Tirol

Finanzieller Kahlschlag bei Fraueneinrichtungen

22. März 2010, 11:07

JUFF streicht drei Einrichtungen für ihr Fortbestehen substanzielle Gelder - Landesregierung spart dadurch lediglich 14.500 Euro

Innsbruck - In Tirol sind autonome Frauenprojekte in neuem Ausmaß von budgetären Kürzungen betroffen. Wie das Autonome FrauenLesbenZentrum, ArchFem (ein feministisches Archiv und Frauenbildungsprojekt) und das feministische Kinoprojekt kinovi[sie]on nun erfahren haben, werden ihnen die Subventionen des Landes Tirol für 2010 gestrichen.

Sparvolumen von 14.500 Euro

Mit der Zerschlagung dieser drei langjährig engagierten, ohnehin unterfinanzierten Einrichtungen und Initiativen "erspart" sich das Land Tirol die Summe von insgesamt 14.500 Euro. Begründet werden die Streichungen der Förderungen für kritische, feministische Initiativen mit Sparzwang und "erheblichen Budgetkürzungen". Bereits 2009 ließ die zuständige ÖVP-Frauenlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf aufhorchen, als sie dem Autonomen FrauenLesbenZentrum die jährliche Subvention von 7000 Euro entzog, mit dem Argument, dass ein eigenes FrauenLesbenZentrum in Tirol nicht mehr benötigt werde (diestandard.at berichtete). Damals half Soziallandesrat Gerhard Reheis (SPÖ) einmalig mit den fehlenden Mitteln 6.500 Euro aus, um den laufenden Veranstaltungsbetrieb für 2009 zu sichern.

Fragwürdiges Demokratieverständnis

2010 sieht die Situation nicht besser aus - im Gegenteil. Vom Sparkurs sind nun auch zwei weitere frauenpolitische Einrichtungen in Innsbruck betroffen. Die Betreiberinnen kritisieren die fragwürdige Schwerpunktsetzung bei der Vergabe von Subventionen in den letzten Jahren: "Die Landesregierung vergibt 1,3 Millionen Euro für einen Landesfestumzug, aber keine 14.500 Euro für Frauenprojekte. Der jahre- und jahrzehntelange Einsatz für eine emanzipatorische Gesellschaftsveränderung jenseits eines traditionellen Frauenbildes hat offensichtlich in Tirol keinen Platz mehr," heißt es in einer Aussendung. Damit komme das Demokratieverständnis von Zoller-Frischauf und ihre ParteikollegInnen deutlich zum Ausdruck.

Die Betreiberinnen der betroffenen Einrichtungen fordern  nun von Zoller-Frischauf eine Offenlegung ihrer Förderprinzipien zum Thema "Frauen.  "Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, welche Projekte nach welchen Prinzipien gefördert werden", heißt es abschließend. (red)

jean val jean
11
22.3.2010, 20:39

was sagen die tiroler frauen dazu?

mkz
12
22.3.2010, 22:27
ich als tirolerin bin entsetzt

da glaubt frau es geht endlich weiter in richtung gleichstellung wie in den letzten 30 jahren, derweil sind die zarten "erfolge" schon wieder rückläufig. kritik von frauenbünden brauchts nicht in tirol, wir wollen einzigartig hinten bleiben in europa. so solls anscheined bleiben. dazu die frage der tirolerinnen an die (vielleicht) fortschrittlicheren bundesländerInnen: "Warum werden feministische kritische Einrichtungen nun auf einmal nicht mehr gefördert? Warum Einrichtungen, die über Lebensverhältnisse von Migrantinnen in Tirol, über Armutsrisiken von Frauen, über gegenwärtige Herausforderungen von Frauenpolitik, über Gewalt an Frauen oder über Bildungspolitik diskutieren und dazu politische Bildung machen? " versteht das wer??

knurrhoernchen
00
24.3.2010, 15:54
Zu "versteht das wer?"

Frauen sind anders als Männer.
Beispiel: Spare bei den Kinderbetreuungseinrichtungen und die Frauen organisieren sich untereinander, wie sie die Kinder schupfen.
Das funktioniert doch in vielen Lebensbereichen so.
Frauen sind viel zu gutherzig, als dass sie ihre Anliegen sterben lassen würden. Zerbomb ihnen die Häuser und sie bauen sie wieder auf. Erzeugt mann eine Finanzkrise ... kein Problem, denn trümmerfrau wird das Problem schon lösen.
Das ist nicht gegen die Frauen gerichtet! Es muss nun einmal gespart werden, denn sonst muss der FC Tirol mit den Vorjahresleiberl aufs Spielfeld.

mkz
01
24.3.2010, 20:14
die frohe sparefrau

du hast recht hörnchen. man muss das geld dort investieren wo vielleicht die kohle zurückkommt. z.b. bei allen einrichtungen die sport und tourisms nützlich sind - oder vielleicht auch nicht. wer braucht auch ein menschenwürdiges frauenhaus, tageskindergärten, eine frauenbuchbiblioheke oder gar ein frauenlesbenzentrum wo die dort eh nur lesungen machen, frauenpolitisch palavern und andere kulturelle geldvernichtungen pflegen, nochdazu gehn sogar ein paar lesben hin. .. ich bin auch dafür dass unsere feschen fussballer schön aussehen, wenigsten... einsteils solln wir genügsam fügsam sein andererseits geschäftstüchtig selber die kohle aufstellen die wir für die minderheit frauen ausgeben wollen..

Schrumpfschlauch
11
22.3.2010, 18:37
Frauen können eben besser sparen! Sowas weiß man doch.

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