vergrößern 513x720Der nächste Club "Hertzbeat" findet am 9. April statt.

Für die Veranstalterinnen war die erste "Hertzbeat"-Party zwar "purer Stress", vom Tanzvolk gab es aber viele positive Rückmeldungen.
Vergangen Freitag ging zum ersten Mal der neue Club "Hertzbeat - the frequency that moves you"
im Wiener Planetarium an den Start, der vorwiegend auf Musikerinnen, weibliche DJs und VJs setzt. "Sowohl Underground-Nachwuchs als auch Performerinnen aus dem female:pressure-Netzwerk, VJs und Live-Acts geben dem Line-Up einer Hertzbeatnacht den letzten Schliff", kündigt die Website des Clubs an, der einmal pro Monat stattfinden wird. Als "feministischen Club mit Frauenquote" will sich "Hertzbeat" aber nicht "outen", so die Veranstalterinnen Vivian Thiele-Orberg und Elisabeth Falkensteiner gegenüber dieStandard.at. "Sonst wäre dieses Thema das Einzige, worüber in unserem Zusammenhang geredet und geschrieben wird. Hertzbeat ist eine Veranstaltung mit hochkarätigem Line-Up und international erfolgreichen Produzentinnen. Es gibt viele männerdominierte Partys, dort fragt niemand nach: 'Aha, ihr bucht also nur Männer, setzt ihr damit ein Statement?'. Wir wollen als DJs und Veranstalterinnen in der DJ-Szene nicht auf den Gender-Aspekt reduziert werden", erklären die zwei Hertzbeat-Macherinnen.
"Ich lad dich ein und du mich"
Dass in der Szene aber Geschlecht doch nicht ohne Relevanz ist, haben die Veranstalterinnen zu Genüge beobachtet: "Tatsache ist, dass die meisten Clubs von Männern organisiert und bespielt werden. Zu Bekanntheit gelangt man allgemein mit dem System 'Ich lad dich ein und du mich'. So entwickeln sich Netzwerke über die man auch die meisten Gigs bekommt. Man braucht auch nicht dazu sagen, dass in männlich dominierten, nicht-professionellen Kreisen von jungen DJs, Männergehabe eine wichtige Rolle spielt. Frau hat da oft mit Sexismen zu kämpfen, wobei ich nicht für alle female DJs sprechen will", erzählt Vivian Thiele-Orberg, die alias Thielephon künstlerisch tätig ist und erste Erfahrungen mit Mischpult und Kabelsalat 2007 in einem Djane Workshop machte.
Obwohl elektronische Musik ein männerdominiertes Feld ist, gibt es mittlerweile auch eine große Riege an Künstlerinnen. Das hat spätestens das Projekt female:pressure, eine Online-Datenbank mit über 150 Künstlerinnen allein für den Raum Wien, gezeigt. female:pressure ist ein Pool aus Musikerinnen, Produzentinnen und weiblichen DJs, aus dem sich die Macherinnen von Hertzbeat in Zukunft wohl noch kräftig bedienen werden. Das Bild einer DJ könnte so gängiger werden, und Mann muss sich nicht mehr bemüßigt fühlen,"fachlich" einzugreifen: "Bei Frauen wird genau hingeschaut und -gehört wie der Sound ist und ob die Technik passt, so als würden sie auf Fehler warten, um dir als DJ-Obermacker erklären zu können, wie es läuft und dabei den paternalistischen Besserwisser raushängen lassen. Solche schick ich immer gleich weg", beschreibt Thiele-Orberg den kurzen Prozess, mit dem sie so manchem "Gschaftlhuber" begegnet.
Von Bobo bis Partytrupp
Mit der ersten "Hertzbeat"-Party zeigen sich die Veranstalterinnen zufrieden, obwohl es für sie selber "purer Stress" war, "aber wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen und hatten den Eindruck, dass die meisten sehr viel Spaß hatten. Electric Indigo hat eine super Performance hingelegt und auch mit der Wahl der VJs c++ und Laterna Magika waren wir sehr glücklich. Das Publikum war ziemlich gemischt und ging von jungen Partytrupps, StudentInnen bis zu alten Bobos", beschreiben die Hertzbeat-Veranstalterinnen die Mischung ihres Publikums. Über kommende Veranstaltungen können Vivian Thiele-Orberg und Elisabeth Falkensteiner schon einige musikalische Details verraten: "Die Hauptacts bis Sommer stehen fest, da können die technophilen WienerInnen einiges erwarten: Jennifer Cardini (April), Cio d'or (Mai), Camea (Juni), Miss Jools (Juli) und Xenia Beliayeva beehrt uns im August." (beaha, dieStandard.at, 17.3.2010)
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sie wollen sich nicht als "feministischen club mit frauenquote" outen. hmmm... ob sie das dadurch nicht gerade tun? ist so als würde brad pitt aus heiterem himmel bei einer pressekonferenz von homosexuellen sagen: und ich bin nicht schwul.
"Von Bobo bis Partytrupp" - also wir wollen eigentlich alle leute, und zielgruppe haben wir an und für sich keine.
Denglish ist es nur insofern, als das Wortspiel nur im Deutschen funktioniert; die SI-Einheit heißt im Englischen genauso.
Und ich finde, das Wortspiel und das Plakat zeigen doch etwas mehr Geist, als man ihn von der DJ-Szene gewohnt ist. Klar, dass viel Englisch drauf ist - das Publikum braucht das halt, um sich cool zu fühlen, und könnte mit anderen Sprachen vermutlich auch gar nichts anfangen.
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