Gender-Medizin

Frauenherzen brechen leichter

11. März 2010 18:52
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    Foto: apa / helmut fohringer

    Alexandra Kautzky-Willer, Gender-Forscherin Med-Uni Wien.

Gender-Medizin erforscht Geschlechterunterschiede

Männer und Frauen unterscheiden sich viel grundlegender als nur anatomisch. Diese Erkenntnis ist offenbar so banal, dass die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei Diagnosen und Therapie nie besonderes Augenmerk gelegt hat. Zu Unrecht. "Frauen haben einen ganz anderen Stoffwechsel als Männer und entwickeln Krankheiten dementsprechend unterschiedlich", sagt Alexandra Kautzky-Willer, die seit Anfang des Jahres Österreichs ersten Lehrstuhl für Gender-Medizin an der Medizinischen Universität Wien leitet. Ihre Aufgaben: Neben Grundlagenforschung steht auch das systematische Durchforsten bereits existierender Studien hinsichtlich der spezifischen Geschlechterunterschiede auf ihrer Agenda. Kautzky-Willer will vor allem unter KollegInnen ein Problembewusstsein schaffen, denn Aspekte von Gender-Medizin sind in allen medizinischen Fachrichtungen relevant.

Viele offene Fragen

Gender-Medizin hat ihren Ursprung in der Kardiologie. Ein Frauenherz mit seinen viel feineren Blutgefäßen sieht nach einem Infarkt ganz anderes aus als bei Männern. "Ein gebrochenes Herz, das Broken-Heart-Syndrom, ist eine Herzschwäche nach traumatischen Erlebenissen, die fast nur bei Frauen beobachtet wird", kann Kautzky-Willer berichten und weiß deshalb von vielen Fehldiagnosen. Als Diabetologin hat sie einen über die Kardiologie hinausgehenden breiten Fragenkatalog: Warum bekommen Frauen nach der Menopause viel leichter Diabetes als Männer? Warum lässt sich der Blutzucker viel schwerer einstellen? Warum schützt Aspirin Frauen vor Herzinfarkt nicht, Männer aber schon? Warum hat ein Belastungs-EKG hinsichtlich des Herzinfarktrisikos bei Frauen keine so klare Aussagekraft wie bei Männern? Warum ist Rauchen bei Frauen so viel schädlicher als bei Männern?

Breiter Fokus

All das sind Fragen, auf die sie in den nächsten Jahren Antworten finden will. Eine Schlüsselrolle kommt dabei sicher den Sexualhormonen, allen voran Östrogen, zu, die den Körper auf vielen Ebenen stark beeinflussen - auch bei Stress. Gerade deshalb spielen psychosoziale Faktoren wie Rollenbild, Erwartungshaltung, Arbeitssituation oder Sozialstatus in der Gender-Medizin auch eine so entscheidende Rolle. "Wir orientieren uns nicht nur an biologischen Unterschieden, sondern haben einen biopsychosozialen Ansatz", so Kautzky-Willer.

Langfristig geht es aber auch darum, durch die genaue Kenntnis von Stoffwechselvorgängen differenziertere Therapien für Frauen zu finden. Medikamente werden derzeit fast ausschließlich an männlichen Probanden entwickelt. Der Grund: der Contergan-Skandal, der das Risiko im Zusammenhang mit Medikamenten für Frauen im gebärfähigen Alter für immer bewusst und Pharmafirmen vorsichtig gemacht hat. "Doch auch in der Grundlagenforschung werden im Maus-Experiment fast nur männliche Tiere verwendet", sagt Kautzky-Willer.

Langfristig will Gender-Medizin auf Basis von Evidenz-basiertem Wissen neue Behandlungsrichtlinien für Männer und Frauen schaffen. Ob es jemals Medikamente nur für Frauen geben wird? "Genaue Kenntnis über Dosierungen ist vorerst unser Ziel", sagt die Endokrinologin, die Gender-Medizin allerdings nicht als "Frauenmedizin" verstanden wissen will, "auch Alter, bestehende Vor- erkrankungen oder die Wechselwirkung von Medikamenten bei Männern und Frauen sind Themen der Gender-Medizin. (Karin Pollack, DER STANDARD/Printausgabe 8.3.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
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prick dame
25.03.2010 22:44
"Ob es jemals Medikamente nur für Frauen geben wird?"

