Gutachten

Bereits zweiter Diskriminierungsfall bei Rektorsbestellung

25. Februar 2010, 17:14
  • Artikelbild: Margarethe Hochleitner wollte Rektorin der Med-Uni Innsbruck werden.  - Foto: APA/MEDIZINISCHE UNIVERSITAET INNSBRUCK/VANDORY

    Margarethe Hochleitner wollte Rektorin der Med-Uni Innsbruck werden.

Bundes-Gleichbehandlungskommission sieht Internistin Hochleitner benachteiligt - Ministerin Karl fordert "Gender-Forum"

Wien - Es ist der zweite Fall, in dem eine Frau, die Rektorin einer öffentlichen Universität werden wollte, es aber nicht wurde, von der Bundes-Gleichbehandlungskommission (B-GBK) per Gutachten bestätigt bekommt, dass sie diskriminiert wurde - als Frau.

Wie dem Standard von mehreren Quellen bestätigt wurde, soll die Innsbrucker Internistin Margarethe Hochleitner bei der Neubesetzung des Rektorats der Medizin-Uni Innsbruck diskriminiert worden sein. Der Uni-Rat wählte im April 2009 nicht Vizerektorin Hochleitner, der sehr gute Chancen eingeräumt worden waren, sondern Herbert Lochs. Hochleitner wäre die zweite Rektorin gewesen, nach (Kurzzeit-)Rektorin Ingela Bruner an der Uni für Bodenkultur (Boku).

Der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen brachte beim Wissenschaftsministerium Aufsichtsbeschwerde ein, die wurde zurückgewiesen. Es folgte in Absprache mit Hochleitner der Gang zur B-GBK.

Dort wollte man am Donnerstag nur bestätigen, "dass der Senat zu einem Ergebnis gekommen ist, das Gutachten ist aber noch nicht ausgefertigt". Senat I prüft die Gleichbehandlung von Frauen und Männern und die Einhaltung des Frauenfördergebotes im Bereich des Bundes. 2009 gab es dort 14 Anträge von Frauen (zwei aus dem Uni-Bereich) und zwei von Männern.

Hochleitner, die ohne Gutachten in der Hand noch nichts sagen wollte, kann mit dem Papier als Beweismittel Schadenersatz fordern - wie die ebenfalls diskriminierte Kuratorin Clementine Deliss, die die Akademie der bildenden Künste und die Republik als Aufsichtsbehörde der autonomen Unis geklagt, aber später entnervt aufgegeben hat. BeamtInnen können die Bezugsdifferenz bis zu drei Monaten zwischen ihrem tatsächlichen Monatsbezug und dem entgangenen Bezug einklagen.

Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) erwartet - angesichts vieler Rektorswahlen 2011, aber auch wegen des zweiten Diskriminierungsfalls einer möglichen Rektorin -, "dass sich die Universitätenkonferenz (Uniko) künftig intensiver mit Genderfragen beschäftigt". Die Uniko soll dazu "ein eigenes Forum für Genderfragen einrichten". Sie habe das Thema bereits mit Uniko-Präsident Hans Sünkel besprochen.

Der und seine 20 Rektorenkollegen könnten das, wenn sie wollen, schon heute, Freitag, besprechen, denn da steht eine Uniko-Vollversammlung an. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.2.2010)

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1 2
mattk
17.03.2010 09:51
Warum ist dieser Artikel auf diestandard nicht verlinkt?

http://derstandard.at/126774352... eht-weiter

prick dame
25.03.2010 23:14

stand Dokumentenfälschen bei der Ausschreibung eigentlich auch im Aufgabenprofil?

prick dame
05.03.2010 02:30
Q90.0

dachte erst, das ging hier im Artikel um was ganz anderes

BK W. Shoyssel
06.03.2010 21:15

very sophisticated
*LOL*

zwergleviathan
01.03.2010 18:06
wünschenswert wäre daß der/die

BewerberIn mit der höchsten Qualifikation den Zuschlag erhält, ergo NICHT nach

- Geschlecht
- politischer Gesinnung
- persönlicher Bekanntschaft

entschieden wird. Und damit sind wir am warmen Eislutscher angelangt.....

