Dohnal, eine "Zumutung"

Ina Freudenschuß, 23. Februar 2010, 07:00
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    foto: apa/helmut fohringer

    Johanna Dohnal, ungeliebt, aber erfolgreich. In der heutigen Politiklandschaft wäre eine Karriere wie die ihre undenkbar.

Die eiserne Sozialdemokratin trieb die Gesellschaft zur Weißglut und veränderte damit die Lebenschancen ganzer Frauengenerationen in Österreich - Eine Karriere wie die ihre wäre heute nicht mehr möglich

Wenn Menschen zu Lebzeiten bereits etwas Legendäres anhaftet, ist es schwer, sich vorzustellen, dass sie tatsächlich tot sind. So fühlt sich das auch bei Johanna Dohnal an, die am 20. Februar nach längerer Krankheit aber letztendlich überraschend verstorben ist. Seither konnte einiges Löbliches über die erste Frauenministerin Österreichs gelesen werden: Sicherlich war sie eine "Ikone", eine "große Tochter", eine "Leitfigur" und die "wichtigste Frauenpolitikerin des 20. Jahrhunderts", wie selbst eine nicht SPÖ-nahe Frauenorganisation betonte.

Tiefe Wertschätzung

An Lobeshymnen und tiefe Wertschätzung war Dohnal glücklicherweise schon vor ihrem Ableben gewohnt. Sie durfte es miterleben, dass ihr ihre ParteikollegInnen beim Parteitag frenetisch zujubelten, sie durfte noch erfahren, wie Feministinnen jüngerer Generationen gerne mit ihr diskutierten und ihre Meinung respektierten und sie nahm zur Kenntnis, dass sich JournalistInnen selbst noch Jahre nach ihrer aktiven Politikerinnen-Zeit über ihre griffigen, furchtlosen Sager freuten.

Manche gingen in ihrer Verehrung gar soweit, das Stagnieren der österreichischen Frauenpolitik mit dem Fehlen Dohnals in Verbindung zu bringen. "Wenn wir doch noch die Dohnal hätten", raunte es dann frustriert in den hinteren Reihen von Politikveranstaltungen, meist wohl wissend, dass diese Analyse eine sträfliche Verkürzung beinhaltete. Schließlich kann nie eine Person das wettmachen, was auf polit-ökonomischer und also auf gesamtgesellschaftlicher Ebene in den letzten 15 Jahren passiert ist. 

Gehasst wie keine andere

Fast konnte man in den vergangenen Jahren vergessen, dass diesselbe Politikerin zu ihren amtierenden Zeiten eine der gehasstesten Personen im öffentlichen Leben war. Der Zorn auf Dohnal wurde dann später wie eine Sage aus längst vergangenen Zeiten reflektiert: In den 70er und 80er-Jahren sei es eben ein Tabu gewesen, kompromisslos für wahre Unabhängigkeit von Frauen einzutreten - mit dem Zusatz, dass zwischen den Geschlechtern damals ja wirklich noch einiges im Argen lag.

Ganz im Gegensatz zu heute. Da schillert der Einsatz für Frauenrechte schon eher wie ein Spaziergang im Frühling: Außer Bundeshymnen, Frauenquoten und Binnen-I haben die aktuellen Frauenpolitikerinnen nichts im Sinn, weiß man(n) in diversen Redaktionen und Stammtisch-Foren und versichert sich gegenseitig über die "Lächerlichkeit"  aktueller frauenpolitischer Forderungen.

Die These liegt nah: "Mögen" durfte man die "streitbare Dohnal" vor allem ab dem Zeitpunkt, als sie keine aktive Politikerin mehr war und damit an Bedrohungspotential eingebußt hatte. "Respektiert" wurde sie auch von ihren politischen Gegnern umso mehr, je länger ihre Amtszeit als Frauenministerin zurücklag. 

Visionen gegen Widerstand

Johanna Dohnal war eine einzigartige, überaus charismatische Politikerin, deren persönlicher Mut und emotionale Nähe zur "Frauenfrage" sie während ihrer ganzen Amtszeit gegen den "unendlichen Widerstand" aus Partei, Politik und Gesellschaft stählte. Die Missachtung und den Hass auf ihre Person ließ sie dafür ganze 16 Jahre in Regierungsverantwortung über sich ergehen.

