Vorarlberg fordert Rezeptpflicht zurück

22. Februar 2010, 11:35

Abgabe des Notfall-Verhütungsmittel habe seit Jänner um 30 Prozent zugenommen

Bregenz - In Vorarlberg hat das Interesse an der "Pille danach" seit ihrer Rezeptbefreiung um geschätzte 30 Prozent zugenommen. Das ergab eine interne Erhebung der Vorarlberger Apothekerkammer in 20 der rund 50 Vorarlberger Branchenbetrieben. Der Anstieg habe sicher mit der Rezeptfreistellung zu tun, andererseits verkaufe man zum Jahreswechsel und in den Faschingsmonaten Jänner und Februar generell mehr Verhütungsmittel und Schwangerschaftstests, so Vorarlbergs Apothekerkammerpräsident Jürgen Rzehak.

Keine Aussage über Zunahme im ganzen Jahr

Es handle sich beim gestiegenen Interesse vermutlich um einen österreichweiten Trend. Der statistisch ungenaue Umfragewert sage aber noch nichts über die Zunahme auf das Jahr gesehen aus, betonte Rzehak. In seiner Apotheke werde die "Pille danach" derzeit etwa fünf- bis zehnmal im Monat nachgefragt.

Der Vermutung, dass es sich bei dem Anstieg um ein österreichweites Phänomen handelt, widerspricht die österreichische Apothekerkammer. Dort heißt es, dass es landesweit kein gesteigertes Interesse an der "Pille danach" gebe. Eine statistische Erhebung zum Thema existiere allerdings nicht, räumte Apothekerkammer-Vizepräsidentin Christiane Körner ein. Dass in Vorarlberg eine zunehmende Nachfrage festgestellt werde, liege vermutlich an der Nähe zur Schweiz und Deutschland. Zahlen aus Vorarlberg seien darum immer etwas anders als im übrigen Österreich.

Rzehak gibt jungen Mädchen kein Präparat

Bei den Bezieherinnen handle es sich großteils um Frauen zwischen 17 und 30 Jahren. "Ganz junge Frauen kommen kaum", so Rzehak. Diese würden das Medikament in seinem Betrieb trotz Anrechts darauf ohnehin nicht ohne weiteres erhalten. "Hier sind wir sehr restriktiv und üben Druck aus, damit die jungen Frauen zum Arzt gehen", erklärte der Apotheker. In jeden Fall hätten die MitarbeiterInnen bei der "Pille danach" einen hohen Erklärungsaufwand. "Da greift man nicht einfach hin und gibt aus", so Rzehak.

Wiedereinführung der Rezeptpflicht gefordert

Vorarlbergs Gesundheits-Landesrat Markus Wallner von der ÖVP verlangte in einer Reaktion erneut von Gesundheitsminister Alois Stöger, die Rezeptpflicht für das Medikament wieder einzuführen. Der sorglose Umgang mit dem hoch dosierten Hormonpräparat nehme weiter zu, was für junge Frauen gesundheitliche Risiken mit sich bringen könne, so Wallner. Nur in einem Gespräch mit einem Arzt könnten diese abgeklärt werden.

Das Hormonpräparat ist seit Mitte Dezember 2009 als "Notfallmedikament" rezeptfrei in den Apotheken erhältlich. Die Pille muss innerhalb von maximal 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden und verzögert bzw. verhindert einen Eisprung bei der Frau. (APA)

 

Kommentar posten
17 Postings
Freigeistin1
00
17.6.2010, 12:32

Solche Präparate gehören auf jeden Fall rezeptpflichtig gestaltet!
Beim Sex geht es um Verantwortung! Traurig dass so viele leichtfertig damit umgehen.
Sex ist nicht nur Vergnügen zwischen 2 Partnern sondern eben va. Verantwortung übernehmen für seinen Partner. Furchtbar wenn Frau dann vom Mann zum abtreiben geschickt wird.

BlackAdder
00
16.2.2012, 08:19

Genau, wenn man ein notfallpräparat braucht hat man sicher die zeit ein paar tage zu warten um zum arzt gehen zu können.

Ich hätte nicht gedacht daß meine verachtung für sie noch wachsen kann, und doch scahffen sie es mit jedem ihrer schäbigen, selbstgerechten beiträge noch eins draufzusetzen.

Freigeistin1
00
16.2.2012, 08:24

Ist Ihnen fad weils ural Postings rauskramen?

Die Pille danach ist ein Medikament, welches nicht leichtfertig genommen werden soll - daher ist auch eine Beratung (durch den Artz oder Apotheker) sinnvoll und va. sollen junge Mädels dies nicht leichtfertig zu sich nehmen.
Sie sollten sich lieber VORHER überlegen wie sie sich richtig verhalten - dann brauchen sie so ein "Notfallpräparat" nämlich gar nicht.
Aber das passt zur "Mode" - alle anderen sind schuld - aber niemals, niemals der Betroffene selbst, gell?
Und "nein" sagen kann das Mädl ja nicht, muss sie doch dem aktuellen Freund "gefallen" (wenn das nicht frauenverachtend ist ...).

BlackAdder
00
16.2.2012, 08:57

Nein, ich bin nur von einem beitrag zum nächsten gesprungen und habe dabei gar nicht auf's datum geachtet ;-)

Ja, natürlich wäre es besser notfälle zu vermeiden, wir leben aber nun mal in keiner perfekten welt, also haben wir auch entsprechend zu reagieren.

Wenn jemand unvernünftigerweise ohne helm mit dem motorrad einen unfall erleidet, schicken sie den dann auch von der unfallambulanz weg mit dem freundlichen hinweis er möge sich doch bitte eine überweisung vom hausarzt holen ?