Ich wüsste gerne in wiefern ich bei Benachteiligung bei der Jobvergabe irgendwas klagen kann/darf? nein? nix? keine chance?

naja, bin halt nur ein mann.... und wir sind ja der Grund allen Übels, ne?

Verdammt Coole Schreckschrauwe
01.03.2010 17:57
was glaubts ihr eigentlich, wofür es so was wie einen CV gibt? und was das

mit dem unbeirrten Diskriminieren von Frauen zu tun hat?
Männerklüngel und Männerbünde zerschlagen!

Mario Ahner
28.02.2010 10:25

Dieser Fall ist das schlechtestmögliche Beispiel einer "Diskriminierung", weil Hochleitner eindeutig schlechter qualifiziert ist als Lochs. Und gerade an der Meduni Innsbruck atmen die Mitarbeiter durch, dass es nicht Hochleitner wurde.

marty fink
27.02.2010 13:19
Universitäre Gleichstellung:

Bei gleicher Qualifikation:
Frau > Mann!

Lustige Gleichstellung...

concept of the enemy
03.03.2010 21:31
Wär ja das geringste Problem, wenn die Dame wenigstens annähernd gleich qualifiziert wäre.

elektrosmog plastique
27.02.2010 00:29

Könnte die Frau überhaupt noch die Stelle bekommen? So wie es in dem Text steht, scheint es ja nur um Geld zu gehen... (welch eine Überraschung)

FabulousX
26.02.2010 22:09
aufgepasst

bei der kommenden Bundespräsidentenwahl wird dann Frau Rosenkranz diskriminiert.

Ich hoffe der Fall findet sich hier dann auch, in solch einem sachlichen Standard Artikel wieder.

^^

miranda7
03.03.2010 08:42
Vergleichende Hinkebeinforschung

Seit wann wird bei uns der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin nach erfolgter Bewerbung durch eine Kommission bestellt? :-)

BK W. Shoyssel
06.03.2010 21:23

ist doch grundsätzlich wurscht, ob die Entscheider 20 oder 2,000.000 sind. Wie die Wahlergebnisse zeigen, steigt die Qualität der Entscheidung nicht unbedingt proportional mit der Anzahl der Entscheidungsberechtigten.

miranda7
08.03.2010 12:37

Naja, grundsätzlich wurscht ists nicht. Wenn dem so wäre, hätte man nicht die Demokratie als Ersatz für Diktaturen eingesetzt. Bei letzteren entscheidet nur noch einer.

FabulousX
26.02.2010 22:05
Wenn sich eine x beliebige Frau

meldet, muss diese dem Mann auf jeden Fall vorgezogen werden, um nicht diskriminiert zu werden?

Wenn das Gleichstellung ist, na dann gute Nacht. Wie soll man dann das Thema der, wirklich notwendigen, Gleichstellung je ernst nehmen, wenn es von diversen Frauen missbraucht wird um sich in top Positionen zu schummeln?

Ist von annähernd gleicher Qualifikation die Rede, dann soll man von mir aus gerne die Frauenquote berücksichtigen. Aber schlechteres Personal einstellen, nur damit diese Quote erfüllt wird, halte ich für wenig sinnvoll.

miranda7
03.03.2010 08:47

Ich wüsste nicht, dass sich die Reinigungsdame oder die Kollegin aus der Buchhaltung für diesen x-beliebigen Job beworben hätte.;-)

der knecht mathi
26.02.2010 14:08
na sowas

da hat sie nicht soviel publiziert und auch noch in niederwertigen journalen. kann es daran liegen, dass die anliegen der gendermedizin, der pionierin frau prof hochleitner, die "medizinische fachwelt" über jahre nicht gekratzt hat. das da schon eine dikriminierung vorliegt. weil ihr die möglichkeit genommen zur puplikation genommen wurde.
die frage muss ja nach den objektivierenden kriterien nicht gestellt werden.
dass gendermedizin ein begriff in österreich geworden ist, wird vielen frauen das leben retten. dafür danke frau professor

BK W. Shoyssel
06.03.2010 21:26

Lieber Knecht,

wenn schon klein, dann bitte wenigstens richtig.

