
Kampagnen gegen die Genitalverstümmelung (hier ein Sujet aus dem Jahr 2006) gibt es immer wieder - der Schlüssel zum Erfolg liegt aber in der Aufklärung der Menschen in betroffenen Regionen.
Addis Abeba - Täglich werden weltweit 8000 Mädchen genital verstümmelt. Alle elf Sekunden eins. Das ist die schlechte Nachricht zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, der am 6. Februar, weltweit begangen wird. Menschenrechtsorganisationen und die UNO schätzen, dass weltweit 150 Millionen Opfer der Genitalverstümmelung ("Female Genital Mutilation", FGM) leben. Vor allem in West- und Nordostafrika ist die Beschneidung von jungen Mädchen noch immer weit verbreitet. Sie kommt aber auch in manchen asiatischen Ländern sowie unter EinwandererInnen in Nordamerika und Europa vor.
Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation umfasst FGM alle Praktiken, die die "partielle oder totale Entfernung der äußerlichen weiblichen Genitalien oder andere Verletzungen der Geschlechtsorgane aus nicht medizinischen Gründen" beinhalten.
Tod und Krankheiten
Da der Eingriff meist in wenig entwickelten Regionen, von medizinisch nicht ausgebildeten Personen und unter hygienisch katastrophalen Umständen vorgenommen wird, sterben viele Opfer während oder unmittelbar nach dem grausamen Eingriff - sei es am Schock, an Blutvergiftung oder Infektionen. Auch medizinische Langzeitfolgen treten häufig auf. Unter anderem kommt es bei den betroffenen Frauen häufig zu sexuellen Funktionsstörungen, höherer Komplikationsrate bei Geburten, erhöhter Säuglingssterblichkeit, zu Infektionen im Genitalbereich und der Harnwege sowie chronischen Schädigungen der Nieren - ganz zu schweigen von den schweren, lebenslangen psychischen Traumata.
Einer der Hauptgründe für die Verstümmelung ist der Aberglaube, dass nicht beschnittene Frauen "unsauber und schmutzig" seien. Freilich entspricht die in Europa weit verbreitet Meinung, dass FGM ausschließlich unter MuslimInnen verbreitet ist, nicht der Wahrheit: Auch bei Christen und Juden sind Fälle dokumentiert.
Moscheen, Imamen und Dorfchefs kommt im Kampf gegen die grausame Praktik aber eine zentrale Rolle zu. Seit der Mitte der 90er-Jahre ist FGM zwar in 14 afrikanischen Staaten verboten, doch 2006 wurde erstmals bei einer Konferenz islamischer Gelehrter in Kairo die weibliche Genitalbeschneidung geächtet. Seither verbreitet sich die Botschaft langsam auch in ländliche Regionen.
"Ich habe in der Moschee gehört, dass diese Tradition für Muslime eine schwere Sünde ist. Niemand wird mich zwingen, eine Sünde zu begehen", erklärt etwa Mariam aus dem Bezirk Barachele in der äthiopischen Danakilwüste. Davor glaubte die Frau, das Richtige zu tun - und arbeitete als Beschneiderin. Gemeinsam mit früheren "Berufskolleginnen" versucht sie nun, Mütter, die ihre Töchter beschneiden lassen möchten, aufzuklären. Mit Erfolg: In Mariams Region haben mehr als hundert Mütter von Mädchen öffentlich geschworen: "Nicht mit meiner Tochter." (APA, red, DER STANDARD/Printausgabe 6.2./7.2.2010)
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Wenn ich gleich etwas weitergelesen hätte, dann hätt ich mir die Antwort auf GENDERLOS' Posting unten sparen können.
So viel hirnlosen Schwachsinn wie in seinen sämtlichen Beiträgen hab ich schon lang nicht mehr gelesen...
Und die roten Stricherl nehm ich für meinen Kommentar gerne in Kauf....
genderlos im iran-forum
selbstverständlich ein as, aber ein postmodernisierter: israel - der globalisierte weise von zion
http://derstandard.at/plink/126... id15590162
beiträgen hier vermisse ich den hinweis, dass das burka tragen hautkrebs verhindern würde
die genitalverstümmelung als nicht-islamisch hinzustellen, den islam als vorkämpfer für die sexuelle lust der frau zu verstehen, bedarf mM keiner kommentare
Ich frage mich, wie gross der anteil an genitalverstümmelungen ist, der rein unabsichtlicher natur ist. Z.B habe ich auf der Histo in Wien ein spruch gesehen; "wer in die m**e beisst, ist böse meist." Aber wenn das rein unabsichtlich passiert, wie z.B während porno-dreharbeiten?
