Ärzte ohne Grenzen betreut in der Hauptstadt Opfer von sexueller Gewalt - Jährlich werden in Guatemala 10.000 Vergewaltigungen angezeigt - Eine Video-Doku schildert den Weg aus der Gewalt
Guatemala zählt zu den Ländern mit der weltweit höchsten Gewalt- und Kriminalitätsrate. In dem Land werden jährlich an die 10.000 Vergewaltigungen angezeigt, die Dunkelziffer liegt weit höher. Doch trotz der Allgegenwärtigkeit von Gewalt in Guatemala erhalten die Opfer wenig adäquate Versorgung und Hilfe. In der Hauptstadt Guatemala Stadt hat Ärzte ohne Grenzen seit 2007 ein Programm laufen, das speziell Opfer von sexueller Gewalt unterstützt. Betroffene Frauen und Männer werden dort psychologisch und medizinisch betreut, was bei Vergewaltigungen auch die HIV-Prophylaxe inkludiert.
Video-Still: Eine Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen informiert PatientInnen im Krankenhaus über das Vergewaltigungsopfer-Programm.
Einen guten Einblick in die gewaltbeherrschten Verhältnisse in Guatemala bietet die Dokumentation "Den Kreislauf der Gewalt durchbrechen". Der 16-minütige Film wurde von Marcell Nimführ und der tschechischen Filmemacherin Linda Jablonská für Ärzte ohne Grenzen realisiert. Dabei kommen neben Frauenrechtsexpertinnen auch zwei junge Frauen zu Wort, die sexuelle Gewalt überlebt haben und auf eindringliche Weise schildern, wie sie langsam wieder zurück ins Leben finden.
Der Film ist online abrufbar auf der Homepage von Ärzte ohne Grenzen. (red)