Generell verdienen Frauen mit Kindern im Durchschnitt ein Drittel weniger als Männer, so der Internationale Gewerkschaftsbund
Frankfurt/Main - Auch wenn immer mehr Frauen berufstätig sind und sich selbst versorgen können, haben sie dennoch bei weitem noch nicht die gleichen Chancen und Bedingungen wie Männer, wie verschiedene Organisationen am Montag zum Internationalen Frauentag mitteilten.
In den OECD-Ländern sind inzwischen 62 Prozent der Frauen berufstätig - im Schnitt verdienen sie aber ein Fünftel weniger als Männer, wie die OECD mitteilte. Während ein Viertel der Frauen in Teilzeit arbeitet, sind es bei den Männern gerade mal sechs Prozent. Unter anderem wegen des höheren Anteils an Teilzeitarbeit verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer - in Japan und Korea sogar rund 30 Prozent weniger.
Nach wie vor sind es auch hauptsächlich Frauen, die in bezahlte oder unbezahlte Elternzeit gehen. Frauen verbringen mindestens doppelt soviel Zeit wie Männer damit, sich um Kinder oder ältere Angehörige zu kümmern - in Japan und der Türkei verwenden sie sogar bis zu sechs Mal soviel Zeit dafür wie Männer. Dafür haben Männer mehr Freizeit. Und in allen OECD-Ländern haben Frauen ein größeres Armutsrisiko.
Generell verdienen Frauen mit Kindern im Durchschnitt ein Drittel weniger als Männer, wie der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) mitteilte. Demnach arbeiten Frauen mit Kindern auch öfters Teilzeit als Männer oder Frauen ohne Kinder. Besonders groß ist das Risiko für Frauen, benachteiligt zu werden, demnach in ländlichen Gebieten und in der Landwirtschaft.
Für eine Frauenquote in den Führungsgremien der deutschen Unternehmen macht sich der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel stark. Er halte es für ein "Armutszeugnis für die deutsche Wirtschaft", dass in den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen die Frauen meistens von der Arbeitnehmerseite kämen, sagte Henkel im RBB-Inforadio. In den vergangenen Jahren habe sich da "verdammt wenig getan". (APA)