Die "puplikation" tut weh. Bitte weiches kleines "b" (an dritter Stelle)

concept of the enemy
27.02.2010 12:11
LOL...und die fehlende Auslandserfahrung ist natürlich darauf zurückzuführen, dass im böse patriarchale Fachwelt auch im Ausland kein Interesse an dieser Gender-Koryphäe hatte.


Ein Wunder, dass diese Frau überhaupt Medizin studieren konnte bei dieser Weltverschwörung.

ravenna
26.02.2010 12:10
Offensichtlich wieder einmal FALSCHE DARSTELLUNG

Ohne dem Gutachten vorgreifen zu wollen, ist dem Artikel eher zu entnehmen, dass in diesem Fall KEINE DISKRIMINIERUNG vorliegt.

Tatsächlich wurde die gesetzlich festgelegte POSITIVE DISKRIMINIERUNG von Frauen (zum Nachteil der Männer) nicht angewandt.

Die Überschrift des Artikels müsste daher eher lauten: "Zweiter NICHTDISKRIMINIERUNGSFALL".

*Fuzzy Logic*
26.02.2010 08:38

Ist der Posten beim Mozarteum eigentlich schon besetzt oder schreibt man noch immer aus, in der Hoffnung, dass sie doch noch eine Frau finden möge?

concept of the enemy
25.02.2010 20:42
1)Ist das Frauenförderungsgebot an sich schon diskriminierend.

2)Die Nicht-Ernennung von Frau Hochleitner zur Rektorin der Meduni Innsbruck als Diskriminierung darzustellen, ist einfach nur peinlich.

3) Ingela Bruner hat Krebs.

4)http://www.frauen.bka.gv.at/site/5513... fault.aspx

...die Gleichbehandlungskommission nimmts wohl selbst nicht so genau mit der Geschlechterquote ;-)) Wie objektiv wird ein Senat sein, der ausschließlich aus Frauen besteht und dem FRAUENministerium untersteht?

5)Es ist mehr als offensichtlich, dass die Dame vor allem durch ihr gut ausgebautes, politisches Netzwerk "qualifiziert" ist

6)"Dort wollte man am Donnerstag nur bestätigen, "dass der Senat zu einem Ergebnis gekommen ist, das Gutachten ist aber noch nicht ausgefertigt".

7)Welche Legitimation soll Senat I haben?

Novel
28.02.2010 02:42

Frau Brunner wurde aber nicht abserviert weil sie Krebs hat sondern weil sie ihre Inkompetenz an mehreren Beispielen (z.B. Ausschreibung von Professorenposten)bewiesen hat.

PegasusNbW
25.02.2010 20:22
Natürlich wurde Hochleitner diskriminiert -

allerdings äußerst positiv diskriminiert. Mit Ihrem Lebenslauf hätte sie nach den objektiven Kriterien gar nicht auf den Dreiervorschlag gedurft, da sie über keine Auslandserfahrung verfügt (auch wenn es Tiroler evtl. anders sehen: Wien ist auch für Tiroler *nicht* im Ausland im Sinne der Regelung).

Sich dann aber aufzuregen, dass man mit einem österr. Funktionärslebenslauf gegen einen deutlich besser qualifizierten Wissenschafter, der an einer der bekanntesten Universitätskliniken Europas (Charite) eine eigene Klinik leitete und dazu noch weitaus mehr und höherwertige Publikationen aufweisen konnte, abstinkt, zeugt von gewaltiger Chuzpe...

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