Dies ist ein Artikel über die Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen. Weil es in diesem Artikel - und auch in der Rubrik "Gewalt gegen Frauen" - nicht um männliche Genitalverstümmelung geht, heißt das nicht, dass diese nicht auch abzulehnen ist.
Aber das Geschrei "Ja aber die Männer!", dass bei diesem Thema auf dieser feministischen (!) HP immer gleich los geht, ist gleichermaßen entbehrlich wie erbärmlich.
Liebe Männer, bitte akzeptiert, dass es bei der weiblichen Genitalverstümmelung und auf DIEStandard mal ausnahmsweise NICHT um euch geht.
Und erspart uns und euch das gegenseitige Aufwiegen von Leid.
Halbwegs intelligente MenschInnen würden nicht auf die Idee kommen ca. 50% der Menschheit das Recht auf körperliche Unversehrtheit abzusprechen, sondern würde eher danach trachten, die Interessen zu bündeln.
Schon mal von Penishäutungen gehört?
Oder davon, was die Aborigines so machen?
Aber an Kommentaren a la "hier geht's nicht um euch", "gegenseitiges Aufwiegen von Leid" bzw. "das ist ja eh nur wie Ohrlapperl durchstechen" sieht man, dass Standard-lesen allein noch keine Garantie für Bildung ist.
Man kann nicht gegen Unrecht sein, aber nur für die eigene Gruppe.
P.S. Rote Stricherln sind mir wurscht und werden gerne entgegengenommen.
niemand spricht irgendjemandem das Recht auf körperliche Unversehrtheit ab. Ich zumindest nicht, auf mein Posting haben Sie geantwortet.
Ich hab lediglich das Faktum festgehalten, dass es in dem Artikel um F(!!!!!!)GM geht, und nicht um die in USA übliche Zirkumzision.
Wie kommen Sie darauf, dass ich für Unrecht bin, oder Penishäutungen gut heiße bzw. nicht verurteile?!? Diese Unterstellung ist so absurd, man könnte schon sagen: Paranoid.
NOCH einmal: Auch das medizinisch nicht indizierte Beschneiden/Verstümmeln von männlichen Genitalien lehne ich ab. Wie im oberen Posting auch geschrieben.
NOCH einmal: Das ist eine feministische HP, auf der ein Artikel über F(!!!)GM steht. FGM betrifft Frauen. Ist das so schwer zu verstehen?
So wie bei jedem anderen Artikel zum Thema, soweit klar.
Ob diese extreme Abgrenzung und die Margialisierung der männl. GM allerdings zielführend ist, wage ich zu bezweifeln. Im Gegenteil, wenn man möglichst viele Leute in Boot holen will, ist eine feministische Stellungnahme zum Thema "männliche Zwangsbeschneidung", die über ein "hier geht's nicht um euch" hinausgeht unerlässlich.
...dass die Reaktion vieler Männer hier zu diesem (!!) Thema dieses "Ja aber!" ist. Die Reaktion könnte auch Entsetzen über die Praktiken/Zahlen, Mitgefühl mit den Frauen, o.ä. sein. Nein, in mehr als 3/4 der Postings zu weiblicher (!) Genitalverstümmelung wird darüber diskutiert, dass wir doch eigentlich (zumindest auch) über männliche Genitalverstümmelung (und da werden in OPs stattfindende Eingriffe gleich in den gleichen Topf geworfen) schreiben müssen.
Das sind verschiedene Themen mit unterschiedlichen Hintergründen und Ursachen!! Deshalb macht es durchaus Sinn, sie getrennt zu diskutieren. Und hier sind die Frauen dran.
ich bin sicher, einer gelungenen Kommunikation steht nichts mehr im Wege
andererseits könnten wir auch die Begriffe "Genus" und "Sexus" nachschlagen, wären alle gebildeter und könnten unaufgeregt schreiben wie in der guten alten Zeit
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