursacht...
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