Tendenz von häuslicher Gewalt ist steigend - Rund 2.000 Wegweisungen in Wien, 370 in Tirol
Innsbruck - Jährlich spricht die Polizei in Österreich 6.500 Betretungsverbote nach häuslicher Gewalt aus, 2.000 davon in Wien, 370 in Tirol. "Die Tendenz ist steigend", sagte ein Sprecher der Polizei bei einer Pressekonferenz am Freitag in Innsbruck.
Tirol sei damit gleichauf mit Salzburg. "Es handelt sich bei häuslicher Gewalt nicht um Einzelfälle. Die angewandte Gewalt wird immer exzessiver. Besonders der Gebrauch von Stichwaffen nimmt zu", berichtete Edelbert Kohler, Leiter der Sicherheitsdirektion Tirol.
Körperverletzung, psychischer Gewalt und Mord seien die Opfer ausgesetzt. Zu 90 Prozent seien Frauen betroffen. Häusliche Gewalt komme in allen gesellschaftlichen Schichten vor, oft in der Verbindung mit Alkohol, so der Experte.
Modell der Wegweisung übernommen
Österreich sei das erste Land der EU, das die Möglichkeit geschaffen habe, gewalttätige Menschen aus ihren Wohnungen wegzuweisen. Deutschland und Großbritannien hätten das Modell bereits übernommen.
Außerdem sei Österreich das einzige Land in Europa, in dem es Gewaltschutzzentren in den Bundesländern gibt. "Seit Beginn des Tiroler Zentrums in 1998 verzeichnen wir jährlich eine Steigerung von rund zehn Prozent der von uns betreuten Opfer. Es handelt sich bei häuslicher Gewalt nicht um eine Familienangelegenheit", betonte die Leiterin des Gewaltschutzzentrums, Angela Federspiel. (APA)