"Das ist aber nicht das Ende der Geschichte"
New York - Der weltweite Kampf um die Gleichberechtigung
von Frauen ist nach Ansicht von US-Außenministerin Hillary Clinton in
den vergangenen 15 Jahren erheblich vorangekommen. "Seit der
UN-Weltfrauenkonferenz in Peking gehen deutlich mehr Mädchen zur
Schule und deutlich mehr Frauen zur Arbeit. Frauenrechte werden in
einigen Ländern zumindest diskutiert, wo sie damals noch völlig
unbekannt waren", sagte Clinton zum Jahrestag der Pekinger Konferenz
von 1995 am Freitag im UN-Hauptquartier in New York. "Zu verdanken
haben wir das der harten Arbeit mutiger Frauen und Männer. Das ist
aber nicht das Ende der Geschichte. Es ist höchstens das Ende des
Anfangs."
Obwohl Frauen keine Minderheit seien, würden sie wie eine solche
unterdrückt. "Sie sind in der Mehrheit bei den Armen, den
Unausgebildeten und den Unterdrückten. Sie werden von Regierungen und
von ihren Vätern, Männern und sogar Söhnen beherrscht. Sie führen
selten Kriege, leiden aber darunter. Frauen werden in Bordellen wie
Sklaven gehalten und die Polizisten schauen weg." Es gebe enorme
Unterschiede unter den einzelnen Ländern. "Die Fähigkeiten von Frauen
sind universell, ihre Chancen nicht."
Dabei seien Frauen auch ein ökonomischer Faktor. "Wie kann die
Welt Fortschritte machen, wenn selbst im 21. Jahrhundert die
Fähigkeiten von Frauen noch unterdrückt werden?" Die Wirtschaften
vieler Länder seien auf Frauen angewiesen, gerade in der Dritten
Welt. "Die meisten Nahrungsmittel auf der Erde werden angebaut,
gehegt, geerntet und verarbeitet von Frauen. Wenn all diese Frauen
morgen nicht mehr arbeiten würden, bräche alles zusammen." (APA)