Heute würde eine Politikerin mit solchen Beliebtheitswerten wohl keine einzige Regierungsumbildung überleben. Dohnal war jedoch Teil einer politischen Kultur, in der PolitikerInnen noch über mehrere Jahre in verantwortlicher Spitzenposition bleiben durften. Das Ableben von Johanna Dohnal steht so gesehen auch für das Ende eines politischen Systems, in dem der Öffentlichkeit noch politische Charaktere zugemutet wurden, von denen sie vielleicht überfordert war. Ihr Lebenswerk zeigt auf packende Weise, dass sich gute Politik nicht von guten Umfragewerten ableiten lassen muss, vor allem nicht, wenn sie Emanzipatorisches im Sinn hat. (Ina Freudenschuß, dieStandard.at, 23.2.2010)

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De_Fe_de_Rfuerend
01

so angenehm und erfrischend nicht mitläuferisch und mit bewusstsein übers unbequem sein müssen, auch wenn sie deshalb oft angeschossen wurde, leider eine seltene ausnahmeerscheinung, hut ab... wir haben nach wir vor etliche dohnals nötig, leider...
wieso aber soviele zeilen für jene aufwenden, für die sie unbequem erscheint?

Verdammt Coole Schreckschrauwe
12
genau mit solchen Trotteln wie weiter unten hat sich Johanna

auch immer herumschlagen müssen - mühsam und schwer erziehbar sind die

concept of the enemy
41
Was würden Sie von einem Mann halten, der das selbe von Ihnen sagen würde?


...und jetzt bitte kurz darüber nachdenken, was ich Ihnen damit sagen wollte.

concept of the enemy
01
Eine Frage unbeantwort zu lassen und rot zu bewerten ist schwach.


Zusatzinfo: die Stricherl sind mir Wurscht, die (sachlichen) Meinungen würden mich interessieren.

Schrumpfschlauch
01
18.3.2010, 22:15
PMS und kein Mann da dem man die Schuld geben kann

chilli p.
37
26.2.2010, 15:03
liebe entrechtete männer:

ihr solltet euch ein anderes thema als das pensionsalter suchen.

alle frauen, die heute unter 44 jahre alt sind, gehen mit 65 in pension.

wenn ihr weiter auf dem privileg besteht, früher in pension gehen zu wollen, wird eine - völlig berechtigte - jugendrevolte ausbrechen.

also, wenn ihr schon jammern wollt, jammert über etwas, das wenigstens ein bisschen legitimität hat...

Schrumpfschlauch
31
28.2.2010, 06:54
Äh, es geht um die Anhebung. Das der Frauen ...

Gefräßige Gebärmutter
02
Die ist ja längst Gesetz. Sonst noch was?

leitfaden
02
28.2.2010, 16:46

tatsächlich, kleiner willy?

so wie du und deine multinicks hier herumjammern, ist das sehr unglaubwürdig.

Schrumpfschlauch
41
28.2.2010, 17:20
Aber das es um die Anhebung geht ist klar, Leidfaden?

concept of the enemy
62
26.2.2010, 16:02
Die Frage ist wohl, warum die Anpassung nicht sofort vorgenommen wird.


Wann wird die Wehrpflicht angepasst und endlich erkannt, dass das Frauenförderung dem Gedanken des Gleichheitsprinips in keiner Weise entspricht.

chilli p.
01
27.2.2010, 19:52

offenbar ist jammern tatsächlich das einzige, was ihr zusammenbringt.

concept of the enemy
10
Sehr sachliche Gegenargumente, die Sie anführen.


Eine Chance gebe ich Ihnen noch. Womit ist es zu rechtfertigen, dass Frauen nicht zum Heer müssen?

Ich bitte um eine halbwegs sachliche Antwort und kein primitives Gerülpse (wahrscheinlich zuviel von Ihnen verlangt).

Herb Kindas
30
28.2.2010, 02:12
Gleichstellung ist eine zentrale feministische Forderung.


Das bedeutet aber auch dort Gleichstellung, wo es ein bissl unbequemer ist. Weiss nicht...man gewinnt den Eindruck Sie wollen sich nur die Rosinen rauspicken...so wird das aber nix mit den Vorstandsposten, das muss Ihnen klar sein.