Kathi 89
10
24.4.2010, 23:14
Daran sieht man wieder dass hier nur katholische dilettanten unterwegs sind...

ich kaufte bisher 3 mal in meinem leben eine schachtel mit der aufschrift "vikela".

beim ersten mal, ich war 19, wartete ich 3 stunden in der gynäkologie-ambulanz eines wiener krankenhauses um dann ohne untersucht zu werden ein rezept zu bekommen. 3 stunden in denen ein eisprung hätte stattfinden können.

die zweite und die dritte packung kaufte ich vor kurzem - ich legte sie in den medikamentenkasten in meiner wohnung und in der wohnung meines freundes. dort gehört die vikela auch hin, in JEDEM haushalt

Freigeistin1
00
17.6.2010, 12:33

Also in JEDEN Haushalt gehört so ein Medikament sicher nicht!
WIR brauchen das sicherlich nicht. Wer möchte kann sich auch die Abtreibungspille bunkern.

rien de rien1
00

was hat die pille danach mit abtreibung zu tun?

rein gar nix.

standardabweichung
10
21.3.2010, 16:40

wie hätte jungfrau maria nach dem besuch hashems oder panteras entschieden hätte es dieses pharmakon damals schon gegeben?

no left child behind
10
25.2.2010, 10:28

bekommt man als mann bei ihm die pille danach dann überhaupt nicht?
man könnte sie doch einer jungen frau geben?!

jane doe1
02
22.2.2010, 20:10
ganz toll,

die forderung auf auf eine unrepräsentative umfrage nach gefühltem anstieg hin zu stellen - anstatt zumindest auf zahlen zu warten, die ja wohl vorliegen müssen.

auch nicht schlecht, so ganz offen zuzugeben, ein medikament trotz anrecht nicht auszugeben, sondern die betroffenen unter druck zu setzen.

bedenkt man, wie leichtfertig seit jahrzehnten auch sehr jungen mädchen die pille verschrieben wird, sind rechtfertigungen dieser restriktivität wie "sorgloser umgang" oder gesundheitliche belastung durch dieses medikament wirklich zum k......

wronskys ohren
00
22.2.2010, 16:10

man fragt sich unwillkürlich ob den gsiberger politbürokraten klar ist daß sie sich verhalten wie das politbüro der ddr gegenüber anträgen die mauer abzutragen

wolfgang juen
00
22.2.2010, 15:12
wäre interessant zu wissen,

ob im sauberen ländle jetzt die abtreibungsrate bzw. die anzahl der abtreibungsfahrten nach osten sinken wird.

Drei Goschn Opa
10
22.2.2010, 16:38
subers ländle ?

war ja hoffentlich ironisch gemeint. sauber sind hier allerhöchstens die hemden frisch nach der reinigung, aber sicher nicht die darunterliegenden träger.

vorarlberg = einziges von 9 bundesländern, dessen landeshauptmann protest gegen die homosexuellen-partnerschaft einlegen musste.
vorarlberg = einziges von 9 bundesländern, das offiziell die rezeptpflicht für die o.a. pille fordert.
vorarlberg = einziges bundesland, in dem offiziell kein rotlicht-etablissement existiert
vorarlberg = alkoholsonderregelung für jugendliche einmalig in ganz österreich
vorarlberg = keine automatencasinos, nicht mal computer-spielhallen, nix

so sauber, nix wie weg !

guggi102
11
22.2.2010, 14:30

Zitat "Ganz junge Frauen kommen kaum", so Rzehak. Diese würden das Medikament in seinem Betrieb trotz Anrechts darauf ohnehin nicht ohne weiteres erhalten. "Hier sind wir sehr restriktiv und üben Druck aus, damit die jungen Frauen zum Arzt gehen", erklärte der Apotheker. Zitat Ende

Schweinerei - genau deswegen wurde die Rezeptpflicht abgeschafft, damit selbsternannte Moralaposteln nicht mehr über die Sexualität und Körper einer Frau entscheiden können. Kann die Apotherkerkammer den guten Mann bitte abmahnen und an seine Berufspflicht erinnern?

ein Pixel kommt selten allein
08
22.2.2010, 13:54
Vielleicht hat der Verkaufsanstieg schlicht damit zu tun,

dass sich nun, wo man unkompliziert an das Präparat herankommt, einige Frauen die "Pille danach" daheim als "Sicherheitsnetz" in den Medikamentenschrank legen?

Da man meist schnell merkt, ob etwas mit der Verhütung schief gegangen ist, kann man so schließlich viel schneller reagieren. Ohne dass man erst herausfinden muss, welche Apotheke gerade offen hat um dann u.U. kilometerweit hinzupilgern. Zwar weiß ich nicht, ob das wirklich der Grund für den Verkaufsanstieg ist. Doch erscheint mir dieses (von mir frei angenommene) Vorgehen sinnvoller - vor allem wegen dem Zeitfaktor - als die Annahme der Apotheker, dass sich nun Frauen massenweise nebenwirkungsreiche Hormonbomben als Verhütungsersatz einwerfen ...

John Waters
14
22.2.2010, 12:59
Unglaublich!

Dieser Apotheker gibt die Pille danach nach Gutdünken nicht her! Was mischt sich der ins Privatleben junger Mädchen? Dafür sollte er mit den Abtreibungskosten beziehungsweise Alimenten belastet werden. Denn es ist eine Frechheit, die eigenen (wahrscheinlich katholischen) Moralvorstellungen anderen aufzudrücken. Das ist in diesem Fall schlimmer als Kopftuchzwang!

Christoph Karl Steininger
00
22.2.2010, 12:48
restriktiv?

Ganz so einfach kann man es sich nicht machen. Apotheker haben einen Kontrahierungszwang. Sie müssen verlangte Medikamente verkaufen!

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