Dank der Herren Haberlandt und Djerassi gibt es sowas bereits seit fast 60 Jahren.

AlBundyFan
 
15.03.2010 10:39
na schon komisch

daß es doch unterschiede gibt, wo doch feministinnen behaupten, daß männer und frauen komplett gleich sind.

wer glaubt, daß sich körperliche unterschiede nicht auch auf den charaker und denken auswirken, der ist auf dem holzweg.

Kleines Sumpfhuhn
14.03.2010 19:04
Auch auf die Gefahr hin, dass das weiter unten schon gepostet wurde:

Sex ist das biologische, Gender das soziale Geschlecht. Wovon hier gesprochen wird, ist nicht Gender, sondern Sex Medicine.

Was man ganz ohne anglizistisches Geschwurbel auch Geschlechtermedizin oder Medizinische Geschlechterforschung nennen könnte.

(...übrigens eine gute und wichtige Forschungsrichtung)

Nevim
15.03.2010 03:01

Sie haben Recht. Ich vermute nur, dass man befunden hat, "Sex Medicine" klinge zu sehr nach Sexualkunde und "Geschlechtermedizin" nicht englisch genug, um cool zu sein ...

Aleister Charme
13.03.2010 17:07
Vielleicht

würden weniger Herzen brechen, wenn sie sich vorher loslassen: http://www.youtube.com/watch?v=bzjlCSz8JWE

Petra Bleicek
12.03.2010 23:17

Zuerst kämpften sie über Jahrzehnte gegen die ungleiche Behandlung von Frauen und Männern in Kliniken und Anstalten, jetzt fordern sie plötzlich eben diese Unterschiede ein.

A.B. Artig
 
13.03.2010 23:02
Nur weil Frauenkörper anders auf Medikamente reagieren, müssen Frauen auch schlechter bezahlt werden, oder was meinen Sie (ist es übrigens lustig, als Mann mit misogynen Zügen sich selbst Frauennicks zu verpassen?)

Empfehle nochmaliges Lesen des Artikels.

concept of the enemy
15.03.2010 08:34
offtopic: Wer entlohnt denn Frauen niedriger als Männer, sodass ein angeblich BEREINIGTER, DURCHSCHNITTLICHER Unterschied von 15 % (oder doch 20, 30...?) entsteht?


Wobei ihr Vorposter natürlich das Thema vollkommen falsch verstanden hat (ich tipp mal auf "bis auf die Überschrift, gar nicht gelesen ;-))

soziales Geschlecht
12.03.2010 14:39
Und was hat das jetzt mit "Gender" zu tun?

Gender ist ja lt. FemSprech ein sozial konstruiertes Geschlecht. Hat also nix mit Hormonen zu tun. Bitte um Aufklärung!
Warum nennt man das ganze nicht einfach Frauenarzt?

Simba
12.03.2010 20:50
na, do hast

was falsch verstanden.

andreas lamers
 
12.03.2010 18:17
Gender= englsich geschlecht

und man hat was ueberaschendes rausgefunden, maenner und frauen sind unterschiedlich, und das nicht nur im schritt. ein medikament das einem mann helfen kann toeten eine frau, oder umgekehrt. aber nicht nur der stoffwechsel funktionert unterschiedlich, auch das gehirn. ausgehend von dem gesetz der evolution heist das das maenner perfekt sind wie sie sind und frauen perfekt so wie frauen sind. nur was fuer den einen gut ist ist es nicht fuer den anderen. also forscht die wissenschaft nund wo genau der unterschied ist.

prick dame
25.03.2010 22:38

und trotzdem glauben die Feministinnen immer noch, dass Frauen in jedem Beruf - mindestens - genau so gut sind wie Männer.

andreas lamers
 
27.03.2010 15:35
tja

das liegt dann daran das man einen unterschied nicht als vorteil sehen will. ein kluger vergleich war mit dem jaguar, es ist der schnellste laeufer, wenn er aber nur vom fliegen traeumt wird er auch nicht laufen koennen. und am ende weder das eine noch das andere sein.
wenn frauen frauen sein koennen und maenner maenner ist das effizienter als wenn man versucht enen zum anderen zu machen.

