Die Frauenministerin war ausgerückt, um mit Männern über deren Selbstverständnis als Partner "in Dialog zu treten"
Rund zwei Drittel der unbezahlten Arbeit, etwa Haushalt oder Kinderbetreuung, wird immer noch von Frauen erledigt - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist deshalb am Montag anlässlich des Frauentags ausgerückt, um die Meinung von Männern dazu zu erfahren. Ausgesucht hat sie sich dafür die OMV in Wien, als Macho äußern wollte sich dort allerdings keiner: "Den Schuhputz mach ich gerne selber", erklärte etwa ein Beschäftigter.
Noch immer würden nur 15 Prozent aller Männer die Wäsche waschen, nur elf Prozent diese bügeln, 32 Prozent schwängen hie und da den Kochlöffel. Heinisch-Hosek wollte den Frauentag 2010 laut eigenen Angaben erstmals dazu nutzen, um mit Männern über deren Selbstverständnis als Partner "in Dialog zu treten". Sie wolle wissen, was die Männer bewege und wie sie die unbezahlte Arbeit zu Hause handhaben. "Bügelt jemand von Ihnen?", fragte die Frauenministerin etwa in die Runde. "Gehen sie zum Elternsprechtag?"
Redselig waren die anwesenden Männer nicht gerade, auf Heinisch-Hoseks Aufforderung "Outen Sie sich bitte!" folgten dann aber doch, wenn auch zögerlich, einige Antworten. Bügeln tue er "ganz gern", erklärte ein Beschäftigter. Ein Vater von vier Kindern betonte, zu Hause wäre die Arbeit geteilt, er richte beispielsweise die Jausenboxen in der Früh - die Arbeit der Frauen zu Hause solle aber unbedingt mehr honoriert werden. Heinisch-Hosek hielt dagegen, dass sie nicht einsehe, warum immer das Daheimbleiben belohnt werden solle, würden es doch nicht alle Frauen als Erfüllung sehen, zu Hause zu bleiben. Für beide Partner müsse ein "sowohl als auch" möglich sein.
Insgesamt sei sie "sehr zufrieden" mit der Diskussion, sagte Heinisch-Hosek im Anschluss. Es habe sich gezeigt, dass man derartiges wiederholen müsse und dass die Kommunikation mit den Männern noch "sehr stockend" verlaufe. Veränderungen könne man aber nur gemeinsam erreichen, zeigte sich die Frauenministerin überzeugt. (APA/red)