Peru

Gratisabgabe der "Pille danach"

10. März 2010, 17:16

Entscheidung der Regierung empört Verfassungsgericht und Kirche

Lima - Die Kirche in Peru kritisiert die von der Regierung beschlossene Gratis-Verteilung der sogenannten "Pille danach". Für die Ablehnung des Präparats gebe es nicht nur religiöse, sondern auch medizinische Gründe, erklärte der Erzbischof von Piura, Jose Antonio Eguren Anselmi. "Der Gesundheitsminister weiß genau, dass das menschliche Leben, somit auch die Schwangerschaft, mit der Befruchtung beginnt und nicht erst mit der Einnistung der Eizelle", so der Erzbischof laut Kathpress.

Der peruanische Gesundheitsminister Oscar Ugarte hatte am Montag während eines Festakts zum Weltfrauentag bekanntgegeben, ab sofort die "Pille danach" in den öffentlichen ärztlichen Anlaufstellen des Landes gratis zu verteilen. Der Minister berief sich auf einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach das Präparat keine Abtreibung herbeiführt.

Abtreibungsverbot

In Peru ist die Abtreibung illegal. Ein Schwangerschaftsabbruch darf nur dann vorgenommen werden, wenn Lebensgefahr für die werdende Mutter besteht. Die "Pille danach" kann bis zu 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, um die Einnistung der befruchteten Eizelle und damit eine Schwangerschaft zu verhindern.

"Staatsstreich"

Das Verfassungsgericht reagierte empört über den Vorstoß der Regierung. Die Justiz sei übergangen worden, "das ist ein Staatsstreich", hieß es aus Kreisen der Richter. Das Gericht hatte im Oktober 2009 die Verteilung der Pille verboten, "solange nicht nachgewiesen werden kann, dass sie weder schädlich noch tödlich ist, und dass sie keine abtreibenden Effekte hat".

Der damalige Beschluss war von der Regierung stark kritisiert worden. Er sei diskriminierend, vor allem für Frauen aus der armen Bevölkerung. (APA)

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Dirk Gently76 
11.03.2010 19:45
Der Erzbischof von Piura

ist natürlich nicht nur ein Spezialist im Märchenerzählen, sondern ist auch medizinischen Sektor ein Koriphähe

Lichtfreak
11.03.2010 13:02
Das ist Glaube:

dass das menschliche Leben, somit auch die Schwangerschaft, mit der Befruchtung beginnt und nicht erst mit der Einnistung der Eizelle", so der Erzbischof laut Kathpress.


Und die Gläubigen sollen es glauben aber im Gesetz für ALLE hat das nichts zu suchen!

Wenn die r-k Kirche möglichst alle ungewollten Kinder auf der Welt haben will, dann frag ich nach all den Missbrauchsfällen NICHT mehr WIESO!

Mani Pulatio
11.03.2010 12:30
Die großzügige Pharmindustrie

hat in Peru auch Infusionen auf der Basis von genmanipuliertem Reis für Babies gratis zur Verfügung gestellt!
Für die großen Feldversuche hat man eben die ärmeren Länder...

opti 
10.03.2010 20:33
Die Kirche in Peru kritisiert....

die kirche sollte die nächsten 100 jahre niemanden kritisieren und alle kraft dafür verwenden ihren eigenen sumpf trockenzulegen

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