PegasusNbW
14.03.2010 14:11
falsch

das englische wort "gender" bezeichnet das soziale geschlecht, während das englische wort "sex" das biologische geschlecht meint - zumindest im sprachgebrauch der feminist_innen und auf dieser homepage.

unter gender-medizin kann man also höchstens geschlechtsanpassende behandlungen und operationen verstehen.

andreas lamers
 
14.03.2010 15:10
toll

bitte um mehr englisch lektionen von jemanden der die sprache nicht spricht.
gender ist geschlecht. sex eher das geschechtsteil. weis ich sehr genau da ich den unsinn ebenfalls gelernt habe wie sie, und man sich damit in irland und england ein klein wenig laecherlich machen kann und missverstanden wird.
wobei gender eher auch gehobene sprache ist. sehr verbreitet ist das bitch oder son of a bitch. wobei das in den meisten faellen keine beleidigung ist, ebensowenig bastard, wobei als nicht dieser als muttersprache sprechender haelt man sich da eher zurueck

Nevim
15.03.2010 02:54

Genau, deshalb fragen zum Beispiel englische Formulare gerne danach, was man fuer ein Geschlechtsteil hat.

andreas lamers
 
15.03.2010 03:35
kommt auf das formular an

weder das pps formular noch die regestratur fragt nach sex dort steht gender.
auch mein p60 formular hat dort bei male gender stehen und nicht sex.

Nevim
15.03.2010 07:32

In britischen Pässen steht zum Beispiel "Sex". (Ich bin normalerweise nicht so kleinlich, mir ist nur die himmelschreiende Arroganz in Ihrem obigen Posting ziemlich auf die Nerven gegangen).

andreas lamers
 
21.03.2010 02:03
schein dann intressant zu sein

mein pass ist immer noch aus AT, aber die formulare hier in Irland stehen gender. das mag arogant sein fuer sie oder nicht.

derMein
12.03.2010 12:26

"Männer und Frauen unterscheiden sich viel grundlegender als nur anatomisch" - dass so ein satz auf diestandard.at steht - da stellt sich die sinnfrage.

Mac Smith
12.03.2010 11:46
Für das eine oder andere, was im Artikel steht, würde man bei den Kommentaren als übler Sexist und Biologist gekreuzigt werden.

Z.B. "Eine Schlüsselrolle kommt dabei sicher den Sexualhormonen, allen voran Östrogen, zu, die den Körper auf vielen Ebenen stark beeinflussen - auch bei Stress."

Epistula non erubescit
12.03.2010 16:34

Natürlich. Und Testosteron beeinflußt Männer- auch bei Stress.

andreas lamers
 
12.03.2010 18:19
nicht nur

auch beim wachsen und bei jedem atemzug, es hat wie auch das oestrogen vorteile und nachteile. so hat der mann staerken und die frau. und dementsprechende schwaechen.

Lady Prudence of Fairfax
11.03.2010 23:34

dass medikamente eine andere wirkung auf frauen und männer haben, wissen wir aber auch schon länger...und warum brauchen wir immer jahrzehnte bis jahrhunderte bis sich eine erkenntnis durchsetzt?

andreas lamers
 
12.03.2010 18:22
weil es ja nicht sein darf

weil maenner und frauen gleich zu sein haben (eben bis auf die forpflanzungsorgane) gleiche rechte gleiche chancen weg mit jeder benachteiligung (auch wenn sie nur eingebildet ist) keine frage hat die kultur eine 2 geschlechter gesellschaft geschaffen und die war weder natuerlich nocht irgenwie gerechtfertigt, aber frauen sind keine besseren maenner, und die wenigsten maenner sind bessere frauen. (gibt ausnahmen) und so kehren wir um einige 1000 jahre wieder zu dem alten wissen zurueck(das wussten die kelten schon und hatten 2 medezinsysteme eines fuer frauen und eines fuer maenner)

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