Freigeistin1
194
24.2.2010, 16:24

Die Benachteiligung der Männer und die Bevorzugung der Frau hat Dohnal mit zu verantworten.
Mit welchem Recht gehen (kinderlose) Frauen 5 J. früher in Pension, bei höherer Lebenserwartung?
Das hat NICHTS mit Gleichberechtigung zu tun .Vom Militärdienst ganz zu schweigen - entweder alle oder niemand.
Auch Quotenregelungen sind Schwachsinn und haben nichts mit Gleichberechtigung zu tun - das ist reiner Feminismus (=Bevorzugung der Frauen) Schwachsinn.

Bertrand
00
27.2.2010, 15:46

Richtig erkannt, allerdings nur im Rahmen einer Version von Gleichberechtigung. Es ist zwischen zwei Formen der Gleichberechtigung zu unterscheiden. Sie sind offenbar Unterstützer der ersten, die meisten hier eher der zweiten:

(1) Gesetzliche Gleichberechtigung. Was für Individuum A gilt, gilt für Individuum B, unabhängig des Geschlechts.

(2) Soziale Gleichberechtigung. Hier geht es darum, dass Frauen (bzw andere Gruppen) aufgrund sozialer Strukturen, die nicht eine Konsequenz der Gesetzgebung sind, benachteiligt sind.

Unterschiedliche Ansichten hinsichtlich Gerechtigkeit und der Rolle von Gesetzgebung sind mit unterschiedlichen Ansichten hinsichtlich Gleichberechtigung verbunden...

Ich sympathisiere auch eher mit (1).

g'stieß
03
26.2.2010, 18:25

uijegerl.

Schrumpfschlauch
51
25.2.2010, 21:39
Rosinenpickerinnen

am ko
12
25.2.2010, 16:18
na geh!

die bevorzugung der frauen bejammern und dann aufs

-in

im nicknamen bestehen?!

wechseln sie das forum! men's health tut ihrem blutdruck bestimmt besser - gleichberechtigte frauen bereiten ihnen gach noch multiorganversagen :)

G e o r g
218
24.2.2010, 19:17

Welch Überraschung! Sachliche Totalunkenntnis paart sich mit sexistischen Ressentiments.

Zu deiner Information: Dohnal hat daran mitgewirkt, dass das Pensionsalter von Frauen und Männern langfristig angeglichen wird.
Feminismus bedeutet nicht Bevorzugung von Frauen, sondern der Kampf für Frauenrechte zur Erreichung der Gleichstellung. Insofern war Dohnal eine klassische Feministin: "Die Vision des Feminismus ist nicht eine 'weibliche' Zukunft. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn"

concept of the enemy
111
24.2.2010, 22:16
Wo sind denn Frauen heute noch rechtlich nicht zumindest gleichgestellt?

G e o r g
00
10.3.2010, 18:07

In Saudi-Arabien z. B.

Aber du verstehst sicher nicht, dass gleiche Rechte nicht automatisch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Gleichstellung bedeuten.

concept of the enemy
10
10.3.2010, 22:37
Billige Polemik. Ich wollte wissen, wo - in rechtlicher hinsicht - Frauen in Österreich heutzutage nicht zumindest gleichgestellt sind.


Ich bezweifle nämlich, dass sich bspweise ein österreichisches Frauenministerium mit der Gleichstellung der Frauen in Saudi Arabien hauptsächlich beschäftigt.

Mit ein wenig Anstrengung fallen Dir sicher die wenigen Fälle ein, bei welchen in Österreich Männer und Frauen FAKTISCH rechtlich ungleich behandelt werden. Was fällt dir bei diesen Fällen auf?

Das Blabla der nicht vollzogenen gesellschaftlichen Gleichstellung müsste erstmal seriös bewiesen werden, BEVOR man es als Tatsache verkündet. Unseriöse, ideologisch interpretierte Statistiken zerfetzt jeder halbwegs sachlich denkende Mensch sprichwörtlich in der Luft.

G e o r g
00
18.3.2010, 12:37

"Unseriöse, ideologisch interpretierte Statistiken zerfetzt jeder halbwegs sachlich denkende Mensch sprichwörtlich in der Luft." - Oder jemand hält sich für sachlich denkend und kommt doch über seine Ressentiments und seine teilweise bewusste Ignoranz nicht hinaus.

concept of the enemy
00
18.3.2010, 22:03
Ja, ja Georg - Deine Meinung kenne ich ja jetzt schon zur Genüge...


Handfeste Antworten zu meiner sachlichen Frage wären mal was Neues. Komm, gib Dir einen Ruck ;-)

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